SYNOPTISCHE UEBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 12.10.2019 um 10.30 UTC

Unbeständig bei zurückgehenden Temperaturen.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 19.10.2019

Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Dienstag liegt Deutschland
vorderseitig eines sich über Westeuropa amplifizierenden Troges in einer
südlichen bis südwestlichen Strömung. Dabei werden warme Luftmassen (T850hPa 12
bis 16 Grad) herangeführt, so dass teilweise nochmals ein sommerlich geprägter
Tag ins Hause steht. Am Boden etabliert sich vorderseitig des Troges eine
Tiefdruckrinne nebst eingelagerter Front, die nachmittags allmählich auf den
Westen Deutschlands übergreift.
In der Nacht zum Mittwoch tropft der Trog schließlich über Südfrankreich ab und
zieht Richtung Burgundische Pforte. Die Niederschläge weiten sich bis in die
Mitte Deutschlands aus, wobei diese gebietsweise auch kräftiger ausfallen
können.

Am Mittwoch verlagert sich das Höhentief über Baden-Württemberg nach Bayern und
auch die Tiefdruckrinne macht Boden nach Osten hin gut, so dass sich der Regen
in den Osten Deutschlands verlagert. Dort lagert anfangs noch warme Luft, die
aber postfrontal von Westen her durch kühlere Meeresluft ersetzt wird (T850hPa 4
bis 8 Grad). In der Nacht zum Donnerstag wird das Höhentief unter Abschwächung
nach Polen geführt, allerdings greift schon das okkludierende Frontensystem
eines Sturmtiefs nordwestlich der Hebriden auf die Westhälfte Deutschlands über.

Der Nordwesteuropäische Trog schwenkt am Donnerstag sukzessive westwärts und die
Achse eines daraus entstehenden Randtroges überquert am Freitag Deutschland. Die
über Westdeutschland liegende Okklusion verlagert sich von der Nordwesthälfte
Deutschlands am Donnerstag südostwärts und erfasst am Freitag auch den Südosten
mit etwas Regen. Rückseitig strömt nochmals etwas kühlere Luft ein (T850 2 bis 6
Grad).

Am Wochenende verlagert sich der Trog mehr und mehr Richtung Süd- und
Mitteleuropa, wobei sich über der Nordsee ein Höhentief ausbildet. Der
wechselhafte Wettercharakter bleibt somit erhalten.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Die Konsistenz des aktuellen Laufs des IFS kann nicht als gut bewertet werden,
wenngleich sich diese etwas besser als gestern darstellt. Im Unterschied zu den
gestrigen Läufen tropft der westeuropäische Trog nicht zu den Alpen ab, sondern
zieht auf einem nördlicheren Kurs über Süddeutschland hinweg und wird in der
südwestlichen Strömung rascher nach Nordosten geführt. Die über Deutschland
liegende Tiefdruckrinne wird schneller aus Ostdeutschland abgedrängt, allerdings
greifen dann die mit dem okkludierenden Frontensystem eines Sturmtiefs über dem
nördlichen Atlantik verbundenen Niederschläge schneller auf Westdeutschland
über. Auch im weiteren Verlauf führen die Unterschiede im zeitliche Ablauf und
die Ausprägung der Trogstrukturen zu Vorhersageunsicherheiten.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Der Vergleich mit den Globalmodellen ICON und GFS offenbart schon bei der
Position und Verlagerung des Höhentiefs, nachfolgend auch bei der Verlagerung
der Tiefdruckrinne Unterschiede. Am schnellsten wird die warme Luft von ICON
ostwärts abgedrängt. Beim zeitlichen Ablauf des nachfolgenden Frontensystems
nähern sich GFS und IFS etwas an, ICON hingegen lässt die Niederschläge später
hereinkommen.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen ausgewählter deutscher Städte zeigen bis Dienstag noch einen
einigermaßen gut gebündelten Verlauf, bevor dann der Spread zunimmt. Dabei sind
der Haupt- und Kontrolllauf mittig bzw. im unteren Drittel zu finden. Insgesamt
ist das Temperaturniveaus auf absteigendem Ast, was die deterministische Aussage
stützt. Zum Mittwoch nehmen die Niederschlagssignale insgesamt zu.
In der Clusteranalyse ergeben sich im Zeitraum 120 168h 3 Cluster, von denen der
erste Cluster mit 24 Membern auch den deterministischen und den Kontrolllauf
enthält und dem Blocking-Regime zugeordnet ist. Die beiden anderen Cluster (17,
10 Member) favorisieren eine positive NAO. Deutschland liegt insgesamt mehr oder
weniger trogvorderseitig in südwestlicher Strömung. Im Zeitraum 192 240h werden
erneut 3 Cluster gebildet mit stark variierenden Trog-Rücken-Strukturen. Der
Kontroll- und deterministsche Lauf sind dem dritten Cluster zugeordnet (15
Member, gegen 18,18) in der die Austrogung über West/Mitteleuropa weit nach
Süden erfolgt und die obigen Aussagen stützt.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Dienstag gibt es seitens des EFI Signale für eine positive
Temperaturanomalie. Darüberhinaus können vor allem im Bergland einzelne
stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen auftreten. Auch an der See, bevorzugt
an der Nordsee sind einzelne stürmische Böen zu erwarten. Die Probabilistik
seitens EZ-EPS gibt hierzu schwache Hinweise, der EFI nicht.
Für die Nacht zum Mittwoch und Mittwoch geben Cosmo-Leps und EZ-Eps geringe
Wahrscheinlichkeiten für Starkregen mit mehr als 25 l/qm, auch einzelne Gewitter
sind nicht ganz auszuschließen.

Basis für Mittelfristvorhersage
EZWM, EPS, Mos

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Peggy Hofheinz