SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 170800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 17.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
SW z
Heute abgesehen von stürmischen Böen an der Nordsee und auf exponierten Berggipfeln keine markanten Wettergefahren. Am Sonntag von Westen nordostwärts
übergreifend sowie im Süden teils heftige Gewitter; Unwettergefahr durch schwere
Sturm- und orkanartige Böen. In der Nacht zum Montag im Süden und Südosten in
teils gewittrigen Starkregen übergehend. Am Montag auch im östlichen Mittelgebirgsraum und an den Alpen kaum noch Starkregen. Ansonsten abgesehen von
einzelnen stürmischen Böen an der Nordfriesischen Küste keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag… liegt Deutschland an der Vorderseite eines breiten Troges, der sich
westlich der Britischen Inseln nach Süden ausweitet. In der südwestlichen Strömung schwenkt ein vorlaufender Anteil nach Südskandinavien, lässt sich aber
kaum noch diagnostizieren. Die südwestliche Strömung steilt etwas auf, wodurch
das darin eingelagerte und bis dahin weitgehend okkludierte
Frontensystem (mit
Kaltfrontcharakter) zusehends ins Schleifen gerät und sich vor der Bretagne eine
Welle bildet. Die Lage der Schleifzone ist noch unsicher. Neben den Niederschlägen im Frontbereich kann von Südwesten und Westen her ein Niederschlagsband übergreifen. Die hierfür relevante Hebung resultiert zum einen
aus schwacher Warmluftadvektion und zum anderen aus kurzwelligen Keil-Trog-Strukturen, die sich als Flattern der west- südwestlichen Strömung
äußern. In dieser Strömung, die sich auch in den bodennahen Schichten einstellt,
legt der Gradient zu, so dass neben einigen Küstenabschnitten auch in freien
Lagen Nordwest- und Westdeutschlands Windböen auftreten können. Exponiert können
(vor allem anfangs an der Nordfriesischen Küste) stürmische Böen nicht ganz ausgeschlossen werden.
Bedingt durch die Annäherung der Front sind Auflockerungen nach Osten und Südosten hin am wahrscheinlichsten. Allerdings werden diese Wolkenlücken von
Modelllauf zu Modelllauf zusehends reduziert. Dies lässt dort die Temperatur auf
24 bis 27 Grad steigen, wobei am Alpenrand zudem ein leicht föhniger Einfluss
wirksam wird. Ansonsten sind je nach Bewölkung 18 bis 23 Grad zu erwarten. In der Nacht zum Sonntag wird die o.g. Welle von der Bretagne kommend in den
Westen gesteuert. Dort kommen kräftigere Niederschläge auf, die allerdings nicht
warnrelevant sind. Zudem frischt der Wind auf, im westlichen Bergland sind warnrelevante Böen vorstellbar. Der Osten und der größte Teil Süddeutschlands
wird von diesen Niederschlägen noch nicht erfasst. Während im Nordosten und Osten Warmluftadvektion mehrschichtige Bewölkung aufziehen lässt, bleibt es nach
Süden hin vielfach klar.

Sonntag… rückt der Haupttrog in die Biskaya vor. Aus diesem läuft erneut ein
kurzwelliger Anteil heraus und schwenkt nordostwärts bis in das Kattegat hinein.
Dies lässt die Strömung vorübergehend noch weiter aufsteilen, um nach Trogpassage wieder leicht rückzudrehen. Somit wird die in der südwestlichen Strömung eingelagerte Welle vom Westen nach Nordostdeutschland gesteuert. An
deren Südflanke erfolgt ein Einschub von Subtropikluft aus dem südfranzösischen
Raum. Zudem erfolgt eine Gradientverschärfung, die durch eine intensivere Wellenentwicklung zustande kommt als bisher anzunehmen war. Vom westlichen Bergland auf den gesamten Mittelgebirgsraum ausgreifend sind daher auch ohne
konvektive Unterstützung Wind- und in freien Lagen stürmische Böen, im Bergland
Sturmböen und exponiert auch schwere Sturmböen zu erwarten.
Die in der südwestlichen, leicht mäandrierenden Strömung eingelagerte Kaltfront
erfasst schleifend den Westen Deutschlands. In deren Bereich sowie unmittelbar
präfrontal entwickeln sich Gewitter, die durchaus Unwetterpotential aufweisen
können. Den erforderlichen Hebungsantrieb liefert der nach Nordosten schwenkende
Kurzwellentrog, den weiter zurückliegende Modellläufe noch nicht so deutlich
gezeigt hatten. Im Gegensatz zu bisherigen konvektiven Lagen ist als unwetterfördernder Parameter zuallererst die kräftige Strömung zu nennen, wobei
die Windgeschwindigkeit im 700 hPa-Niveau 50 bis 60 kt und in 850 hPa bis 50 kt
erreicht. Aufgrund mangelnder Einstrahlung wird aber nicht so viel CAPE generiert, so dass kaum mehr als 500 J/kg zu erwarten sind. Allerdings steigt
der Gehalt an niederschlagbarem Wasser auf 35 bis 40 mm. Zudem liegt das Kondensationsniveau mit 800 bis 900 hPa relativ niedrig. Die stark ausgeprägte
Scherung (sowohl niedertroposphärisch als auch bis in mittlere Troposphärenschichten hinaufreichend) lässt einen hohen
Organisationsgrad der
Konvektion erwarten. In Verbindung mit Gewittern können daher Sturm- und auch
schwere Sturmböen auftreten; orkanartige Böen sind bei entsprechender Organisation nicht auszuschließen. Für heftigen Starkregen ist die Zuggeschwindigkeit der Konvektionszellen zu hoch; auch größerer Hagel sollte nur
eine untergeordnete Rolle spielen.
Einzelne Gewitter sind auch weiter im Süden in der Warmluft deutlich abgesetzt
von der Front vorstellbar, die ebenfalls mit Sturm- und teils schweren Sturmböen
einhergehen können, wobei dort aufgrund der schwächeren Strömung und des geringeren Flüssigwassergehalts die Unwettergefahr geringer ist. Aufgrund der unwetterträchtigen Situation wäre die Ausgabe einer entsprechenden
Vorabinformation überlegendwert. Aufgrund der Modellunterschiede (siehe weiter
unten) lässt sich noch keine Regionalisierung vornehmen, so dass hier noch keine
Entscheidung getroffen werden kann.
Im Südosten und Süden sowie im östlichen Mittelgebirgsraum sind längere sonnige
Abschnitte zu erwarten. An den Alpen ergibt sich zudem leicht föhniger Einfluss.
Mit der Erwärmung auf 25 bis 30, ganz im Südosten bis 32 Grad sind in die Voraussetzungen für das Erreichen der Auslösetemperatur gegeben. Im Norden und
Westen sowie in der (westlichen) Mitte ist die Schichtung weitgehend stabil, so
dass dort skalige Niederschläge auftreten. Eine Ausnahme stellt die Küste dar,
wo von der Meeresoberfläche her und durch die Passage des o.g. Kurzwellentroges
eine Labilisierung erfolgt und daher Schauer sich entwickeln. In diesen Gebieten
werden 18 bis 24 Grad erreicht.
In der Nacht zum Montag erfasst ein weiterer Kurzwellentrog Nordfrankreich, wobei sich über dem nahen Ostatlantik eine Regenerierung des Haupttroges abzeichnet. Somit bleibt über dem Vorhersagegebiet die südwestliche Strömung
bestehen, so dass sich die Kaltfront weiterhin schleifend nur somit nur sehr
zögernd ein wenig nach Südosten verlagert. Der sich von Westen annähernde Kurzwellentrog bringt kräftigere Hebung mit ins Spiel. Die stärksten Niederschläge dürften daher in einem breiten Band auftreten, das sich vom Schwarzwald bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein erstreckt. Da im Frontbereich und präfrontal, d.h. vor allem nach Südosten hin die Schichtung
nach wie vor labil ist, sind Gewitter bis hin zum Unwetter bis weit in die Nacht
zum Montag hinein vorstellbar. Während die Böen dann etwas in den Hintergrund
treten, rückt dann der heftige (und teils gewittrige) Starkregen mehr in den
Fokus. Aufgrund der nach wie vor hohen Scherung sind auch weiterhin organisiertere Strukturen hochreichender Konvektion vorstellbar. Zumindest lassen sich bei hochauflösenden Modellen hierfür entsprechende Signale finden.
In den anderen Gebieten, d.h. über die Mitte hinweg weiter nord- und westwärts,
lässt postfrontales Absinken die Bewölkung auflockern. Die auch in Bodennähe
vorhandene südwestliche Strömung hält in diesen Gebieten die Nebelneigung gering. An der Küste können sich Schauer entwickeln, zudem sind an der See Wind-
und in exponierten Lagen an der Nordsee auch stürmische Böen möglich.

Montag… greift der Haupttrog nunmehr auf die Britischen Inseln über, wodurch
die südwestliche Strömung über dem Vorhersagegebiet bestehen bleibt. Daher verbleibt die Kaltfront schleifend über dem Südosten Deutschlands, mit dem Ergebnis, dass die feuchtwarme Luft aus diesen Gebieten noch nicht herausgedrängt wird. Allerdings setzt durch Stabilisierung, die in erster Linie
durch das Entrainment trockenerer Luft von Nordwesten her bedingt ist, auch in
diesen Gebieten zusehends Entspannung ein. Markant zu bewarnende Starkniederschläge sollten daher nicht mehr auftreten. Auch wenn die Niederschläge vor allem zum Bayerischen Wald hin sowie am östlichen Alpenrand
längere Zeit andauern, kommen wahrscheinlich nicht die für eine entsprechende
Warnung erforderlichen Niederschlagssummen zusammen.
Im Norden und Westen und größtenteils auch über der Mitte lässt kompensierendes
Absinken die Bewölkung auflockern. Im Lee der Mittelgebirge sind auch längere
sonnige Abschnitte vorstellbar. Allenfalls in Nordseenähe dürften, bedingt durch
die Nähe zum Trog, weiterhin Schauer auftreten. Zudem sind an der Nordseeküste
Wind- und exponiert vielleicht auch stürmische Böen zu erwarten. Die Nachmittagstemperaturen bewegen sich meist zwischen 19 und 25 Grad, wobei eine
relativ ausgeglichene Temperaturverteilung erkennbar ist.
In der Nacht zum Dienstag verlagert sich der Haupttrog in die Nordsee, hängt
aber mit seinem südlichen Teil zurück, so dass sich hinsichtlich der Strömung
und der Verteilung der Luftmassen über Mitteleuropa keine wesentliche Änderung
ergibt. Daher dauern die Niederschläge im Südosten sowie in Teilen des östlichen
Mittelgebirgsraumes noch an. In den anderen Gebieten sorgt
Zwischenhocheinfluss
für Absinken, so dass es gebietsweise aufklart. Weiter im Binnenland können sich
flache Nebelfelder bilden. An der Nordsee zeichnet sich jedoch weiterhin eine
rege Schauertätigkeit ab.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Problematisch ist jedoch die Abschätzung, in welcher Region am Sonntag die stärksten konvektiven Entwicklungen zu erwarten sind. Laut
Zutatenmethode wäre
dies ein Streifen etwa vom südlichen Rheinland-Pfalz bis in den Erzgebirgsraum
und nach Oberfranken, d.h. in Frontnähe, aber in einem Bereich, wo die Einstrahlung noch wirksam ist. Nach COSMO-D2 würde die Passage der Welle kaum
konvektive Umlagerungen generieren; auch stürmische Böen würden nur vereinzelt
auftreten. Auch an der Kaltfront bleibt die konvektive Aktivität eher schwach.
Erst ab dem späten Abend kommen aus dem Jura heraus und auf den Südwesten Deutschlands übergreifend konvektive Umlagerungen bis hin zum Unwetter (mit Sturmböen) in Gang.
Andere Modelle, wie z.B. AROME, lassen bereits im Bereich des Wellenkopfes hochreichende und unwetterträchtige Konvektion zu, die nordostwärts bis auf den
Berliner Raum ausgreift. Ab dem Abend können sich demnach von Südwesten her staffelartig Gewitter organisieren, die im Süden ostwärts übergreifen. Aufgrund
der synoptischen Voraussetzungen scheinen einige Modelle die am Sonntag zu erwartenden Entwicklungen, vor allem, was die Böen betrifft, zu unterschätzen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 160800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 16.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
W z, Übergang zu SW z
Heute Zwischenhocheinfluss, meist ohne wetterbedingte Gefahren. In der Nacht zum
Samstag an der Nordsee und in exponierten Berglagen auffrischender Wind mit stürmischen Böen, in Nordfriesland exponiert auch Sturmböen. Auch am Samstag auf
exponierten Berggipfeln Sturmböen. Am Sonntag von Westen auf die Mitte übergreifend Gewitter, dabei Starkregen und Unwetter durch teils schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen. Gewitter in der Nacht zum Montag weiter süd- und
südostwärts ausgreifend und zum Teil in gewittrigen Starkregen übergehend.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag… Liegt Deutschland unter einer leicht mäandrierenden Frontalzone. Ein
darin eingelagerter Rücken greift von Westen her über, gefolgt von einem breiten
Trog, der sich den Britischen Inseln nähert. Durch diesen Rücken wird ein Zwischenhoch gestützt, das seinen Einfluss auf den größten Teil Deutschlands
ausdehnt. Nur der Nordosten ist noch leicht zyklonal beeinflusst, so dass dort
anfangs noch einzelne Schauer auftreten können. Allerdings gelangt in den Norden
und in die Mitte bis etwa in den Mittelgebirgsraum hinein teils mehrschichtige
Sc-Bewölkung, die durch die an der Vorderseite des Rückens zunächst noch vorhandene Nordwestströmung eingesteuert wird. Größere Auflockerungen und auch
längere sonnige Abschnitte sind lediglich weiter im Süden vorstellbar. In diesen
Gebieten sind Temperaturmaxima um 25 Grad zu erwarten. Ansonsten werden je nach
Bewölkung 18 bis 24 Grad erreicht.
In der Nacht zum Samstag läuft aus dem Trog, dessen Hauptachse noch über dem
nahen Ostatlantik verbleibt, ein erster kurzwelliger Anteil heraus und greift
auf die Nordsee über. Das mit dem Haupttrog korrespondierende Bodentief, das den
Charakter eines Zentraltiefs annimmt, verbleibt nordwestlich von Schottland. Das
okkludierende Frontensystem dieses Tiefs wird durch den vorlaufenden kurzwelligen Teiltrog nach Osten gedrückt; Niederschläge erfassen daher bis Samstagfrüh den Nordwesten Deutschlands. Die Schichtung ist dabei stabil, so
dass keine konvektiven Einlagerungen zu erwarten sind. Dies geht mit einem Auffrischen des Windes einher, so dass dann an der Nordsee Wind- und auf Inseln
stürmische Böen, an der Nordfriesischen Küste Böen bis Sturmstärke aufkommen
können. Im Südosten und ganz im Osten kann es noch einmal aufklaren. Da aber
auch dort der Gradient ein wenig anzieht, bleibt die Nebelneigung gering.

Samstag… weitet sich der Trog westlich der Britischen Inseln nach Süden aus.
Der vorlaufende Anteil schwenkt weiter nach Südskandinavien, lässt sich aber
kaum noch diagnostizieren. Die südwestliche Strömung steilt etwas auf, wodurch
das bis dahin okkludierte Frontensystem (mit Kaltfrontcharakter) zusehends ins
Schleifen gerät und sich vor der Bretagne eine Welle bildet. Die Lage der Schleifzone ist noch unsicher. Neben den Niederschlägen im Frontbereich kann auf
den Süden von Südwesten her ein Niederschlagsband übergreifen. Die hierfür relevante Hebung resultiert zum einen aus schwacher Warmluftadvektion und zum
anderen aus kurzwelligen Keil-Trog-Strukturen, die sich als Flattern der west-
südwestlichen Strömung äußern. In dieser Strömung, die sich auch in den bodennahen Schichten einstellt, legt der Gradient zu, so dass neben einigen Küstenabschnitten auch in freien Lagen Nordwest- und Westdeutschlands Windböen
auftreten können. Exponiert können stürmische Böen nicht ganz ausgeschlossen
werden.
Bedingt durch die Annäherung der Front sind Auflockerungen nach Osten und Südosten hin am wahrscheinlichsten. Dies lässt dort die Temperatur auf 24 bis 27
Grad steigen, wobei am Alpenrand zudem ein leicht föhniger Einfluss wirksam wird. Ansonsten sind 18 bis 23 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag wird die o.g. Welle von der Bretagne kommend in den
Westen gesteuert. Dort kommen kräftigere Niederschläge auf, die wahrscheinlich
noch nicht warnrelevant sind. Zudem frischt der Wind auf, zumindest im westlichen Bergland sind dann wieder warnrelevante Böen vorstellbar. Der Osten
und der größte Teil Süddeutschlands wird von diesen Niederschlägen noch nicht
erfasst. Während im Nordosten und Osten Warmluftadvektion mehrschichtige Bewölkung aufziehen lässt, bleibt es nach Süden hin vielfach klar.

Sonntag… rückt der Haupttrog in die Biskaya vor. Dies lässt die Strömung weiter aufsteilen, so dass die darin eingelagerte Welle vom Westen nach Nordostdeutschland gesteuert wird. An deren Südflanke erfolgt ein Einschub von
Subtropikluft aus dem südfranzösischen Raum. Die in der südwestlichen, leicht
mäandrierenden Strömung eingelagerte Kaltfront erfasst schleifend den Westen
Deutschlands. In deren Bereich sowie unmittelbar präfrontal entwickeln sich Gewitter, die durchaus Unwetterpotential aufweisen können. Hierfür ist zuallererst die kräftige Strömung zu nennen. CAPE erreicht 500 bis 1000 J/kg,
der Gehalt an niederschlagbarem Wasser 35 bis 40 mm und die
Windgeschwindigkeit
im 700 hPa-Niveau 50 bis 60 kt. Zudem liegt das Kondensationsniveau mit 800 bis
900 hPa relativ niedrig. Die stark ausgeprägte Scherung (sowohl niedertroposphärisch als auch bis in mittlere Troposphärenschichten hinaufreichend) lässt einen hohen Organisationsgrad der Konvektion erwarten. In
Verbindung mit Gewittern können daher Sturm- und auch schwere Sturmböen auftreten; orkanartige Böen sind bei entsprechender Organisation nicht auszuschließen. Für heftigen Starkregen ist die Zuggeschwindigkeit der Konvektionszellen zu hoch; auch größerer Hagel sollte nur eine untergeordnete
Rolle spielen.
Einzelne Gewitter sind auch weiter im Süden in der Warmluft deutlich abgesetzt
von der Front vorstellbar, die ebenfalls mit Sturm- und teils schweren Sturmböen
einhergehen können, wobei dort aufgrund der schwächeren Strömung und des geringeren Flüssigwassergehalts die Unwettergefahr geringer ist. Im Südosten und Süden sowie im östlichen Mittelgebirgsraum sind zum Teil noch
längere sonnige Abschnitte zu erwarten. An den Alpen ergibt sich zudem leicht
föhniger Einfluss. Mit der Erwärmung auf 25 bis 30, ganz im Südosten bis 32 Grad
sind in diesen Gebieten die Voraussetzungen für das Erreichen der Auslösetemperatur gegeben. Im Norden und Westen sowie in der (westlichen) Mitte
ist die Schichtung weitgehend stabil, so dass dort skalige Niederschläge zu erwarten sind. Eine Ausnahme stellt die Küste dar, wo von der Meeresoberfläche
her eine Labilisierung erfolgt und daher Schauer zu auftreten. In diesen Gebieten sind 19 bis 24 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Montag greift die Hauptachse des Troges auf Nordfrankreich über, wobei sich über dem nahen Ostatlantik eine erneute Regenerierung des Troges abzeichnet. Somit bleibt über dem Vorhersagegebiet die südwestliche Strömung bestehen, so dass sich die Kaltfront weiterhin schleifend nur somit nur
sehr zögernd ein wenig nach Südosten verlagert. Der sich von Westen annähernde
Haupttrog bringt kräftigere Hebung mit ins Spiel. Die stärksten Niederschläge
dürften daher in einem breiten Band auftreten, das sich vom Schwarzwald bis in
den östlichen Mittelgebirgsraum hinein erstreckt. Da im Frontbereich und präfrontal, d.h. vor allem nach Südosten hin die Schichtung nach wie vor labil
ist, sind Gewitter bis hin zum Unwetter bis weit in die Nacht zum Montag hinein
vorstellbar. Während die Böen dann etwas in den Hintergrund treten, rückt dann
der heftige (und teils gewittrige) Starkregen mehr in den Fokus. Aufgrund der
nach wie vor hohen Scherung sind auch weiterhin organisiertere Strukturen hochreichender Konvektion vorstellbar. Zumindest lassen sich bei hochauflösenden
Modellen hierfür entsprechende Signale finden.
In den anderen Gebieten, d.h. über die Mitte hinweg weiter nord- und westwärts,
lässt postfrontales Absinken die Bewölkung auflockern. Die auch in Bodennähe
vorhandene südwestliche Strömung hält in diesen Gebieten die Nebelneigung gering. An der Küste können sich Schauer entwickeln, zudem sind an der See Wind-
und in exponierten Lagen an der Nordsee auch stürmische Böen möglich.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Auch hinsichtlich der Zugbahn der Welle haben sich mittlerweile die
Modelle angeglichen. Bemerkenswert ist hierbei EZMW(12), das in Teilen der Mitte
im Frontbereich Signale für schwere Sturmböen im Programm hat.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 140800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 14.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Wz (West zyklonal)

Heute und Freitag Zwischenhocheinfluss, mosche Tiefdruckeinfluss mit Schauern
und Gewittern.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch… steht im Zeichen eines Zwischenhochs, das auf den Namen BEATRIX hört, wenn es denn hören könnte. Ob mit oder ohne Ohren, die gute BEATRIX steht
für einen Tag in den Schlagzeilen deutscher Wettergeschichte, bevor sie das Land
zum Donnerstag hin schon wieder verlassen muss.
Doch der Reihe nach. Während in der Bodenwetterkarte von 06 UTC das Zwischenhoch
schon sehr gut ausgeprägt ist mit einer 1020-hPa-Isoabare über Süddeutschland
(die übrigens den östlichen Part eines klassischen Azorenhochkeils widerspiegelt), sieht es in der mittleren und höheren Troposphäre noch ziemlich
zyklonal aus. Grund ist ein recht ordentlich gekrümmter Höhentrog, dessen Achse
um 06 UTC aber die Westhälfte bereits knapp überquert hat und sich noch im Laufe
des Vormittags aus dem Vorhersageraum gen Osten verabschiedet. In der sich rückseitig einstellenden west-nordwestlichen Höhenströmung folgt ein flacher
Rücken nach, der aber wegen fehlender Austrogungsaktivitäten stromauf kaum Chancen hat, Amplitude aufzubauen. Die bloße Anwesenheit reicht aber aus, um das
Bodenhoch für einige Stunden zu stützen, auch wenn der Luftdruck bereits in Kürze schon wieder beginnt zu fallen.
Fakt ist, dass im Nordteil des Höhentrogs etwas Kaltluft gebunkert ist (T500 um
-23°C), die in Zusammenarbeit mit den relativ warmen
Oberflächentemperaturen von
Nord- und Ostsee für konvektive Umlagerungen bis etwa 600-550 hPa gut ist. Diese
verlagern im Tagesverlauf ihren Schwerpunkt mehr und mehr zur Ostsee, was nicht
nur der Trogverlagerung, sondern auch von Westen einsetzender leichter WLA und
damit einhergehender Stabilisierung geschuldet ist. Die einzelnen Gewitter, die
über und an der Ostsee auftreten, dürften im gelben Bereich bleiben mit Böen 7
Bft als relevante Begleiterscheinung.
Ansonsten steht dem größten Teil des Landes ein weitgehend trockener Mittwoch
mit einer Mischung aus Sonne und einigen Quellungen (die z.T. diabatisch generiert werden, z.T. aber auch aus den aktuell gebietsweise noch auftretenden
nächtlichen SC-Feldern resultieren). Es ist nicht auszuschließen, dass vor allem
am Vormittag hier und da noch ein paar schwache Schauer auf den Plan treten,
insbesondere von Franken bis hinüber nach Sachsen bzw. ins südliche BB sowie im
Südosten Bayerns (Labilität bis 600 hPa). Bereits ab dem Nachmittag beginnend
sorgt die o.e. WLA in den westlichen Landesteilen für zunehmende mehrschichtige
Bewölkung, aus der zunächst aber noch kein Regen oder nur ein paar marginale
Tropfen fallen.
Die eingeflossene subpolare Meeresluft kann sich etwas erwärmen, trotzdem dürfte
bei 19 bis 24°C Schluss sein auf der Quecksilbersäule, was im Umkehrschluss „keinen Sommertag“ bedeutet.

In der Nacht zum Donnerstag wird der flache Rücken relativ zügig nach Osten durchgewunken, und auch unser Zwischenhoch – inzwischen auf nur noch wenig über
1015 hPa abgespeckt – verlagert seinen Schwerpunkt peu a peu Richtung östliches
Mitteleuropa. Die Höhenströmung zonalisiert vorübergehend, wobei sie leicht ins
Flattern gerät, bevor am Morgen ein flacher KW-Trog näher rückt. Entscheidender
als dass ist aber die Tatsache, dass sich die WLA verstärkt und ostwärts ausweitet. Sie kündigt die Annäherung eines weitgehend okkludierten Frontensystems an. Es gehört zum Tief ANDREAS, der seinen Tagesausflug über UK/Irland weitgehend beendet hat und nun die Nordsee ansteuert. WLA und frontale
Hebungsprozesse interagieren recht hübsch miteinander, so dass aus dem anfänglichen Getröpfel im Westen rasch ein solider Landregen wird, der sich über
West- und Nordwestdeutschland bis zur Mitte und in deutliche abgeschwächter Form
bis in den Südwesten ausbreitet. Die apostrophierten 12h-RR-Mengen liegen meist
unter 5 mm, nur in Nordseenähe sowie in Staulagen der westlichen Mittelgebirge
könnte es etwas mehr werden.
Vorderseitig der Okklusion dreht der Wind rück auf Süd bis Südwest (auf der Nordsee übrigens mit ersten 7er-Böen). Dadurch wird niedertroposphärisch etwas
wärmere (T850 im Süden und Westen um 10°C) und feuchtere Luft (Anstieg PPW im W
und NW auf 25 bis 30 mm, lokal noch darüber) herangeführt, die ihren Ursprung in
der Biscaya hat. Die Numerik reagiert auf diesen Sachverhalt mit einer zunehmend
konvektiven Note der Regenfälle, die sogar in einzelne Gewitter mündet, vor allem bei der deutschen Modellkette, aber auch bei EURO4. Ausgeschlossen ist ein
solches Szenario sicherlich nicht, allerdings mangelt es etwas an Labilität.
Immerhin wird in geringfügigem Maße MU-CAPE angeboten, was mit Annäherung der
Front bzw. des KW-Troges freigesetzt werden könnte, es bleiben aber noch Fragezeichen.
Unstrittig hingegen ist eine trockene Nacht im Osten und Südosten des Landes, wo
die Temperatur bei noch längere Zeit klarem oder nur gering bewölktem Himmel
vielerorts in den einstelligen Bereich absackt.

Donnerstag… greift der angesprochene KW-Trog verzögerter auf Deutschland über,
als man das anfangs vielleicht glauben mochte. Ursache dafür, dass die zur Verfügung stehende Energie weniger in die Translation des Troges als vielmehr in
seine Amplifizierung gesteckt wird. So gewinnt er im Tagesverlauf deutlich an
Schärfe respektive Krümmung und wird wohl erst in den Abendstunden die westliche
Grenze überschreiten. Zuvor wird Tief ANDREAS die mittlere Nordsee gen Skagerrak
und die zugehörige Okklusion unser Land ostwärts überqueren. Mit Winddrehung von
südlichen Richtungen auf SW bis W wird postfrontal erneut ein Schwall erwärmter
subpolarer Meeresluft eingesteuert, die nur wenig kühler, dafür aber etwas labiler als die vorherige Luftmasse ist.
Unter dem Strich steht uns morgen auf alle Fälle ein sehr wechselhafter Tag bevor. Dabei ziehen zuerst die frontalen Regenfälle ostwärts durch, wobei diese
immer mehr zerbröseln und in Schauerform übergehen. Dahinter kommt dann mit Unterstützung des Tagesgangs ein reges konvektives Geschehen in Form von Schauern und Gewittern in Gang. Hochreichende Scherung ist nur wenig vorhanden,
weshalb der Organistationsgrad der Konvektion limitiert ist. Bei PPWs von 25 bis
35 ist Starkregen ein wahrscheinlicher Begleitparameter, auch wenn Oberwinde von
25 bis 30 Kt (925 und 850 hPa) den Zellen eine nicht zu vernachlässigende Mobilität verschaffen. Folglich stehen häufig Böen der Stärke 7 bis 8 Bft auf
der Karte, evtl. ist sogar mal eine vereinzelte „9“ am Start. Ohnehin wird der
SW-W-Wind morgen spürbar sein, weil zu der guten Durchmischung noch ein leidlicher Gradient auf der Südflanke des Tiefs hinzukommt. Er dürfte reichen,
zumindest der Nordseeküste eine kleine Windwarnung mit Haken zu bescheren, während es im nordwestdeutschen Binnenland ein Grenzfall ist (Böen 7 Bft überwiegend konvektionsgebunden). Auf den Bergen muss in exponierten Kamm-, Kuppen- und Gipfellagen auf alle Fälle mit stürmischen Böen und Sturmböen 8-9
Bft gerechnet werden.
Temperaturmäßig läuft es erneut auf 19 bi 24°C hinaus, einzig der äußerste Osten
Richtung Oder und Neiße hat vor Ankunft der Front eine halbwegs realistische
Chance auf die für einen Sommertag nötigen 25°C.

In der Nacht zum Freitag schwenkt der Höhentrog dann über Deutschland hinweg
ostwärts. Dabei ist über dem Süden nicht nur ein IPV-, sondern auch eine ausgewiesenes PVA-Maximum erkennbar, das die konvektiven Umlagerungen dort sowie
im Südosten mit leichter Verlagerungstendenz nach Osten über mehrere Stunden am
Leben hält.
Ansonsten steigt der Luftdruck von Westen her an, was den Azorenhochkeil erneut
nach Osten vorschnellen lässt (vorschnellen klingt nach zackig, es geht aber
eher gemächlich zu). Da gleichzeitig die einfließende subpolare Meeresluft immer
weiter abtrocknet, kommt es zu einem raschen Abebben der Schauer und Gewitter –
mit einer Ausnahme. Über dem warmen Oberflächenwasser von Nord- und Ostsee greift weiterhin der diabatische Trigger, der nächtliche Schauer und Gewitter
garantiert, die zumindest an und auf der Nordsee aber auch immer weniger werden.

Noch ein Satz zum Wind, der tagesgangbedingt deutlich an Substanz verliert. An
und auf der Nordsee allerdings kommt es auf der Südwestflanke des über den Skagerrak ziehenden Tiefs zu einer vorübergehenden Gradientzunahme, die einen
auffrischenden, auf W-NW drehenden Wind mit Böen 7-8 Bft zur Folge hat.

Freitag… gelangt Deutschland auf die Rückseite des sich weiter intensivierenden Troges, der um 12 UTC von der südöstlichen Ostsee bis hinunter
zum Balkan reicht. Ihm folgt ein mäßig ausgeprägter Rücken, dessen Amplitude
stärker ausgeprägt ist als bei dem Exemplar, das uns heute beehrt. Der Grund
dafür ist etwas stärkere und weiter nach Norden ausgreifende WLA vorderseitig
eines veritablen und hochreichenden Sturmtiefs, das am Mittag mit einem Kerndruck von etwas unter 985 hPa mitten zwischen Irland und Island positioniert
ist. Der Rücken stützt den Azorenhochkeil, der im Tagesverlauf weite Teile des
Vorhersageraums überdeckt und zaghafte Vermählungsversuche mit einem Hoch über
Nordwestrussland startet.
Letztlich steht nach heute abermals ein weitgehend trockener Tag mit Zwischenhocheinfluss auf dem Programm, nachdem letzte Schauer oder Gewitter im
äußersten Nordosten und Südosten bis Mittag Geschichte sein sollten. Die Sonne
wird trotzdem so ihre Probleme bekommen, sich nachhaltig in Szene zu setzen. In
der labilen Grenzschicht bilden reichlich Quellungen, die aber nicht über die
zwischen 800 und 700 hPa liegende Absinkinversion hinauskommen. Entsprechend
besteht Ausbreitungsgefahr (Sc-Cugen), vor allem nach Westen und Nordwesten hin.
Am höchsten dürfte die Sonnenscheindauer im Süden Bayerns und BWs liegen. Bei 850-hPa-Temperaturen zwischen 7°C im Norden und bis zu 12°C im Süden sind in
2 m Höhe 20 bis 25°C zu erwarten, an Hoch- und Oberrhein sowie in Lingen lokal
auch etwas darüber.

In der Nacht zum Samstag geht es dem Azorenhochkeil sowie dem Höhenrücken schon
wieder an den Kragen. Der Luftdruck fällt, der Rücken geht, das Frontensystem
des sich nur wenig verlagernden Sturmtiefs kommt. Die vorlaufende WLA induziert
großräumige Hebung, die zuerst hohe, dann mittelhohe und zuletzt noch tiefe Bewölkung (zumindest im Nordwesten) bei uns auflaufen lässt. In der zweiten Nachthälfte beginnt es dann im W und NW stratiform (oder wie die Numeriker sagen
„skalig“) zu regnen. Der auf südliche Richtungen rückdrehende Wind frischt auf
der Nordsee sowie in einigen Hochlagen stürmisch auf, während im Binnenland die
stabile Schichtung eine stärkere Windentwicklung zunächst noch verhindert.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle ziehen hinsichtlich der großräumigen Entwicklung an einem Strang.
Bei der genauen Niederschlags- und Gewitterverteilung hat jedes Modell so seinen
eigenen Kopf, aber das ist ja menschlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 130800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 13.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
TrM/Wz
Leicht unbeständig und recht kühl; heute im Norden/Nordwesten einzelne Gewitter
mit stürmischen Böen. Zeitweise windig, am Donnerstag auf einzelnen Berggipfeln
Sturmböen.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC

Dienstag… befindet sich Deutschland im Einflussbereich eines umfangreichen
Langwellentroges mit einem zentralsteuernden Tief südlich von Island. Ausgehend
von einer Randtrogentwicklung über Südwestnorwegen erstreckt sich die Haupttrogachse über die Nordsee und das westliche Mitteleuropa hinweg südwärts
bis in den westlichen Mittelmeerraum. Im Tagesverlauf kommt sie ein wenig nach
Osten voran und greift zum Abend hin auf den äußersten Westen des Vorhersagegebietes über.
Im Bodenfeld erstreckt sich der Keil eines Hochs bei den Azoren über Frankreich
hinweg bis nach Süddeutschland, während sich im Lee des Norwegischen Küstengebirges über dem Oslo-Fjord ein Tief entwickelt hat, das zunächst quasistationär bleibt und sich kaum auffüllt. Somit gelangt von Nordwesten her
erwärmte (wegen des relativ weiten Weges von den nördlichen Breiten über den
Nordatlantik und die Nordsee) maritime Polarluft ins Vorhersagegebiet. Inzwischen hat die Kaltluftadvektion niedertroposphärisch ihren Höhepunkt erreicht, die Temperatur in 850 hPa bewegt sich zwischen 4 Grad im Nordwesten
und 8 Grad im Südosten des Landes.
Der äußerste Südosten befindet sich noch im Übergangsbereich zur deutlich wärmeren Luftmasse subtropischen Ursprungs südlich der Alpen, innerhalb derer es
auch heute einmal mehr über Norditalien und im Bereich der Adria schwere Gewitter geben dürfte. Nördlich der Luftmassengrenze sorgt eine „Gegenstromlage“
(Nordost am Boden, Westsüdwest in der Höhe) für Aufgleiten und leichte Niederschläge im Südosten Bayerns, so dass dort ein eher trüber Tag ins Haus
steht, die Regenmengen bewegen sich aber weit unterhalb jeglicher Warnkriterien.

In den Nordwesten und Norden des Landes gelangt dagegen mit Annäherung der Trogachse eine zunehmend höhenkalte Luftmasse. Am Nachmittag und Abend sinkt die
Temperatur in 500 hPa dort auf etwa -22 bis -25 Grad. Bereits aktuell fällt dort
im Einflussbereich eines flachen kurzwelligen Troganteils, der im Laufe des Vormittags rasch über den Nordwesten hinweg nordostwärts zieht, gebietsweise
schauerartiger Regen, ein kurzes Gewitter nicht ausgeschlossen, gebietsweise
kann dabei vor allem in Ost- und Nordfriesland auch Starkregen auftreten. Bis
zum Mittag klingen die Schauer dort vorübergehend ab, lebt aber mit Annäherung
der Haupttrogachse (im Vorfeld bietet PVA auch etwas dynamischen Hebungsantrieb)
bereits am frühen Nachmittag wieder auf. Mit etwas Einstrahlung können vorher
noch etwa 200 bis 500 J/kg ML-Cape generiert werden, so dass dann vermehrt auch
mit kurzen Gewittern zu rechnen ist. Die PPW-Werte gehen im Tagesverlauf mit
zunehmender Advektion der Luftmasse polaren Ursprungs auf um oder knapp unter 20
mm zurück, so dass das Starkregenkriterium wohl allerhöchstens in Regionen mit
wiederholt auftretender Schauertätigkeit gerissen wird. C-D2 simuliert im Zeitraum 12 bis 18 UTC gegenüber dem Zeitraum 0 bis 6 UTC und auch 6 bis 12 UTC
deutlich geringere Wahrscheinlichkeiten für mehr als 20 mm in 6 Stunden. Somit
tritt als Begleiterscheinung der Gewitter mehr und mehr der Wind in den Vordergrund. In 850 hPa werden 20 bis 25 Knoten simuliert und zusammen mit der
durch die Verdunstungsabkühlung gegebenen Impuls (Stichwort: D-Cape) können an
kräftigeren Entwicklungen durchaus mal Böen Bft 7 bis 8 aus Südwest bis West
auftreten. Im Bereich einer im Tagesverlauf durchschwenkenden Bodentrogachse
kann es vor allem vom östlichen Niedersachsen bis nach Nordbrandenburg bzw. Ostvorpommern auch ohne Schauer eventuell mal für eine Bft 7 reichen. Unklar ist noch, wie weit die Schauer am späten Nachmittag und Abend nach Süden
ausgreifen. Die meisten Modelle simulieren sie in etwa bis zu einer Linie Eifel
– Nordbrandenburg. AROME lässt sie dagegen bis zur Nordpfalz und nach Mittelhessen ausgreifen.
In den Regionen zwischen den Schauern im Norden und Westen und den leichten Regenfällen im Südosten Bayerns steht dagegen ein wettertechnisch ruhiger Tag
ins Haus. Bei einem Sonne-Quellwolkenmix bleibt es überwiegend trocken, vor allem am Oberrhein und in der Lausitz scheint die Sonne auch recht häufig. Die
Höchsttemperaturen erreichen im Nordwesten und im äußersten Südosten Werte zwischen 17 und 21 Grad, im Bereich dazwischen etwa 20 bis 24 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch schwenkt die Trogachse über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts. Der dynamische Hebungsantrieb lässt im Bereich der Achse rasch
nach, rückseitig dominiert schwaches Absinken. Mit der erhöhten Labilität über
den relativ warmen Küstengewässern (dort werden nach wie vor mehrere 100 J/kg
Cape simuliert) entwickeln sich aber vor allem dort weitere Schauer und auch
kurze Gewitter. Auch über den mittleren Landesteilen werden unmittelbar im Vorfeld der Trogachse noch leichte schauerartige Niederschläge simuliert, die
ostwärts ziehen und nach deren Durchschwenken rasch nachlassen. Im Südosten Bayerns können sich die leichten Regenfälle im Vorfeld der Trogachse vorübergehend etwas verstärken, bleiben aber weiterhin deutlich unterhalb der
Warnschwellen (unter 10 mm in 12 Stunden).
Im Bodenfeld kann sich der nach Südwest- und Süddeutschland gerichtete Hochkeil
etwas verstärken und beginnt sich, nach Norden auszuweiten. Allerdings kann sich
an der sich verstärkenden Absinkinervsion vermehrt Sc-Bewölkung ausbreiten, so
dass es nur in wenigen Regionen gering bewölkt bleibt. Dort bildet sich örtlich
Nebel. Mit Tiefstwerten zwischen 12 und 6 Grad fällt die Nacht recht kühl aus,
an den Küsten bleibt es etwas milder.

Mittwoch… schwenkt der Trog weiter ins östliche Mitteleuropa, ein weiterer
Kurzwellentrog greift im Tagesverlauf vom nahen Ostatlantik auf die Britischen
Inseln über. Dazwischen wölbt sich ein durch WLA gestützter flacher Höhenrücken
auf, der am Abend den Westen Deutschlands erreicht. Im Vorhersagebereich dominiert somit vorübergehend Absinken.
Mit Abzug des Troges wird die höhenkalte Luftmasse allmählich nach Osten abgedrängt. Dennoch reicht es über den warmen Küstengewässern bevorzugt am Vormittag und Mittag noch für einzelne Schauer, eventuell auch ein kurzes Gewitter. Nachmittags kommt aber auch dort wohl die Schauertätigkeit allmählich
zum Erliegen, zuletzt im Bereich der Ostseeküste. Auch im Südosten Bayerns hört
es am Vormittag auf zu regnen.
Das Bodenhoch über Süddeutschland kann sich vorübergehend noch etwas verstärken,
ein Keil reicht auch bis nach Norddeutschland. Mit beginnender WLA setzt aber
bereits im Tagesverlauf von Westen her wieder Druckfall ein. Dabei zieht ein mit
dem oben erwähnten Kurzwellentrog bis zum Abend ins Seegebiet knapp westlich von
Schottland. Das weitgehend okkludierte Frontensystem überquert die Britischen
Inseln und erreicht abends die westliche Nordsee.
Im Vorhersagegebiet kann sich unter Zwischenhocheinfluss im Tagesverlauf zunehmend die Sonne durchsetzen, die Sc-Bewölkung lockert auf, übrig bleiben
Quellwolken. Erst zum Nachmittag und Abend ziehen dann ganz im Westen mit Annäherung des Frontensystems wieder dichtere Wolken auf, es bleibt aber wohl
noch trocken. Bei Temperaturen in 850 hPa zwischen 5 Grad im Norden und 10 Grad
ganz im Süden werden Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad erreicht, an den Küsten
und im Bergland bleibt es etwas kühler.

In der Nacht zum Donnerstag wird der sich noch ein wenig aufwölbende kurzwellige
Höhenrücken mit der flotten Westströmung rasch ostwärts über das Vorhersagegebiet hinweg geführt. Der Kurzwellentrog greift bis zum Morgen auf
die mittlere Nordsee, Benelux und Frankreich über. Das korrespondierende Bodentief zieht ebenfalls zur mittleren Nordsee, das okkludierte Frontensystem
erreicht morgens den Nordwesten und Westen Deutschlands. Die frontalen Hebungsprozesse werden dabei anfangs durch WLA, später durch PVA dynamisch unterstützt, so dass im Laufe der Nacht Regen einsetzt, der sich über weite Teile Nordwestdeutschlands bis in die mittleren Landesteile ausweitet. Die Mengen bleiben weit unterhalb der Warnschwellen, lediglich ganz im Nordwesten
(GFS im westlichen Ostfriesland, ICON-EU im nördlichen Weser-Emsgebiet) werden
mehr als 10 mm in 12 Stunden simuliert. Mit Annäherung des Troges und sich verstärkender Labilität sowie PVA-induzierter Hebung kann es gegen Morgen ganz
im Nordwesten (am ehesten im westlichen Teil der Deutschen Bucht) auch einzelne
Gewitter geben. Im Osten und Süden bleibt es noch trocken.
Mit der Annäherung des Tiefs geht eine deutliche Gradientverschärfung vor allem
im Norden und Westen einher. Im Nordseeumfeld treten ausgangs der Nacht steife
Böen (Bft 7) aus südlichen Richtungen auf, auf dem Brocken stürmische Böen oder
Sturmböen (Bft 8 bis 9). Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 Grad unter den dichten Wolken im Westen und Nordwesten und 6 Grad bei länger klarem Himmel in
einigen Tälern im Südosten des Landes.

Donnerstag… verlagert sich der Kurzwellentrog unter leichter Amplifizierung
weiter Richtung Vorhersagegebiet, abends befindet sich dessen Achse aber noch
knapp westlich davon, so dass wir unterhalb der leicht diffluenten Vorderseite
bleiben. Durch PVA ist somit nach wie vor etwas dynamischer Hebungsantrieb geboten.
Die Okklusion zieht bis zum Abend ins östliche Mitteleuropa. Ihr folgt erwärmte
Meeresluft subpolaren Ursprungs, die sich neben höheren Temperaturen in 850 hPa
(zwischen 8 und 11 Grad) auch durch einen höheren Feuchtegehalt auszeichnet (PPW-Werte zwischen 25 und 30 mm). Mit Übergreifen des Höhentroges wird mit etwas Höhenkaltluft auch mehr Labilität generiert, ICON-EU simuliert 200 bis
knapp über 500 J/kg ML-Cape. Somit nehmen die Niederschläge im Tagesverlauf einen mehr und mehr konvektiven Charakter an, recht verbreitet gibt es Schauer
und auch kurze Gewitter. Als Begleiterscheinungen sind wohl neben einzelnen stürmischen Böen oder gar Sturmböen am ehesten noch Starkregen, eventuell auch
kleinkörniger Hagel ins Kalkül zu ziehen.
Etwas ausgenommen davon bleiben wohl nur der äußerste Südwesten, der sich nach
wie vor nahe am Bodenhochkeil über dem benachbarten Frankreich befindet. Auch
nach Osten zu (Südostbayern, Lausitz) scheint noch länger die Sonne, dort treffen die ersten Schauer/Gewitter wohl erst am späten
Nachmittag/frühen Abend
ein.
Das Bodentief zieht bis zum Abend nach Lesart des ICON ins Seegebiet westlich
von Dänemark, nach IFS und GFS bleibt es ein wenig weiter nördlich. An dessen
Südflanke verschärft sich der Gradient noch etwas und es treten vor allem im
Westen und Norden auch im Binnenland bzw. in den Niederungen sowie außerhalb der
Schauer einzelne steife Böen (Bft 7) aus West bis Südwest auf. In den Kamm- und
Gipfellagen der Mittelgebirge kann es stürmische Böen geben, auf exponierten
Gipfeln (Brocken) Sturmböen.
An den Temperaturen ändert sich insgesamt nur wenig. Die Höchstwerte liegen erneut zwischen 18 und 24 Grad, mit mehr Sonne in der Lausitz und in Südbaden
vielleicht um 25 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Alle vorliegenden Modelle simulieren im Kurzfristzeitraum eine sehr ähnliche
Wetterentwicklung. Warn- und prognoserelevante Unterschiede sind kaum auszumachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 120800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 12.08.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
TrW
Im Süden gebietsweise schauerartig verstärkter Dauerregen, im Allgäu ergiebiger
Dauerregen gering wahrscheinlich.
Nachmittags und abends im Westen und Nordwesten, morgen in der Nordhälfte kurze
Gewitter, vereinzelt mit stürmischen Böen. Dann in Schleswig-Holstein auch Starkregen möglich.
Am Mittwoch schwacher Zwischenhocheinfluss.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag… Der westeuropäische Langwellentrog schwenkt heute mit seiner Achse von
der Biskaya und Großbritannien bis Tagesende zur westlichen Nordsee und nach
Ostfrankreich. Deutschland liegt damit in einer recht glatten Südwestströmung,
in der noch im Süden eine schleifende Kaltfront über den Alpen wetteraktiv ist.
Hier wird immer wieder Hebung durch kurzwellige Anteile erzeugt und es besteht
eine Gegenstromlage mit Südwestwind oberhalb von 750 hPa und Nordwest- bis Nordwind darunter. Oberhalb von 700 m ist die Troposphäre zudem ganz im Südosten
noch potentiell instabil geschichtet mit Cape-MU von 100 bis 500 J/Kg. Somit
können hier gelegentlich kurze (abgehobene) Gewitter entstehen, die in den zeitweiligen Regen eingebettet sind. 12stündig werden dabei im Südosten Deutschlands bis 18 UTC meist Regenmengen zwischen 10 und 25 mm simuliert und in
einem Streifen vom Allgäu und vom Bodensee bis zum Bayerischen Wald gebietsweise
Dauerregenmengen über 25 mm. Nach CD2 und Euro4 sind gar im Allgäu Unwettermengen über 40 mm drin. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei CD2-EPS
bei bis zu 35 Prozent und bei CosmoLEPS bis 24 UTC bei bis zu 25 Prozent. Auch 24stündig werden teils die Dauerregenwarnschwellen gerissen und Unwettermengensind kleinräumig möglich (Allgäu).

Im Westen und Nordwesten sorgt die Trogvorderseite nebst Abkühlung in der Höhe
ab dem Nachmittag für kurze Gewitter, die häufig im gelben Bereich, aber vereinzelt auch im markanten Bereich liegen. Dabei sorgen einzelne stürmische
Böen für die markante Warnrelevanz. Für die kräftigen Böen spricht ein inverses
V-Profil der Temps und immerhin bis 20 kt Mittelwind in 850 hPa. Außerhalb der
Gewitter gibt es an der Nordsee und im nördlichen Schleswig-Holstein noch bis
zum Abend steife Windböen.
Zwischen dem ŽSchlechtwettergebietŽ im Südosten und der Gewitterzone im Nordwesten gibt es einen Bereich von der Pfalz und Südbaden bis zur Mitte mit
nur vereinzelten Schauern und im Nordosten ist es sogar häufig trocken. In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Trog zur Deutschen Bucht und zum westlichen Deutschland. Damit bleiben uns auch nachts vor allem im Nordwesten
örtliche Schauer erhalten. Einzelne Gewitter sind vor allem im Nordseeumfeld
denkbar. Im Südosten hält die Gegenstromlage anfangs noch an, so dass es zunächst noch weiter regnet, wobei die Mengen aber abnehmen (in der 2. Nachthälfte meist unter 5 mm).

Dienstag… Der Höhentrog schwenkt von Deutschland unter Abschwächung nach Polen. Es folgt aber von Westen noch ein weiterer Troganteil nach, der im Laufe
des Abends den Westen erreicht. Die Kaltluftadvektion dauert dabei über weiten
Teilen Deutschlands an, es fließt schließlich vom Nordostatlantik frische Meeresluft nach Deutschland, wobei die Temperatur in 850 hPa auf 4 Grad im Emsland und 8 Grad in Südbayern sinkt. So verstärkt sich der über dem Süden liegende schwache Azorenhochkeil etwas und weitet sich zum südöstlichen Mitteleuropa hin aus. Das sorgt im Süden doch für leichte
Stabilisierung, so
dass dort nur einzelne Schauer auftreten dürften (nach letzten Regenfällen ganz
im Südosten).
Anders im Norden sowie in NRW: Hier sind Schauer häufiger und vor allem im Nordosten kann es kurze Kaltluftgewitter geben. Abends nimmt die Gewittergefahr
im Umfeld der Nordsee und in NRW sowie im Emsland durch den neuen Trog wieder
zu.
Bei wechselnder, mitunter starker Bewölkung steigen die Temperaturen nur noch
auf Werte zwischen 18 Grad auf Eiderstedt und 23, vielleicht 24 Grad in der Lausitz. Steife bis vereinzelt stürmische Böen kann es in der Nordhälfte allenfalls bei Schauern oder Gewittern geben.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich der zweite Trog nur langsam weiter nach
Osten. Die Konvektion kommt tagesgangbedingt weitgehend zum Erliegen, einzig in
Küstennähe und über dem „warmen“ Wasser von Nord- und Ostsee reicht es für weitere Schauer oder kurze Gewitter, die teils diabatisch, teils durch eine sich
ausbildende Küstenkonvergenz ausgelöst werden.
Außerhalb der Konvektion frischt der SW- bis W-Wind an der Küste mitunter böig
auf mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für Böen 7 Bft an der Ostsee.

Mittwoch… zonalisiert die Höhenströmung über Mitteleuropa
vorübergehend, ja es
zeigt sich sogar ein flacher Höhenrücken, der gestützt durch leichte WLA über
uns hinweg zieht. Erst zum Donnerstag folgt der nächste Trog. Zuvor weitet sich
der Bodenhochkeil nach Norden aus und sorgt für leichten
Zwischenhocheinfluss.
Bis auf einzelne Schauer oder kurze Gewitter im Küstenbereich bleibt es tagsüber
weitgehend trocken. Am Nachmittag und Abend greift dann kräftigere WLA auf die
westlichen Landesteile über, die nicht nur die Bewölkung dichter werden lässt,
sondern im Laufe des Abends im äußersten Westen und Nordwesten auch ersten Regen
bringt. Er kündigt die Annäherung eines Frontensystems an, das zu einem Tief
gehört, welches von Großbritannien zur Nordsee zieht. In der atlantischen Luftmasse sind
Tageshöchstwerte zwischen 19 Grad auf Sylt und 24 Grad am Oberrhein zu erwarten.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Entwicklung wird für die Basisfelder sehr ähnlich simuliert.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden