SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 22.09.2020 um 10.30 UTC

Wechselhaftes und kühles Herbstwetter; am Freitag/Samstag im Süden und Osten
Dauerregen nicht ausgeschlossen, an den Alpen oberhalb von 1000 m Schnee.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 29.09.2020

Der Mittelfristzeitraum ist wettertechnisch geprägt durch einen umfangreichen
Langwellentrog, der sich von West- allmählich Richtung Mitteleuropa verlagert
und von dort aus schließlich Richtung Südosteuropa austropft. Damit steht eine
Umstellung der Großwetterlage hin zu wechselhaftem und kühlem Herbstwetter mit
gebietsweise recht ergiebigen Niederschlägen ins Haus.

Diese Umstellung vollzieht sich bereits zu Beginn des Zeitraumes, am Freitag.
Das Geopotenzialmuster über dem nordatlantisch-europäischen Raum ist meridional
geprägt („Blocking“) mit einem weit nach Süden vorstoßenden Langwellentrog, der
sich vom Nordmeer über die Britischen Inseln und Frankreich bis in den
westlichen Mittelmeerraum erstreckt und flankiert wird von umfangreichen
Höhenrücken über dem mittleren Nordatlantik und über Ost- bzw. Nordosteuropa.
Dieses Muster erweist sich als relativ stabil und bis Samstag, 00 UTC kommt die
Achse des Langwellentroges somit nur allmählich bis zum westlichen Mitteleuropa
(Nordsee, Benelux, Ostfrankreich) voran.
Deutschland befindet sich somit auf dessen Vorderseite unterhalb einer südlichen
Höhenströmung. Dabei laufen kurzwellige, teilweise durch die Orographie (Alpen)
induzierte Troganteile über das Vorhersagegebiet hinweg nordwärts und liefern
entsprechend Hebungsimpulse. Eine sich im Bodenfeld von Nord nach Süd etwa im
Grenzbereich zu Polen und Tschechien bzw. über den Ostalpenraum erstreckende
Kaltfront mündet in einem sich verstärkenden und vom Golf von Genua allmählich
Richtung Adria ziehenden Bodentief und kommt aufgrund höhenströmungsparalleler
Exposition kaum nach Osten voran.
Entlang der Front verlagert sich ein Wellentief im Tagesverlauf auf Vb-artiger
Zugbahn von Tschechien unter weiterer Vertiefung entlang des deutsch-polnischen
Grenzgebietes bis zum Abend nach Südschweden. Ein weiteres Wellentief entwickelt
sich nachmittags über Ostösterreich und zieht bis Samstag, 00 UTC nach Südpolen.

An deren Westflanke führen Aufgleiten von aus dem Raum der Ägäis über die
Karparten bis zur Oder herumgeholter Warmluft und Gegenstromlage zu teils länger
anhaltenden Niederschlägen (flächig 15 bis 50 mm in 24 Stunden) über dem Osten
und Süden Deutschlands. Somit wird zumindest in einigen Teilen Ostdeutschlands
die Trockenheit etwas gelindert.
Rückseitig dringt von Nordwesten her maritime Polarluft nach Mitteleuropa, bis
Samstag, 00 UTC sinkt die Temperatur in 850 hPa auf 0 Grad gebietsweise in den
Staulagen von Alpen und Schwarzwald und 5 Grad an der Oder, dabei kann es an den
Alpen bis nahe 1000 m herab schneien und auch im Hochschwarzwald mischen sich
eventuell Schneeflocken unter die Regentropfen.
Vor allem nahe der Trogachse, im Westen, gibt es einzelne Schauer (die in Summe
aber leider keinen großartigen Niederschlagszuwachs bringen), in den mittleren
Landesteile bleibt es dagegen aufgrund kompensatorischen Absinkens gebietsweise
sogar trocken.

Am Wochenende tropft der Trog über dem westlichen Mitteleuropa aus, das daraus
resultierende Cut-Off-Tief verlagert sich bis Montag, 00 UTC zur nördlichen
Adria, wobei ein schwächerer Dipol über Ostbayern verbleibt.
Entlang der weiter verwellenden und mit ihrem Südteil schneller nach Osten als
weiter nördlich vorankommenden Kaltfront entwickelt sich eine langgezogene
Tiefdruckrinne, die sich am Samstag etwa von Ungarn über den Westen Polens bis
nach Südschweden erstreckt, am Sonntag dann von der Ukraine bzw. Weißrussland
über Nordpolen bis zur Deutschen Bucht. Dabei klingen die Aufgleitniederschläge
im Osten und Südosten am Samstag allmählich ab, vor allem in der Lausitz und an
den Alpen können bis Sonntag, 00 UTC aber nochmals 15 bis 25 mm/24 Stunden
fallen. Im übrigen Land entwickeln sich dagegen vermehrt Schauer und auch kurze
Gewitter. Nach wie vor sind die Mengen – außer in den Nordweststaulagen einiger
Mittelgebirge (Schwarzwald) nicht allzu hoch, dennoch dürfte es für einige
Regionen im Westen bzw. in der Mitte der erste nennenswerte
Septemberniederschlag überhaupt sein. Die Advektion maritimer Polarluft dauert
weiter an (auch, wenn sie von Norden her allmählich gekappt wird, was aber
zunächst noch durch Niederschlagsabkühlung kompensiert wird), die
Schneefallgrenze sinkt vor allem in der Nacht zum Sonntag an den Alpen und im
Schwarzwald auf nahe 1000 m, gebietsweise auch darunter.
Am Sonntag regnet es vor allem im Bereich der Tiefdruckrinne über
Norddeutschland durch Aufgleiten der inzwischen weit herumgeholten Warmluft (am
Montag, 00 UTC um 9 Grad in 850 hPa über der Deutschen Bucht und -1 Grad an den
Alpen) gebietsweise länger anhaltend, in der Nacht zum Montag verlagert sich die
Tiefdruckrinne allmählich nach Nordwest- und Westdeutschland, so dass es auch
dort häufiger regnet, wobei die größten Mengen nach Lesart des aktuellen
IFS-Laufes erst über Benelux zu erwarten sind. Im übrigen Land ist der Sonntag
im Einflussbereich des Cut-Off-Tiefs eher geprägt durch unbeständiges
Schauerwetter, wobei die Mengen in Summe nicht allzu hoch ausfallen und es
gebietsweise vielleicht sogar trocken bleibt. Nebenbei sei noch bemerkt, dass
die Höchsttemperaturen an allen drei Tagen nur noch Werte zwischen 8 und 16 Grad
erreichen, in Regionen mit Dauerregen bleibt es eher etwas kühler, in einigen
Alpentälern werden kaum 5 Grad erreicht.

Zu Beginn kommender Woche verlagert sich das Höhentief allmählich über Ungarn
und der Slowakei nach Südostpolen. Dabei wölbt sich vorderseitig eines aus dem
isländischen Raum allmählich Richtung Nordmeer vordringenden Höhentroges am
Dienstag ein flacher Höhenrücken über der Nordsee auf und kommt zögernd Richtung
Nordwestdeutschland voran.
Im Bodenfeld bleibt die Tiefdruckrinne über Westdeutschland nahezu
quasistationär und füllt sich zum Dienstag hin mit Annäherung des Höhenrückens
und dadurch zunehmenden Druckanstieg mehr und mehr auf. In ihrem Einflussbereich
gibt es im Westen und Südwesten weitere Niederschläge, die aber nicht mehr allzu
üppig ausfallen. Währenddessen kommt es an der Nordwestflanke des Höhentiefs im
Laufe des Montags über Ungarn erneut zu einer Zyklogenese, das daraus
resultierende Tiefdruckgebiet zieht bis zum Dienstag nach Zentralpolen, wo es
sich wieder aufzufüllen beginnt. Aufgleitniederschläge an der Westflanke des
Tiefs könnten dabei nach Lesart des aktuellen IFS-Laufes noch den äußersten
Osten Deutschlands erfassen.
Ansonsten sind im Vorhersagegebiet rückseitig des Höhentiefs höchstens nur
vereinzelte Schauer zu erwarten, vielerorts bleibt es auch trocken. Bei 850
hPa-Temperaturen zwischen 2 und 6 Grad liegen die Höchstwerte, je nach etwas
Sonne, meist zwischen 11 und 17 Grad.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Im Groben erweist sich der aktuelle IFS-Lauf zumindest bis Montag als
einigermaßen konsistent zu seinen beiden Vorgängern.
Im Detail ergeben sich aber vor allem ab dem Wochenende größere Diskrepanzen.
Die anhaltenden Regenfälle in weiten Teilen Ost- und Süddeutschlands an der
Westflanke der verwellenden Kaltfront am Freitag scheinen unstrittig.
Am Samstag befindet sich diese Rinne nach Lesart des aktuellen Laufes so weit
östlich, dass diese Niederschläge doch deutlich nachlassen sollte, während vor
allem der gestrige 00 UTC-Lauf im Zuge einer weiteren Zyklogenese über
Südwestpolen in Bayern teils ergiebige Niederschläge simulierte.
Insgesamt vergrößern sich die Unterschiede am Sonntag noch; der gestrige 00
UTC-Lauf simulierte von Sonntag bis Montag 00 UTC im Südosten weitere ergiebige
Niederschläge, der gestrige 12 UTC-Lauf dagegen vor allem von Schleswig-Holstein
über das östliche Niedersachsen bis ins Vogtland, während der aktuelle Lauf die
höchsten Mengen (allerdings weniger als die beiden Vorläufe) dann im äußersten
Norden und Westen auf der Agenda hat.
Zu Beginn kommender Woche simulierte der gestrige 12 UTC-Lauf immerhin noch ein
bis Mittwoch 00 UTC zum Baltikum ziehendes Höhentief, während der gestrige 00
UTC-Lauf dieses von der nördlichen Adria direkt nach Südsüdost verlagern ließ
und – nach Durchschwenken eines Höhenrückens am Dienstag einen erneuten
Trogvorstoß nach Westeuropa auf der Agenda hat

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Teilweise eklatante Unterschiede, die keine sinnvollen Detailprogosen zulassen,
ergeben sich beim Vergleich der deterministischen Läufe der vorliegenden
Globalmodelle vor allem ab Sonntag.
Bis dahin ähneln sich die synoptischen Basisfelder weitgehend, die anhaltenden
Niederschläge am Freitag und in der Nacht zum Samstag mit abnehmender Tendenz am
Samstag tagsüber haben auch ICON, GFS und GEM zumindest annäherungsweise auf der
Agenda.
Auch der am Samstag beginnende Cut-Off-Prozess mit der Advektion maritimer
Polarluft ins Vorhersagegebiet wird noch ähnlich simuliert.
Ab Sonntag laufen die Simulationen dann aber doch mehr oder weniger auseinander.
Nach Lesart des ICON zieht das Cut-Off-Tief über Norditalien und die mittlere
Adria hinweg Richtung Balkan und bis Dienstag sogar zum Schwarzen Meer. Nach
Durchschwenken eines flachen Höhenrückens weitet sich bereits am Montag von
Nordwesten her ein Höhentrog nach Mitteleuropa aus, nach Durchschwenken der
Trogachse („Winkelwest“) stellt sich ab Dienstag eine zyklonale Westlage ein.
Das GFS folgt zunächst der Linie des IFS, hat aber den nördlichen Dipol des
Cut-Off-Tiefs über Tschechien bzw. Südostdeutschland deutlich stärker auf der
Agenda (ab der Nacht zum Montag als zentralsteuerndes Höhentief, während sich
der südliche über der Adria rasch auflöst). An dessen Nord- und Westflanke
verlagert sich ein Sturmtief von Nordpolen über Norddeutschland bis Montag, 00
UTC in den zentralen Mittelgebirgsraum, von wo aus es bis Dienstag nur noch
langsam südostwärts vorankommt und sich beginnt aufzufüllen. Diese Variante
hätte ein ganzes Potpourri an interessanten Wettererscheinungen im Gepäck: Neben
Sturmböen bis in die Niederungen an dessen Südflanke würde herumgeholte und
aufgleitende Warmluft an der West- und Südflanke des Tiefs zunächst in den
westlichen und mittleren, am Montag und in der Nacht zum Dienstag dann vor allem
in den südlichen Landesteilen zu ergiebigen Niederschlägen führen (an den Alpen
eventuell bis 800 m als Schnee).
Das kanadische GEM simuliert Höhen- und Bodentief ähnlich wie GFS, nur etwas
weiter nördlich und das Bodentief am Sonntag und Montag noch etwas kräftiger mit
ergiebigen Regenfällen vor allem im Norden und Osten und zusätzlich Sturmböen
besonders im Norddeutschen Tiefland.
Am Dienstag folgt dann auch nach Lesart von GEM und GFS ein flacher Höhenrücken,
der für vorübergehende Wetterberuhigung sorgt, der aber nach GFS allerdings
bereits rasch wieder von Nordwesten her von WLA und einem Frontensystem
überlaufen wird.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Clusteranalyse zeigt für den Beginn des Mittelfristzeitraumes (T+72…96
Stunden) drei Cluster, die sich, Mitteleuropa betreffend, kaum unterscheiden.
Im nächstfolgenden Zeitraum (T+120…168 Stunden) verteilen sich die 49
Einzelmenber, Haupt- und Kontrolllauf dann recht gleichmäßig auf 6 Cluster
(Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 5), was schon auf die großen Unsicherheiten,
den Abtropfprozess betreffend, hindeutet. Den Cut-Off-Prozess selbst haben noch
alle Cluster auf der Agenda. Das daraus resultierende Höhentief nimmt in Cluster
1 bis 5 eine leicht unterschiedliche Zugbahn, diese Cluster haben also eine
Fortsetzung der Blockadesituation über dem mittleren Nordatlantik bzw. über
Nordosteuropa auf der Agenda. Nach Lesart des Cluster 6 (immerhin 7 Member) wird
es dagegen von einem Richtung West- und Mitteleuropa vorstoßenden Höhentrog
wieder „eingefangen“, woraus, ähnlich wie im ICON, eine recht weit südlich
verlaufende zyklonale Westlage resultiert („negative NAO“).
Auch, wenn sich der Blick aufgrund der großen Unsicherheiten kaum lohnt: In der
erweiterten Mittelfrist (T+192…240 Stunden) verteilen sich alle Läufe ebenfalls
auf die maximal möglichen 6 Cluster. Cluster 1 und 2 (insgesamt 21 Member) haben
zwar zu Beginn noch eine zyklonale West-, später eher Südwestlage auf der
Agenda, allerdings auch wieder mit einem zunehmenden Blocking über dem mittleren
Nordatlantik.
Die restlichen 4 Cluster belassen es grundsätzlich bei der Blockadesituation
über dem mittleren Nordatlantik und über Nordosteuropa. Dazwischen kommt es
immer wieder zu Trogvorstößen Richtung West- und Mitteleuropa, wobei diese nach
wie vor zum Abtropfen neigen.

In den Rauchfahnen der Gitterpunkte in den westlichen und mittleren Landesteilen
verläuft die Kurvenschar der 850 hPa-Temperatur zumindest bis Samstag in einem
relativ engen Spread (meist zwischen 0 und 5 Grad in 850 hPa), während es vor
allem im äußersten Osten ein paar Ausreißer nach oben gibt.
Interessant gestaltet sich dann der Verlauf ab Sonntag. Die weit um das Tief
bzw. die Tiefdruckrinne, nämlich über Nord- bis nach Westdeutschland
herumgeführte Warmluft haben in dieser Variante wohl fast nur der Haupt- und
Kontrolllauf auf der Agenda, die für einige Gitterpunkte im Westen des Landes
zum Zeitpunkt Montag, 00 UTC die höchsten 850 hPa-Werte simulieren (bis 10 Grad
a der Westgrenze). Insgesamt wird der Spread auch am Sonntag und Montag deutlich
größer, was die Unsicherheiten bzgl. der Zugbahnen eventueller (Sturm)tiefs und
Tiefdruckrinnen andeutet. Ähnliches gilt für die Niederschlagssimulationen. Zwar
haben quasi alle Member teilweise recht üppige Niederschläge auf der Agenda,
aber mit jeweils unterschiedlichen Mengen zu unterschiedlichen Zeiträumen.

FAZIT:
Ähnlich wie gestern: Gesichert ist das herbstlich anmutende Temperaturniveau.
Wann es wo wieviel regnet, darauf kann man sich nach aktueller Modelllage noch
nicht festlegen. Das Potenzial für Dauerregen ist aber bei einer solchen
Wetterlage auf jeden Fall gegeben, wenn auch wohl eher kleinräumig. An den Alpen
kommt es ab der Nacht zum Samstag zu einem ersten kleineren Wintereinbruch, der
sich nach Lesart des GFS in der Nacht zum und am Montag noch fortsetzen könnte.
Ansonsten deutet sich zu Wochenbeginn zumindest eine vorübergehende
Wetterberuhigung an.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

DAUERREGEN:
Die Probabilistik stützt am Freitag und in der Nacht zum Samstag die in den
deterministischen Läufen vorhandenen Signale für Dauerregen vor allem im Allgäu
mit Wahrscheinlichkeiten bis über 80% (ICON-EU-EPS; Wahrscheinlichkeit für
Unwetter sogar nahe 20%) bzw. um 50% (ECMWF-EPS), ansonsten sind die
Wahrscheinlichkeiten dafür auch im Süden und Osten nur gering (maximal 10 bis
15%).
Am Samstag gehen die Wahrscheinlichkeiten für Dauerregen im Süden, insbesondere
an den Alpen, deutlich zurück, steigen dagegen vor allem nach Lesart des
COSMO-LEPS in Sachsen und Brandenburg etwas an (20 bis gebietsweise 30% im
Zeitraum Samstag, 00 bis Sonntag, 00 UTC). ECMWF-EPS und ICON-EU-EPS „ziehen“ da
aber nicht wirklich mit. Auch für den Schwarzwald zeigt COSMO-Leps leicht
erhöhte Wahrscheinlichkeiten.
Die vom GFS simulierten hohen Mengen am Sonntag/Nacht zum Montag vor allem im
Süden werden durch die Probabilistik (lediglich ECMWF-EPS reicht bis Montag, 00
UTC) nicht gestützt.

GEWITTER:
Dürften warntechnisch nicht eine allzu große Rolle spielen. Vor allem am Samstag
können sich im Einflussbereich der hochreichend kalten maritimen Polarluftmasse
kurze Graupelgewitter entwickeln, begleitet von stürmischen Böen (Bft 8).

STURMBÖEN:
Spielen vor allem an der Südflanke des eventuellen kräftigen Bodentiefs am
Sonntag/Montag eine Rolle. ECMWF-IPS deutet das für den Sonntag mit leicht
erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Böen BFT 8, Nordsee auch Bft 9 vor allem im
Nordseeumfeld und in einigen Mittelgebirgen an. In den Niederungen bleiben die
Wahrscheinlichkeiten dafür bis zum Ende des Vorhersagezeitraums nur gering. Da
überhaupt noch nicht absehbar ist, ob es zu einer kräftigen Tiefdruckentwicklung
kommt, geschweige denn deren eventuelle Zugbahn prognostizierbar ist, ist eine
detaillierte Abschätzung diesbezüglich quasi unmöglich. Das Potenzial für
Sturmböen ist jedenfalls gegeben.

SCHNEEFALL:
Ein erster „Wintereinbruch“ (böse Zungen mögen angesichts der vergangenen
„Nicht-Winter“ im Flachland behaupten, nun setzt der bis zum April/Mai 2021
anhaltende „Dauerherbst“ ein) deutet sich vor allem für den Alpenrand an. Die
Probabilistik ist diesbezüglich noch ziemlich zurückhaltend; in Lagen oberhalb
von 1500 m sind aber zunächst vor allem ab der Nacht zum Samstag und am
Samstagvormittag durchaus höhere Schneemengen (über 15 cm) möglich (ECMWF-EPS
immerhin mit Wahrscheinlichkeiten von nahe 30% für mehr als 15 mm als Schnee in
den Allgäuer Alpen im Zeitraum Samstag 00 bis 12 UTC).

Basis für Mittelfristvorhersage
EZ-EPS, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff