SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 280800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 28.03.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
NE a
Heute noch keine markanten Wettergefahren. In der Nacht zum Sonntag im Norden
auffrischender Wind, an der Küste aufkommend Sturmböen Bft 8/9. Am Sonntag im
gesamten Norden, Westen und in Teilen der Mitte bis in tiefe Lagen stürmische
Böen, an der Küste und auf höheren Berggipfeln Sturmböen bis Bft 9. In der Nacht
zum Montag in höheren Berglagen Süddeutschlands Sturmböen bis Bft 9. An den
Alpen Schneefall, in Staulagen mehr als 10 cm Schnee innerhalb von 12 Stunden.
Außerdem wieder durchweg leichter bis mäßiger Frost.
Am Montag an den Alpen weitere Schneefälle, erneut in Staulagen um 10 cm
Neuschnee möglich. In der Nacht zum Dienstag leichter bis mäßiger, in
Erdbodennähe im Osten und Süden Deutschlands zum Teil strenger Frost.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag… liegt Deutschland anfangs noch unter einer Brücke hohen
Geopotentials, die eine Verbindung zwischen dem blockierenden Hoch nordwestlich
von Schottland und dem Höhenrücken über der unteren Wolga darstellt. Diese
Brücke weist in ihrem mittleren Teil, d.h. über der Nordsee und Mitteleuropa,
eine schwache Stelle auf. In diese stößt vom Nordmeer ein Trog herein, der zuvor
arktische Polarluft aus dem ostgrönländischen Raum anzapfen konnte. Dieser Trog
weitet sich bis zum Abend bis in die südliche Nordsee aus.
Südwestlich von Island hat sich ein kräftiges Bodenhoch (Mehr als 1050 hPa)
etabliert. Zwischen diesem Hoch und einem Tief über dem Weißen Meer und einer
sich daran anschließenden, bis nach Südosteuropa reichenden flachen
Tiefdruckrinne wird der Weg frei für arktische Polarluft, die nach Mitteleuropa
vorstößt. Dies geschieht in Form einer Kaltfront, die etwa ab dem Abend auf den
Nordwesten Deutschlands übergreift und bis zum Abend bereits den
Mittelgebirgsraum erreicht. Diese Front weist einen stabilen aktiven Charakter
auf, bereits präfrontal dreht der Wind auf Nord und frischt auf, aber für
warnrelevante Böen sollte es nur in Nordseenähe (auf den Inseln bis Bft 8)
reichen. Ansonsten beschränkt sich die Wetterwirksamkeit der Front auf ein paar
Wolkenfelder.
Bei ansonsten nahezu ungehinderter Sonneneinstrahlung sind präfrontal noch
einmal Höchstwerte zwischen 15 und 19 Grad zu erwarten, wogegen nach Passage der
Kaltfront ein Temperaturrückgang auf 6 bis 11 Grad erfolgt.
In der Nacht zum Sonntag greift der Trog auf den Nordwesten Deutschlands über.
Dabei hängt dessen Achse in höheren Troposphärenschichten etwas zurück.
Vorderseitige Hebung lässt im Norden schauerartige Niederschläge aufkommen, die
bis in tiefe Lagen als Schnee fallen. Dabei besteht Glättegefahr durch
Schneematsch.
Ausgehend von dem o.g. Bodenhoch schiebt sich ein kräftiger Keil nach
Südskandinavien. An dessen Südostflanke legt der Gradient zu, so dass im Norden
bis weit ins Binnenland hinein bei einem aus Nordost auffrischenden Wind
Windböen und an der gesamten Küste Sturmböen bis Bft 9 aufkommen. In exponierten
Küstenlagen an der Ostsee sind auch schwere Sturmböen bis Bft 10 nicht
auszuschließen.
In der Mitte und im Süden ist die Gradientzunahme nicht so ausgeprägt, so dass
es für warnrelevante Böen (bis Bft 8) wahrscheinlich nur auf exponierten
Berggipfeln reicht. Leichter Frost sollte dabei auf das Bergland beschränkt
bleiben. Aufgrund möglicher Niederschläge zuvor kann in Berglagen Glätte nicht
ganz ausgeschlossen werden.

Sonntag… dringt der Trog bis in die Mitte Deutschlands vor. Mit diesem Trog
setzen auch in den mittleren Teilen Deutschlands schauerartige Niederschläge
ein. Bei 850-er Temperaturen, die auf -7 bis -10 Grad sinken, gehen diese
Niederschläge bis in Lagen von 200 bis 400 m in Schnee über, der oberhalb von
etwa 600 m liegen bleibt. Im Oberharz können mehr als 10 cm innerhalb von 12
Stunden zusammenkommen. Im Süden trifft die Kaltfront auf die Alpen und wird
hierdurch aktiviert, wodurch ebenfalls zeitweise Niederschläge zu erwarten sind.
Allerdings liegt ganz im Süden die Schneefallgrenze zunächst noch höher und
sinkt erst zum Abend hin in Lagen unterhalb von 1000 m ab. Kräftige
Kaltluftadvektion und hieraus resultierendes Absinken lässt im Tagesverlauf von
Norden und Nordwesten her die Wolken alsbald auflockern.
Mit dem nunmehr auf die Ostsee übergreifenden Bodenkeil frischt im gesamten
Norden, Westen und in Teilen der Mitte der Wind aus Nord bis Nordost auf, so
dass Windböen und gestützt durch den Tagesgang stürmische Böen bis Bft 8
auftreten. An der See und auf höheren Berggipfeln muss mit Sturmböen bis Bft 9
gerechnet werden. Relativ windschwach bleibt es dagegen im Süden und Südosten
Deutschlands.
Mit Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad wird es spürbar kühler als bisher.
Oberhalb von etwa 800 m stellt sich leichter Dauerfrost ein.
In der Nacht zum Montag schwenkt der o.g. Trog in den Südosten Deutschlands.
Kräftige Kaltluftadvektion bewirkt ein Schwenken des Bodenkeils in die Mitte
Deutschlands hinein. Im Bereich dieses Keils erfolgt eine Wetterberuhigung. An
dessen Südflanke legt jedoch der Gradient zu, so dass im süddeutschen und
anfangs auch im östlichen Bergland Wind- und stürmische Böen bis Bft 8 und auf
exponierten Gipfeln Sturmböen bis Bft 9 auftreten. Außerdem verstärken sich
staubedingt die Schneefälle an den Nordseiten der östlichen Mittelgebirge und an
den Alpen. Während es in den Mittelgebirgen nur für wenige Zentimeter Schnee
reicht, können an den Alpen durchaus deutlich mehr als 10 cm Schnee innerhalb
von 12 Stunden zusammenkommen. Ausgangs der Nacht lässt jedoch Warmluftadvektion
von der Nordsee her erneut Niederschläge aufkommen, die weiter landeinwärts
durchweg als Schnee fallen und für Glätte sorgen können. Flächendeckend ist
wieder leichter bis mäßiger Frost zu erwarten. Aufgrund vorheriger Niederschläge
besteht gebietsweise Glättegefahr.

Montag… schwenkt der wetterbestimmende Trog zu den Alpen. Nachfolgend gelangt
Deutschland unter eine nördliche bis nordöstliche, leicht antizyklonal gekrümmte
Strömung. Die aus der Warmluftadvektion resultierenden Niederschläge, die an ein
schwaches, mittlerweile okkludiertes Frontensystem gekoppelt sind, greifen unter
Abschwächung auf den gesamten Norden, Westen und die mittleren Teile
Deutschlands über. Dabei fällt bis in tiefe Lagen Schnee. Allerdings bleibt
hiervon kaum etwas liegen. An den Alpen lassen hingegen die Schneefälle im
Tagesverlauf nach. Bis dahin können dort in Staulagen noch einmal um 10 cm
Neuschnee zusammenkommen.
Im weitaus größten Teil Deutschlands ist der von dem kräftigen Hoch westlich der
Britischen Inseln ausgehende Keil wetterwirksam, in dessen Bereich sich über
Mitteleuropa geringe Luftdruckgegensätze abzeichnen. Abgesehen vom Nordwesten,
Westen, Süden und Südosten Deutschlands sind daher längere sonnige Abschnitte zu
erwarten. In der eingeflossenen arktischen Polarluft erreichen die
Tageshöchsttemperaturen jedoch nur noch 3 bis 8 Grad. Oberhalb von etwa 800 m
hält sich leichter Dauerfrost.
In der Nacht zum Dienstag lassen die Niederschläge auch über den mittleren
Teilen Deutschlands vollends nach. Absinken im Bereich des o.g. Bodenhochkeils
lässt den Himmel verbreitet aufklaren, so dass durchweg leichter bis mäßiger
Frost zu erwarten ist. Im Osten, ganz im Süden sowie im östlichen
Mittelgebirgsraum ist in Erdbodennähe durchaus auch strenger Frost möglich.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 270800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
HFa

Anfangs ruhiges Wetter und nur auf exponierten Gipfeln im Südosten Böen Bft 8
bis 9.

Ab Sonntag von Nord nach Süd Schnee und Schneeregen bis in tiefe Lagen und an
der See und in den Kammlagen aufkommende stürmische Böen und Sturmböen. In
einigen Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen ab Sonntagnachmittag/Abend
mehr als 10 cm Neuschnee möglich.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag… Im Wesentlichen wird das Wetter in Deutschland heute noch durch die
von Osteuropa über Südschweden und Schottland bis in den Raum Azoren reichende
Hochdruckzone bestimmt. Ein kleines Cut-Off-Tief über der zentralen Ostsee wird
in die nördliche Frontalzone aufgenommen und sorgt anfangs im äußersten
Nordosten noch für Wolkenfelder. Ansonsten ist es heute überwiegend sonnig, wenn
man von lockeren Wolkenfeldern im Süden absieht. Der Wind ist anfangs an der
Südflanke der Hochdruckzone noch recht kräftig im Bereich der östlichen und
südöstlichen Mittelgebirge und der Berchtesgadener Alpen mit steifen Böen vor
allem in höheren Lagen. Auf exponierten Gipfeln des Bayerischen Waldes und der
Alpen kann es stürmische Böen geben. Ansonsten ist der Wind zeitweise mäßig, in
Böen frisch aus Ost bis Nordost. Gegen Abend wird der Wind mit Abschwächung der
Hochdruckzone schwächer. Nachmittags ist es recht mild mit Werten zwischen 13
Grad ganz im Norden und 17 Grad im Ruhrgebiet. Lediglich an der Nordsee werden
nur Werte um 10 Grad erreicht.

In der Nacht zum Samstag macht der Kaltluftausbruch und die damit verbundene
Austrogung über dem Nordmeer Fortschritte. Das neue Hoch südlich von Island
(Kaywan) verstärkt sich trogrückseitig immer mehr und erreicht nach ICON 1048
hPa! Bei uns kommt die kalte Luft aber noch nicht an, immerhin frischt der Wind
an der Südostflanke des Hochs auf und dreht auf Nord über der Deutschen Bucht.
Für warnwürdige Böen sollte es aber noch nicht reichen. Dafür reicht es
insbesondere im Norden und Osten für leichten Frost, der sich in den übrigen
Regionen eher aufs Bergland und auf Bodennähe beschränkt. Ob die Luft bis dahin
so feucht ist, um Nebelfelder entstehen zu lassen (wie von einigen Modellen und
bedingt auch MOS angezeigt), ist fraglich. Am ehesten könnte Nebel im Thüringer
Becken und am Nordrand der Mittelgebirge entstehen.

Samstag… verstärkt sich die hochreichende Antizyklone bei Island weiter auf
mehr als 1050 hPa. Dagegen schwächelt die Hochdruckzone über Mitteleuropa und
die Vordergrenze der kalten Polarluft, die an der Ostflanke des Hochs nach Süden
vorstößt, erreicht Südskandinavien. Sie wird markiert durch die Kaltfront eines
Sturmtiefs, dass von Lappland in die Barentssee zieht. Der nachfolgende Trog
weitet sich stark nach Süden aus, wobei ein Höhentrog über die Nordsee nach
Nordengland reicht.
Außer dass der Nord- bis Nordwestwind über der Nordsee, angetrieben durch die
Gradientverschärfung am Rande des Hochs, weiter auffrischt und erste 7er Böen
zustande bringt, halten sich die Auswirkungen der beschriebenen Ereignisse für
uns tagsüber noch in Grenzen.
Bei geringem Gradienten, sowohl am Boden als auch in der Höhe, passiert
wettertechnisch hier nicht viel.
Zwar dreht der Wind auf nördliche Richtungen, aber erst langsam beginnt die
850-hPa-Temperatur im Norden unter 0°C zu sinken. Das eröffnet die Chance, dass
in der Südhälfte die Temperatur noch mal auf 15 bis 19°C steigt. Die Nordhälfte
muss sich mit 10 bis 14°C begnügen und an der Küste sind auch einstellige Werte
möglich.

Wettermäßig lässt sich trotz einiger Wolkenfelder zeitweise die Sonne blicken.
Ob es am Alpenrand oder auch über dem Südschwarzwald bzw. der Schwäbischen Alb
sogar für einen Schauer reicht (IFS, GFS), muss abgewartet werden. Zwar nimmt
die Labilität etwas zu (T850 um +3°C, T500 um -22°C), allerdings ist die Luft
trocken (PPW um 10 mm). Windwarnungen dürften – abgesehen von den schon
erwähnten Böen über der Nordsee – nicht fällig werden.

In der Nacht zum Sonntag kommt die arktische Polarluft nach Deutschland rein.
Bis zum Morgen sinkt die 850-hPa-Temperatur im äußersten Norden auf etwa -8°C,
die 0°C-Isotherme liegt knapp nördlich der Donau.
An der See wird es mit Winddrehung auf Nordost bis Nord windiger (7-8 Bft in
Böen, an der Ostsee Samstagfrüh vielleicht sogar 9er Böen), im nördlichen
norddeutschen Binnenland mehren sich die steifen Böen 7 Bft. Außerdem setzt von
der Ostsee her leichter Niederschlag ein, der sich langsam südsüdwestwärts
ausbreitet und teilweise in Schnee oder
zumindest Schneeregen übergeht. In den mittleren Landesteilen, eventuell auch im
Südwesten, sind mit Annäherung des Troges ebenfalls Schauer, im höheren Bergland
als Schnee, denkbar (vor allem von Euro 4 gezeigt). Frost tritt besonders im
Bergland auf, Bodenfrost dürfte aber großflächiger ein Thema werden.

Sonntag… verstärkt sich die Kaltluftzufuhr aus Norden bis Nordosten nach
Deutschland hinein noch. Die Temperaturen sinken im Norden in 850 hPa auf unter
-10 Grad, im Süden auf -2 bis -7 Grad. Der Höhentrog kommt nur langsam nach
Süden voran und weitet sich dabei über Frankreich zur Biskaya aus.
Unmittelbar vor dem Trog breiten sich schauerartige Niederschläge vom Norden bis
zur Mitte aus, wobei bis tiefe Lagen Schneeregen oder Schnee möglich ist, Glätte
ist wohl tagsüber nur in Lagen ab 400 bis 600 m ein Thema.
Auch ganz im Süden setzen Niederschläge ein, die dort oberhalb 800 m abends in
Schnee übergehen.
Der äußerste Nordwesten und Norden sind dann schon rückseitig des Troges unter
kräftigem Absinken, so dass dort auch länger die Sonne scheint. Ansonsten kommt
die Sonne nur gelegentlich zum Vorschein.
Von den hohen Temperaturen der letzten Tage ist nicht mehr viel zusehen. Im
Südosten, wo die Kaltluft zuletzt ankommt, sind vielleicht nochmal 10 bis 13
Grad drin. Sonst bleiben die Werte einstellig und im Nordosten ist schon bei
Maxima um +5 Grad Schluss.
Dafür sorgt das starke Hoch für einen kräftigen Gradienten, der in der
Nordwesthälfte verbreitet steife, exponiert stürmische Böen zur Folge hat. An
den Küsten sind häufiger 8 Bft und exponiert Sturmböen an der Tagesordnung
ähnlich wie auf einigen Berggipfeln.

In der Nacht zum Montag breitet sich vorübergehend ein Hochkeil zum zentralen
Deutschland aus und dort verschwinden die Wolken. Im Süden bleibt es
trogvorderseitig noch bewölkt mit Schneefällen. Im Nordwesten ziehen im Bereich
eines kleinen Tiefs über der Nordsee WLA-bedingt Wolken auf und nachfolgend kann
es etwas schneien, an der Nordsee später auch regnen. Verbreitet gibt es Frost
zwischen -1 und -5 Grad, in der Mitte auch zwischen -5 und -9 Grad. Über Schnee
ist im östlichen Mittelgebirgsraum auch strenger Frost möglich. Der Wind
schwächt sich ab und ist meist nicht mehr warnwürdig.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich.

Ab Sonntagnachmittag sind in einigen Staulagen der Mittelgebirge und auch der
Alpen mehr als 5 cm Neuschnee in 6 Stunden bzw mehr als 10 cm in 12 Stunden
möglich (CosmoLEPS).

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 250800 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T 
ausgegeben am Mittwoch, den 25.03.2020 um 08 UTC 

GWL und markante Wettererscheinungen: 
GWL: HFa (Hoch Fennoskandien antizyklonal) 

Bis auf Weiteres von Osten her Kontinentalluft, die step by step etwas feuchter 
und wärmer wird. Trotzdem weiterhin Nachtfrost, wenn auch allmählich 
abschwächend. Vor allem im Süden, bedingt auch in der Mitte gebietsweise windig, 
in höheren Lagen teils stürmisch.  

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC 
————————————————————– 
Mittwoch… steht weiterhin im Zeichen trocken-kalter Kontinentalluft, die 
schier unaufhörlich von Osten her zu uns strömt und für raue Hände sorgt. Wie 
und warum das so ist, wer der Absender ist usw., dazu später mehr. Zunächst mal 
der Blick in die mittlere und obere Troposphäre, wo wir – wenn man so will – 
aktuell eine High-Over-Low-Situation anfinden: auf der einen, der nördlichen 
Seite ein langgestreckter Rücken mit elliptisch abgeschlossenem 
Potenzialmaximum, das heute früh von der südwestlichen Nordsee bis vor die 
baltische Küste reicht (500 hPa, 570 gpdm). Auf der anderen, der südlichen Seite 
ein elliptisches Höhentief mit Kern über der Toskana. Während die Achse des 
Rückens im Tagesverlauf geringfügig nach Norden rückt, zieht es das Höhentief 
gen Korsika. Dabei kippt die anfangs weitgehend zonal exponierte Längsachse 
gegen den Uhrzeigersinn in eine zunehmend meridional ausgerichtete Stellung, was 
dazu führt, dass vom Balkan her ein Randtrog in Marsch gesetzt wird. Dieser 
erreicht in den Abendstunden Niederösterreich und die Steiermark bzw. die 
benachbarte Slowakei. Ungeachtet dessen herrscht über Deutschland tagsüber eine 
leidliche ost-nordöstliche Höhenströmung, die in den nächsten Stunden leicht 
zunimmt. 
Auf das Wetter in den unteren Luftschichten hat das Ganze zunächst nur geringe 
bis gar keine Auswirkungen. Okay, mit Annäherung des Troges setzt im äußersten 
Südosten eine allmähliche Labilisierung der Luftmasse ein, aufgrund der 
andauernden Trockenheit (die Taupunkte verbleiben landesweit und von wenigen 
Ausnahmen abgesehen um -10°C, teils noch darunter) reicht es aber allenfalls für 
ein paar gequälte flache Cumuli sowie vielleicht einige wenige mittelhohe oder 
hohe Wolkenfelder, die von Österreich herüberdriften. Darüber hinaus sieht es 
auch heute wieder mau aus, was die Wolkenausbeute angeht. Einige charmante und 
transparente Cirren im Nordwesten, ansonsten nichts, nothing, nichego, 
stattdessen Sonne satt. Die braucht es aber auch, um die frostigen 
Frühtemperaturen (auch heute Morgen wieder verbreitet leichter bis mäßiger, ganz 
lokal sogar strenger Frost) zu liften, was mal mehr, mal weniger gut gelingt. Am 
besten klappt es mit der Erwärmung im Westen und Nordwesten, wo die 10°C-Marke 
um 1 bis 2, bestenfalls mal 3 Grad überschritten wird, was man von einem 25. 
März aber auch erwarten darf. So gar nicht in Schwung hingegen kommt das 
Quecksilber im östlichen Alpenvorland, wo bei 3, vielleicht 4°C Schluss ist – 
immerhin über null. 
Kommen wir abschließend noch zu dem Parameter, der heute tagsüber die einzigen 
Warnungen erfordert, dem Wind. Er wird generiert vom nach wie vor mit seinem 
Zentrum über Belarus verorteten Hoch JÜRGEN (der „Sack“ hat uns die Kälte 
gebracht) sowie tiefem Luftdruck über Süd- und Südwesteuropa. Der daraus 
resultierende Gradient verschärft sich im Zuge leichten Druckfalls noch etwas, 
was vor allem Süddeutschland zugutekommt (okay, ab das gut oder eher schlecht 
ist, mag jeder mit sich selbst ausmachen). In weiten Teilen des Alpenvorlands 
(allerdings nicht in der Nähe des Alpenrands) bis hinüber zur Schwäbischen Alb 
und zum Schwarzwald bzw. zum Hochrhein frischt der Ost-Nordostwind merklich auf 
mit steifen Böen 7 Bft. Auch in den ostbayerischen Mittelgebirgen reicht es in 
„günstig“ geschnittenen Täler mit Ost-West-Ausrichtung für die eine oder andere 
Böe 7 Bft, in höheren Lagen auch 8 Bft. Ansonsten sind weiter nördlich bis zur 
Mitte hin auch Böen 7 Bft möglich, allerdings nicht so flächig und häufig wie 
weiter südlich, so dass man auf Warnungen durchaus verzichten kann. Im 
Hochschwarzwald lässt die Bise tagsüber etwas nach, für stürmische Böen 8 Bft in 
exponierten Kamm- und Kuppenlagen reicht es aber noch.  

In der Nacht zum Donnerstag erreicht der nach Nordosten zurückhängende, sich 
noch etwas intensivierende Randtrog den Vorhersageraum. Mangels passenden 
Treibstoffs verkommt der optisch durchaus ansprechende Trog zu einem zahnlosen 
Tiger ohne jegliche Wirkung, zumal vorderseitig auch noch KLA wirksam ist. 
Lediglich im rückseitigen WLA-Gebiet schaffen es einige hohe und mittelhohe 
Wolken in den Südosten. Ob dabei auch tiefe Bewölkung am Start sein wird, ist 
noch offen. EURO4 sowie das polnische UM senden durchaus signifikante Signale, 
andere Modelle wiederum fallen diesbezüglich durch extreme Lustlosigkeit auf. 
Wie auch immer, abgesehen von Trog ändert sich kaum etwas an der großräumigen 
Strömungskonfiguration, so dass weitestgehend der Tagesgang die Abläufe 
bestimmt. Dabei sind zwei Dinge von Bedeutung: Zum einen sorgt die zunehmende 
Abkopplung der Grundschicht für eine Windabnahme in tiefen Lagen, während in 
exponierten Hochlagen mit Hilfe von Low-Level-Effekten eine Zunahme zu erwarten 
ist (8-9 Bft, vereinzelt vielleicht sogar 10 Bft). Betroffen sind die südlichen 
und zentralen Mittelgebirge sowie der Brocken. Der zweite wichtige Punkt ist die 
abermalige Abkühlung infolge klarer bzw. gering bewölkter Verhältnisse. Zwar 
lässt sich gegenüber den Vornächten eine gewisse Frostabschwächung nicht leugnen 
(Gründe gibt´s verschiedene: höhere Tageserwärmung, etwas Wind, gebietsweise 
Wolken), gleichwohl dürfte der größte Teil des Landes auch morgen früh wieder 
negative Zahlen auf der Temperaturskala ablesen (überwiegend leichter, 
stellenweise aber auch noch mal mäßiger Frost). Frostfrei bleibt es an 
Küstenabschnitten mit auflandigem Wind sowie teilweise am Rhein und seinen 
Nebenflüssen.  

Donnerstag… schwenkt der Randtrog nach Westen durch, verliert dabei aber seine 
nordöstliche Spitze, sprich, über Nordpolen bzw. der Ostsee kommt es zu einem 
Cut-Off. Klingt spannend, ist es aber nicht, scheint doch auch morgen – trotz 
einiger trogrückseitiger (WLA) Wolkenfelder insbesondere im Süden sowie der 
Mitte, vielerorts wieder die Sonne. Zwar wird die nach wie vor von Osten 
einströmende Luftmasse kontinuierlich etwas feuchter, die Taupunkte bleiben aber 
negativ, wenn auch nicht mehr zweistellig. Somit wird es auch für tiefe Wolken 
schwer, einen Fuß in die Tür bei uns zu bekommen, meist dürften die Wolkenfelder 
im hohen und mittelhohen Bereich ihren Weg suchen und auch finden. 
Die Druckverteilung ändert sich insofern etwas, als dass wir nun mehr auf die 
Südflanke einer Brücke gelangen, die Dauerbrenner JÜRGEN im Osten mit einem Hoch 
über dem nahen Ostatlantik verbindet. KEYWAN heißt der Zeitgenosse, der morgen 
Mittag mit einer kleinen, eher unscheinbar anmutenden 1030-hPa-Isobare 
west-nordwestlich von Irland aufwartet. Von ihm wird in den nächsten Tagen noch 
die Rede sein, wobei er – so viel sei an dieser Stelle schon verraten – 
sicherlich nicht jedermanns Freund werden wird (siehe Synoptische Übersicht 
Mittelfrist, Ausgabe heute Mittag). Zwischen der Brücke und verschiedenen Tiefs 
über dem Mittelmeer wird weiterhin eine nicht unflotte, durch den Tagesgang 
animierte östliche Bodenströmung generiert, in der der Wind wieder gebietsweise 
böig und spürbar auflebt. Während heute der schärfste Gradient im Süden zu 
finden ist, wird er morgen über der Mitte sowie im Südosten erwartet. Vor allem 
im Osten und Südosten Bayerns ist vermehrt mit Böen 7 Bft, in höheren Lagen 8 
bis 9 Bft zu rechnen. Aber auch in Mitteldeutschland stehen einige steife Böen 7 
Bft auf der Karte, auf dem Brocken und dem Fichtelberg Böen 8-9 Bft. Ansonsten 
gilt es nur noch zu konstatieren, dass es mit ansteigender 850-hPa-Temperatur 
(von -7 bis 0°C am Morgen auf -2 bis +1°C am Abend) auch in den Sphären, in 
denen sich der Mensch für gewöhnlich aufhält – die Rede ist von den bodennahen 
Luftschichten – wärmer wird. So steigt die 2m-Temperatur bis zum Nachmittag auf 
6 bis 13°C, wobei die Areale mit zweistelligen Höchstwerten gegenüber heute 
zunehmen. 

Kommen wir zur Nacht auf Freitag, in der sich bei wenig veränderter Wetterlage 
die bekannten Muster der Vornacht wiederholen: Windabschwächung unten, z.T. 
leichte Zunahme oben und allgemeine Abkühlung. Dabei muss allerdings betont 
werden, dass die Abkühlung aufgrund der vielerorts höheren Tagestemperatur, der 
zunehmenden Anfeuchtung der Luftmasse, durchziehenden Wolkenfeldern sowie 
gebietsweise etwas Wind deutlich schwächer ausfällt als zuvor. Die Gebiete, in 
denen es frostfrei bleibt, nehmen deutlich zu. Allerdings fällt es aus heutiger 
Sicht schwer, belastbare Aussagen über die räumliche Verteilung von Frost und 
Nicht-Frost zu treffen. Nur so viel, für mäßigen Frost unter -5°C wird es sehr 
wahrscheinlich nicht mehr reichen. 
Vom Bayerischen Wald über die fränkischen Mittelgebirge und das Erzgebirge bis 
zum Oberharz kommt es in Kamm- und Kuppenlagen zu stürmischen Böen oder 
Sturmböen 8-9 Bft.  

Freitag… verlagert sich die Hochdruckbrücken noch ein kleines Stück nach 
Norden, wobei erste Sollbruchstellen über der (nördlichen) Nordsee erkennbar 
sind. Inzwischen hat sich der „linke Brückenpfeiler“, gemeint ist das Hoch über 
dem Ostatlantik, nicht nur vergrößert, sondern auch gekräftigt. So dürfen wir 
spätestens am Abend, wahrscheinlich aber schon etwas eher eine angeschlossene 
1040-hPa-Isobare auf den Wetterkarten begrüßen, was aber noch keinesfalls das 
Ende der Fahnenstange darstellt. An der Ostabdachung des Hochs, das zunehmend 
von einem sich aufwölbenden Rücken gestützt und auch gefördert wird, setzt in 
der weit nördlich verlaufenden Frontalzone eine Austrogung ein, die die o.e. 
Sollbruchstelle im Laufe des Wochenendes schamlos nutzen wird, um seine polaren 
und damit kalten Fühler bis nach Mitteleuropa respektive Deutschland 
auszustrecken. 
Bevor es soweit ist, steht uns aber noch ein ziemlich passabler Freitag ins 
Haus, dem man regionsweise ohne rot zu werden sogar das Attribut 
„vorfrühlingshaft“ anheften kann. Nach wir vor driften mit der sich 
abschwächenden östlichen Höhenströmung Wolkenfelder gen Westen, die 
unterschiedlich dicht sind, der Sonne aber trotzdem häufig Platz zur Entfaltung 
bieten. Dabei steigt die Temperatur auf 11 bis 16°C, mit Hilfe von Leeeffekten 
punktuell vielleicht sogar 17°C. Etwas gekniffen sind die Küstenregionen und 
Inseln, wo der Nordostwind direkt von der See her weht. Dort liegen die 
Höchstwerte gerade mal um 8°C, wohingegen die Nordfriesischen Inseln und die 
Halligen aufgrund des von Jütland herüberwehenden Windes auf zweistellige Maxima 
etwas über 10°C hoffen dürfen. 
Thema Wind, der weiterhin aus östlichen Richtungen kommt, aufgrund des leicht 
auffächernden Gradienten aber etwas an Bewegungsenergie abgeben muss. Das 
Maximum liegt nach wie vor in einem gekrümmten Korridor, der von Ostbayern bis 
nach Mitteldeutschland bzw. zum Harz reicht. Böen 7 Bft treten an ehesten noch 
mal von Niederbayern über die Oberpfalz bis nach Oberfranken auf, in höheren 
Lagen je nach Exposition Böen 8-9 Bft.  

Modellvergleich und -einschätzung 
————————————————————– 
Die Modelle betrachten die Angelegenheit als Gemeinschaftsprojekt, das keine 
abweichenden Meinungen duldet. Kleine Unschärfen betreffen am ehesten noch die 
Parametrisierung der erwähnten Wolkenfelder, was akademisch zwar interessant, 
warntechnisch aber nur im Hinblick auf Frost ja/nein relevant ist.  

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach 
Dipl. Met. Jens Hoffmann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 240800 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T 
ausgegeben am Dienstag, den 24.03.2020 um 08 UTC 

GWL und markante Wettererscheinungen: 
HF a 
Ruhige Hochdruckrandlage. Heute auf Schwarzwaldgipfeln, am Mittwoch und 
Donnerstag in den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge und zum Teil in 
Niederbayern stürmische Böen, exponiert Böen bis Sturmstärke. In den Nächten im 
Osten, Süden und in Teilen der Mitte mäßiger, in Erdbodennähe strenger Frost. 

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC 

Dienstag… liegt Deutschland an der Südflanke eines Höhenkeils, der sich vom 
Seegebiet südlich der Azoren über England und Südschweden hinweg bis zur unteren 
Petschora erstreckt. Dieser Keil wird flankiert durch Höhentiefs über der Adria 
und Westrussland. Die Frontalzone verläuft über Schottland und Nordskandinavien 
hinweg in die Karasee. Durch den Keil wird ein ausgedehntes Bodenhoch mit 
Schwerpunkt unmittelbar östlich von Polen gestützt. Aus diesem fließt 
kontinentale Polarluft aus. Im Randbereich dieses Hochs erfolgt großräumiges 
Absinken, so dass es nahezu wolkenfrei bleibt. Nach Südwesten hin ist etwas 
Gradient vorhanden, so dass, gestützt durch den Tagesgang und ageostrophisch 
etwas verstärkt, Windböen, in den Hochlagen des Schwarzwaldes, der Alb und im 
Allgäu stürmische Böen und exponiert Sturmböen bis Bft 9 auftreten. Die 
Tageshöchsttemperaturen erreichen 3 bis 9, allenfalls in Rheinnähe und ganz im 
Nordwesten Werte um 10 Grad. 
In der Nacht zum Mittwoch festigt sich das Hoch unmittelbar östlich von Polen, 
wodurch bodennah weiterhin Polarluft advehiert wird. Im Südwesten flaut der Wind 
tagesgangsbedingt ab; auf exponierten Gipfeln sind weiterhin Böen bis 
Sturmstärke möglich. Flächendeckend ist leichter bis mäßiger, am Erdboden im 
Osten, Süden und in Teilen der Mitte strenger Frost zu erwarten. 

Mittwoch… verlagert sich das südeuropäische Höhentief in den Golf von Genua. 
Ein von diesem Höhentief ausgehender Trog schwenkt zu den Ostalpen. Hebung an 
der Vorderseite dieses Troges lässt von den Alpen her leichten Druckfall 
aufkommen, so dass dann in Niederbayern und im östlichen Alpenvorland Windböen, 
in freien Lagen sowie im Bayerischen Wald einzelne stürmische Böen auftreten. 
Über dem Südwesten sollte dagegen der Wind nicht mehr so aufleben wie bisher; 
selbst auf Schwarzwaldgipfeln sind maximal Böen bis Bft 8 möglich. Zudem kommt 
an den Alpen etwas Bewölkung auf. Auch der Nordwesten wird aufgrund der Nähe zur 
Frontalzone von hohen Wolkenfeldern gestreift. Ansonsten bleibt es bei 
ungehindertem Absinken wolkenfrei. Die Tageshöchsttemperaturen ändern sich 
gegenüber heute kaum. 
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt der vom südeuropäischen Höhentief 
ausgehende Trog nordostwärts. Dessen Achse erstreckt sich Donnerstagfrüh 
diagonal über Deutschland hinweg vom Südwesten in den Nordosten. Ein paar 
Wolkenfelder sind auf dem Südosten Deutschlands beschränkt. Ansonsten ist 
infolge ungehinderter Ausstrahlung flächendeckend wieder leichter bis mäßiger 
Frost zu erwarten. In Erdbodennähe ist im östlichen Bergland sowie in 
ungünstigen Lagen Ost-, Süd- und Mitteldeutschlands erneut strenger Frost 
möglich. 

Donnerstag… dreht sich der o.g. Trog aus Deutschland heraus nach Frankreich 
und wird dabei weitgehend zugeschüttet. Nach wie vor hält sich vom mittleren 
Nordatlantik über Südskandinavien hinweg bis nach Westrussland hohes 
Geopotential. Hierdurch wird im Bodendruckfeld die wenig nördlich davon liegende 
Hochbrücke gestützt. Zwar kommt von Südosten her etwas mehr Hebung und hierdurch 
über Süddeutschland leichter Druckfall in Gang, aber es reicht nur für ein paar 
hohe und mittelhohe Wolkenfelder. Zudem dürfte sich der Gradient zu dem über 
Osteuropa liegenden stationären Hoch noch leicht verstärken. Hierdurch (und 
tagesgangsbedingt) frischt im Südosten der Wind auf, in Niederbayern sind Wind-, 
in freien Lagen wie auch im östlichen Bergland stürmische Böen und exponiert 
Böen bis Sturmstärke zu erwarten. Im weitaus größten Teil Deutschlands lässt 
jedoch nahezu ungehindertes Absinken keine nennenswerte Wolkenbildung zu. Da 
sich das Absinken zum Teil bis in Bodennähe durchsetzt, kommt ein 
Temperaturanstieg auf 7 bis 12 Grad zustande. 
In der Nacht zum Freitag ändert sich die Druck- und Geopotentialverteilung nur 
unwesentlich. Lockere Wolkenfelder können dann auf die mittleren Teile 
Deutschlands übergreifen. Insgesamt zeichnet sich eine Frostabschwächung ab. 
Zwar tritt noch nahezu flächendeckend leichter Frost auf, aber mäßiger Frost 
bzw. strenger Frost in Erdbodennähe sollte auf wenige ungünstige lagen 
beschränkt bleiben. 

Modellvergleich und -einschätzung 

Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der 
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede 
ableiten. 

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach 
Dipl. Met. Thomas Schumann 

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 230800 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T 
ausgegeben am Montag, den 23.03.2020 um 08 UTC 

GWL und markante Wettererscheinungen: 
GWL HFa 
Ruhige Hochdrucklage. Im Südwesten heute noch einzelne markante Böen, im höheren 
Bergland Sturmböen. 

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC 
 
Montag… befindet sich Deutschland an der Südwestflanke eines umfangreichen 
Bodenhochs, dessen Zentrum sich etwa bei den Baltischen Staaten befindet und 
einen Kerndruck von über 1040 hPa aufweist. Durch die damit resultierende 
östliche Strömung werden weiterhin kalte Luftmassen nach Deutschland geführt. So 
liegen die 850hPa-Werte im Südosten des Landes bei -10 Grad. Im Westen liegen 
die Werte etwas höher bei über -5 Grad. 

Die Luftmasse ist aber, wie bei östlicher Anströmung und damit kontinentaler 
Kaltluft üblich, vor allem bodennah recht kalt, sodass die nächtlichen 
Tiefstwerte verbreitet im Frostbereich lagen, wenn man vom Rheinland und 
bevorzugten Lagen im Westen und Südwesten absieht. Dort hat auch der schwache, 
aber eben aktive Ostwind mitgeholfen. Dieser fehlte im Osten, weswegen man dort 
zum Teil nahe -10 Grad lag. 

Die Ostluft ist aber nicht nur bodennah recht kalt, sondern auch sehr trocken, 
wie man den Taupunkten entnimmt. Diese liegen häufig im zweistelligen 
Negativbereich. Damit wird der Himmel heute nahezu in ganz Deutschland 
wolkenfrei und die Sonne ungestört scheinen. Einzig in Richtung Vorpommern 
können zeitweise Wolkenfelder von der Ostsee hinein triften. Und auch im 
südostdeutschen Bergland können sich ein paar Quellwolken bilden. 

Am Boden bleibt der recht üppige Luftdruckgradient im Südwesten des Landes 
bestehen. Dort weht auch heute der Wind gebietsweise stark böig. Auch einzelne 
stürmische Böen können in anfälligen Lagen nicht ausgeschlossen werden. Schaut 
man sich die 925 hPa Winde an, so sind diese vergleichbar mit den Werten vom 
Vortag und auch MOS deutet in Rheinland-Pfalz/Saarland stürmische Böen an. 
Auch in Richtung Bodensee sind einzelne stürmische Böen denkbar (Bise). Die 
Druckdifferenz zwischen Genf und Güttingen deutet dies in jedem Fall an. Und 
hochaufgelöste Modelle wie das COSMO-D2 (EPS) geben Hinweise. Im Falle des 
Falles müsste dann also bei den Windwarnungen nochmal nachgesteuert werden. 

Die Höchstwerte bewegen sich zwischen 4 und 8 Grad. Im Rheintal können auch 
zweistellige Werte bis 11 Grad erreicht werden. 

In der Nacht auf Dienstag zieht sich das Bodenhoch nur geringfügig weiter nach 
Nordosten zurück. Damit können im Nordwesten und Norden zeitweise hohe 
Wolkenfelder vorüberziehen, welche die Auskühlung dort etwas bremsen. Sonst ist 
es häufig sternenklar. 

Der Wind im Südwesten lässt tagesgangbedingt in tiefen Lagen wieder nach, kommt 
aber nicht vollends zum Erliegen. Etwas schwächer als in der Vornacht wird er 
aber wohl sein, sodass dann auch am Oberrhein und im Rhein-Main Gebiet das 
Frostrisiko höher ist. Auf den Bergen muss hingegen weiter mit starken bis 
stürmischen Böen, in Gipfellagen des Hochschwarzwaldes auch mit Sturmböen 
gerechnet werden (siehe Winde in der unteren Troposphäre) 

Die Tiefstwerte bewegen sich weitgehend im Frostbereich zwischen -1 und -9 Grad. 
Nach Osten (Erzgebirge, Vogtland) und Südosten (Bayerischer Wald, Alpen) kann 
vereinzelt auch strenger Frost auftreten. Voraussichtlich frostfrei bleibt es im 
Rheinland und an den Küsten. 

Dienstag… befindet sich Deutschland weiter im Einflussbereich des Bodenhochs. 
Der Gradient an seiner Südwestflanke nimmt aber weiter ab. Entsprechend dürften 
stürmische Böen im südwestdeutschen Tiefland der Vergangenheit angehören. 
Einzelne Windböen können vor allem in anfälligen Lagen aber weiterhin auftreten. 
Das gilt insbesondere wieder für den Bereich Rheinland-Pfalz/Saarland und die 
erweiterte Bodenseeregion. Markante Böen sind dann noch in höheren Berglagen 
(Schwarzwald, Schwäbische Alb) anzutreffen. Auf den Gipfeln im Hochschwarwald 
können weiterhin Sturmböen auftreten. 

Davon abgesehen bleibt der Tag warnfrei und mit der weiterhin trockenen 
Kontinentalluft vielerorts ganztags sonnig. Etwas milchig durch hohe 
Wolkenfelder kann der Himmel im Norden erscheinen. 

An der Südflanke des zonal ausgerichteten Höhenhochkeils verlagert sich ein 
Kaltlufttropfen über die Adria nach Mittelitalien. Dieser nimmt zwar keinen 
wirklichen Einfluss auf Deutschland, dürfte aber am Bayerischen Alpenrand im 
Tagesverlauf immerhin für ein paar Quellwolken sorgen. 

Die Kaltluft zieht sich insgesamt etwas nach Osten zurück, sodass die 
Höchstwerte im Westen häufig in den zweistelligen Bereich steigen können. Am 
Niederrhein werden bis 13 Grad erwartet. Gerade in NRW kann man auch von einer 
leichten Föhnkomponente profitieren. So dreht der Wind in der unteren 
Troposphäre stärker auf Südost. 
Von der Mitte bis in den Osten sowie im Süden werden nur 4 bis 8 Grad erwartet. 

In der Nacht auf Mittwoch ändert sich nichts Wesentliches. Der Kaltlufttropfen 
kommt etwas westwärts voran, das Bodenhoch verlagert sein Zentrum etwas nach 
Süden. Beides hat aber kaum Einfluss auf Deutschland. Im Norden sind zeitweise 
hohe Wolken unterwegs und auch an den Alpen gibt es ein paar Wolkenfelder. 

Der Wind weht in tiefen Lagen häufig nur schwach, in höheren Lagen kann es 
Windböen und stürmische Böen geben. Insgesamt nimmt der Gradient in der unteren 
Troposphäre wieder etwas zu, sodass stürmische Böen auch auf dem Fichtelberg 
wieder möglich sind und auf dem Feldberg im Schwarzwald einzelne schwere 
Sturmböen nicht ausgeschlossen werden können. Sonst verläuft die Nacht warnfrei. 

Abgesehen vom direkten Küstenumfeld und vielleicht einzelnen geschützten 
Ballungszentren im Ruhrgebiet gibt es überall leichten bis mäßigen Nachtfrost. 
Nach Osten und Südosten gibt es vornehmlich in Bergtälern vereinzelt wieder 
strengen Frost. 

Mittwoch… zeigen die Druckgebilde am Boden und in der Höhe nur wenig 
Verlagerungstendenz. Der Kaltlufttropfen über Italien weitet immerhin seinen 
Einfluss ein wenig weiter nach Norden aus. Damit können sich im Süden im 
Tagesverlauf einige Quellwolken bilden, die in Richtung Alpenrand auch dichter 
sein können. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in den Alpen auch einzelne 
kurze Schauer auftreten. 

Im Nordwesten kann es wie an den Vortagen zeitweise wieder meist hohe 
Wolkenfelder geben, die die Sonne vorübergehend etwas trüben. 

Im großen Rest des Landes merkt man davon nichts und die Sonne scheint ganztags. 
Südlich der Donau werden 2 bis 7 Grad, sonst 6 bis 11 Grad, am Niederrhein auch 
bis 12 Grad erwartet. 

Der Bodenwind dreht wieder stärker auf Ost, sodass die föhnige Komponente in NRW 
etwas schwächer ausfällt, als am Vortag. Gleichzeitig verstärkt sich die 
Windgeschwindigkeit etwas, sodass in anfälligen Lagen einzelne Windböen 
auftreten, im süddeutschen höheren Bergland sind dann auch stürmische Böen, 
exponiert Sturmböen möglich. 

In der Nacht auf Donnerstag schwenkt die Trogachse an der Nordflanke des 
Kaltlufttropfens westwärts und erfasst damit auch immer stärker Deutschland. Das 
drückt sich vor allem in zeitweise dichteren Wolkenfelder im Süden des Landes 
aus. Dabei ist ICON insgesamt recht offensiv, während ECMWF die Achse flacher 
und südlicher sieht. Demnach wäre das Auftreten von Wolkenfeldern nur begrenzt. 
Direkt in den Alpen sind einzelne kurze Schauer möglich. 

Die Tiefstwerte liegen meist nicht mehr ganz so niedrig, aber abgesehen von den 
Küsten und geschützten Lagen in Ballungszentren entlang des Rheins und 
Rhein-Main Gebietes meist im Frostbereich zwischen 0 und -7 Grad, in einzelnen 
Hochlagen auch noch darunter. 

Der Wind spielt nur im Bergland eine Rolle mit Windböen und einzelnen 
stürmischen Böen in den Gipfellagen. 

Modellvergleich und -einschätzung 

Der kurzfristige Vorhersagebereich wird von den verschiedenen Modellen in guter 
Übereinstimmung vorhergesagt. Die einzige Unsicherheit ergibt sich bezüglich der 
Frage, wie stark sich der Einfluss des Kaltlufttropfens ausgangs der Kurzfrist 
bis nach Deutschland ausweiten kann. 

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach 
Dipl. Met. Marcus Beyer