SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 180800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 18.03.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von Wa zu HFa
Anfangs meist keine markanten Wettergefahren. Am Freitagnachmittag und -Abend
ganz im Süden einzelne markante Gewitter möglich.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch… Ein kräftiger Höhenrücken reicht vom Azorenraum über Mitteleuropa
bis nach Westrussland, der eine Bodenhochdruckbrücke in ähnlicher Lage stützt.
Am Nordrand der Brücke greift die Kaltfront einer vom Skagerrak nach Estland
ziehenden Frontalwelle auf den Küstenbereich über, kommt aber abends vor einer
westlich des Ärmelkanals liegenden weiteren Frontalwelle zum Stillstand. Damit
fängt es im Küstenbereich im Tagesverlauf vorübergehend leicht zu regnen an. Im
Vorfeld der Front kommt es anfangs zu recht kräftigem Wind mit steifen Böen vor
allem an den westlichen Küstenabschnitten. Auf dem Brocken sind Sturmböen
möglich. In der Mitte und im Süden ist der Wind in tiefen Lagen überwiegend
schwach. Die Temperaturen sind mit Sonnenunterstützung vom südlichen
Norddeutschland bis zum Alpenraum frühlingshaft mit Werten zwischen 15 Grad im
Norden und 21 Grad im Südwesten. Ganz im Norden strömt etwas kühlere Luft ein
und sorgt für Werte zwischen 9 und 14 Grad.
Kommende Nacht bleibt die Front im Norden quasistationär liegen und sorgt im
Küstenbereich für meist leichten Regen. Lediglich an der Nordsee sind mal gut 5
Liter pro qm möglich. In der Mitte bleibt es locker und ganz im Süden gering
bewölkt. Hier kann es örtlich Bodenfrost geben (aber auch Nebel) und ansonsten
liegen die Tiefstwerte zwischen 4 und 8 Grad mit den höchsten Werten am Nordrand
der Mittelgebirge. Der Wind ist ganz im Norden noch zeitweise mäßig, in Böen
frisch, aber nicht mehr warnrelevant.

Donnerstag… wandert der Höhenkeil langsam nach Südosten und es spaltet sich
über Ungarn ein separates Höhenhoch ab. Damit geht das Geopotential von
Nordwesten her bei uns etwas zurück. Der Trog über Westeuropa tropft zum
Seegebiet westlich der Biskaya ab. Die über Norddeutschland leicht schleifende
Kaltfront kommt etwa bis zum mittleren Niedersachsen voran, so dass im äußersten
Norden die Bewölkung auflockert. Wie weit die frontale Bewölkung in Richtung
Mitte Deutschlands ausgreift ist noch unsicher, jedoch steigen auch entlang der
zentralen Mittelgebirge die Wahrscheinlichkeiten für dichte Wolkenfelder bzw.
gehen diese fließend in schwache bis mäßige Bergland-Konvektion über, die die
Mittelgebirge südlich der Front betrifft mit einem leicht erhöhten
Schauerrisiko. Gewitter sind aber angesichts einer Absinkinversion in gut 3000 m
Höhe unwahrscheinlich. Südlich der Donau bleibt es sonnig und trocken. Die
Höchstwerte spiegeln die zonale Ausrichtung der Strömung mit eingebetteter Front
wider mit 8 bis 12 Grad im Norden, 13 bis 17 Grad über der Mitte und 18 bis 21
Grad im Süden. Der Wind bleibt unbedeutend und dreht mehr auf nördliche
Richtungen, wobei die Richtungsänderung auf steigenden Luftdruck über
Nordwesteuropa und die Bildung einer blockierenden Antizyklone knapp
nordwestlich der Britischen Inseln hindeutet.

In der Nacht zum Freitag schwenkt der Resttrog aus dem oben beschriebenem
Abtropfprozesse zur Nordsee und Rückseitig verstärkt sich der Höhenkeil westlich
von Schottland. Dort intensiviert sich auch das Bodenhoch. Damit wird die
Kaltfront mit einem auf Nordost drehendem Wind langsam zum Nordrand der
Mittelgebirge gedrückt, so dass es von NRW bis zur Lausitz örtlich etwas regnet.
In der Südhälfte ist es locker und ganz im Süden ist es gering bewölkt. Hier
kann sich wieder örtlich Nebel bilden. Die Tiefstwerte liegen ganz im Süden und
im äußersten Norden um 2 Grad mit Bodenfrostgefahr und ansonsten erneut zwischen
7 und 4 Grad. Der Wind ist meist nur schwach und allenfalls an der Ostsee mäßig
bis frisch. Hier kommt er aus nordwestlicher Richtung.

Freitag… schwenkt der Randtrog von der Nordsee bis Tagesende nach
Norddeutschland und gleichzeitig wandert der Rücken langsam ostwärts zur
nördlichen Nordsee und dort spaltet sich ein Höhenhoch ab, das das Bodenhoch vor
Südnorwegen stützt (Großwetterlage nun „HFa“). Die über der Mitte Deutschlands
liegende Kaltfront wird noch etwas nach Süden gedrückt und zum Tagesende
erreicht sie etwa die Donau. Postfrontal sinken in T850 hPa die Temperaturen auf
0 Grad knapp südlich des Mains und bis -8 Grad an der dänischen Grenze. Mit der
Front gehen erneut nur leichte Regenfälle einher, die die Mitte und den Süden
betreffen und dort besonders nach Osten hin etwas stärker ausgeprägt sein
können.
Bei GFS entwickelt sich gegen Abend sogar ein kleines Tief an der Front mit
einzelnen Gewittern vor allem im Schwarzwald und in den Alpen mit erhöhten
Regenmengen. Gewitter sind nicht ganz von der Hand zu weisen, da auch ICON-Nest
am Hochrhein, im Alpenraum und im südlichen Bayerischen Wald welche im Programm
hat. Die Höchstwerte liegen in der Nordhälfte zwischen 7 Grad an der Nordsee und
12 Grad im Ruhrgebiet. Im Süden werden 13 bis 18 Grad und in Südostbayern
vielleicht nochmal 20 Grad erreicht. Der Wind weht schwach bis mäßig, an der See
auch frisch aus Nordost. Dort sind auch einzelne frische bis stark Böen möglich.

In der Nacht zum Samstag gehen die Temperaturen auf -1 Grad örtlich in Norden
und +6 Grad in Südbaden zurück. In der Nordhälfte ist bei teils geringer
Bewölkung recht verbreitet Bodenfrost zu erwarten. Leichte Schneefälle sind vor
allem im Raum Erzgebirge, Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald möglich.

Modellvergleich und -einschätzung

Die externen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich. Kleine
Differenzen sind nicht warnrelevant.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden