SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 181800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 18.08.2020 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
Am Abend und in der Nacht im Süden und Nordosten Gewitter, morgen noch im
Nordosten Gewitter, ansonsten Zwischenhocheinfluss. Ab Donnerstag wieder heiß
und zunehmende Wärmebelastung.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC

Aktuell … schiebt sich ein Höhentrog, ausgehend von einem Höhentief westlich
von Irland weiter nach Mitteleuropa vor. Ein Randtrog auf seiner Nordostflanke
überquert in der Nacht den Osten und Nordosten. Bevor der nachfolgende Keil auf
Deutschland übergreifen kann, schiebt sich noch ein Randtrog in den Westen und
dann weiter bis in den Südosten.
An diesen beiden Hebungszentren sorgt die Entwicklung für weitere Gewitter, vor
allem im Nordosten und im Südosten. Die Wahrscheinlichkeit für deren Auftreten
wird aber zunehmend geringer. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von
Gewitter bis zum Morgen ist vor allem im Südosten am höchsten. In den
Frühstunden können sich in den mittleren und westlichen Landesteilen flache
Nebelfelder bilden.

Mittwoch … schwenkt der Trog weiter in Richtung Nordosten. über dem äußersten
Nordosten und Osten verbleibt allerdings noch eine Potentialrinne, die dort bis
in die Nachmittagsstunden für konvektive Umlagen sorgen kann. Zwar ist die
Atmosphäre dort durch Entrainmentprozesse schon etwas trockener als am Dienstag,
sodass die Warnfarbe ocker ausreichen sollte.

In den anderen Gebieten sorgt der Rücken westlich von uns für ansteigenden
Bodendruck und Absinken, sodass außer im Osten mit einem sonnigen und trockenen
Tage zu rechnen ist. Die Einstrahlung lässt die Temperaturen wieder auf 26 bis
29 Grad steigen. Lediglich an der Küste und im höheren Bergland ist es mit 22
Grad etwas kühler.

In der Nacht zum Donnerstag erreicht die Achse des Rückens die Mitte
Deutschlands. Die Potentialrinne hat dann auch den Nordosten verlassen, sodass
es kaum noch zu konvektiven Umlagerungen kommen kann. Allerdings kommen wir im
Westen schon wieder in den Einflussbereich eines hochreichenden Tiefs westlich
von Irland. Daher dreht die Strömung bereits wieder auf Südwest und die
Warmfront eines des Bodentiefs greift im Verlauf der Nacht auf den Westen über.
Auf seiner Vorderseite wird massiv Warmluft advehiert und das entstehende
skalige Regenband erreicht den Westen und Nordwesten. Die von den Modellen
avisierten Mengen liegen meist nur bei 2 bis 5, stellenweise bis 10 mm/12h.
Im Rest des Landes herrscht dagegen Absinken und vor allem in den noch
angefeuchteten Gebieten im Osten kann sich Nebel bilden.

Donnerstag … weitet sich der über Deutschland liegende Keil nach Nordosten aus
und geht in den über Skandinavien liegenden Keil auf. Da sich durch diesen
Prozess die Achse des Keils in den Osten Deutschlands verlagert, ergibt sich für
den größten Teil des Vorhersagegebietes eine steile südwestliche Strömung, mit
welcher Subtropikluft herangeführt wird. Während im Nordwesten und ganz im
Norden sich noch Reste der Warmfront mit starker Bewölkung und meist geringen
Niederschlägen halten, lässt Absinken im Bereich des Keils im Süden, Osten und
meist auch in der Mitte die Bewölkung verschwinden, so dass sich die Luftmasse
weiter erwärmen kann. Am Nachmittag sind 27 bis 32, am Oberrhein bis 34 Grad zu
erwarten, was im Westen und Südwesten in tieferen Lagen eine zunehmende
Wärmebelastung zur Folge hat.
In Küstennähe, im höheren Bergland und aufgrund stärkerer Bewölkung, die sich im
Nordwesten und ganz im Norden hält, werden in diesen Gebieten 20 bis 26 Grad
erreicht.

In der Nacht zum Freitag ändert sich die Position des Höhenkeils nur
unwesentlich. Mit dem Schwenken der Hauptachse des nachfolgenden Troges in das
Seegebiet unmittelbar vor der Iberischen Halbinsel und vor der Biskaya setzt
über Frankreich leichter Druckfall ein, was eine südliche bis leicht südöstliche
bodennahe Windkomponente aufkommen lässt. Die Nebelneigung ist daher geringer
als in den Nächten zuvor. Im Nordseeküstenbereich sind aufgrund der Nähe zur
Frontalzone noch geringe Niederschläge vorstellbar, ansonsten bleibt es trocken.

Weiten Teilen West- und Südwestdeutschlands dürfte eine Tropennacht mit
Temperaturminima oberhalb von 20 Grad bevorstehen.

Freitag … erreicht das hochreichende Tief die Britischen Inseln und der davon
ausgehende Trog die Iberische Halbinsel. Auf seiner Vorderseite wird massiv
Warmluft advehiert, sodass am Abend die 20-Grad-Isotherme über Süddeutschland
liegt. Ebenfalls auf der Vorderseite des Troges erreicht die Kaltfront des
Bodentiefs, das mittlerweile Schottland erreicht hat, den Nordwesten
Deutschlands. Die Warmfront überquert in den Morgenstunden den Norden und bringt
etwas Regen. An der Kaltfront sind die Niederschläge konvektiv durchsetzt, teils
auch mit Gewittern. Dabei kann es bei simulierten PPW Werten von über 40 mm zu
Starkregen bis in den Unwetterbereich kommen. Den CAPE Werte sind zwar nicht so
hoch, aber an der Front oder auf der Vorderseite sind auch linienhafte
Strukturen vorstellbar mit entsprechenden unwetterartigen Entwicklungen. Die
Front kommt nicht allzu flott voran, sie erstreckt sich am Abend vom Saarland
bis nach Mecklenburg.
Südöstlich davon dominiert im Rest des Landes immer noch Hochdruckeinfluss, und
je weiter man nach Osten kommt, umso sonniger wird es. Die Temperaturen steigen
dem entsprechend östlich und südöstlich der Front erneut auf 30 bis 36 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Basisfelder der Modelle stimmen recht gut überein. Beim Niederschlag gibt es
Unterschiede. Vor allem am Donnerstag und Freitag lässt das GFS die
Warmfrontniederschläge viel weiter nach Süden ausgreifen, während sie bei IFS
und ICON vor allem den Nordwesten betreffen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich