SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 190800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 19.01.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL HB
Übergang zu gradientschwachem Hochdruckwetter ohne markante Wettererscheinungen.
Nur im Norden leichter Tiefdruckeinfluss.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC

Sonntag… befindet sich der Vorhersageraum im Einflussbereich eines Höhentroges
mit eigenem Zentrum über dem Südosten von Deutschland. Da sich dieses Höhentief
nicht mehr im Bodendruckfeld wiederfinden lässt, kann man es als Kaltlufttropfen
bezeichnen. Am Boden kann man ein sich kräftigendes Hochdruckgebiet finden,
dessen Zentrum zum Mittagstermin bei den Britischen Inseln mit einem Kerndruck
von über 1045 hPa zu finden ist. Dieses Bodenhoch wird gestützt durch einen
kräftigen, aber eher zonal ausgerichteten Hochkeil, dessen Achse sich nördlich
von Deutschland in Richtung Südskandinavien erstreckt.

Mit dem Trog ist auch ordentlich Höhenkaltluft in Deutschland aktiv. So liegt
die 500 hPa Temperatur bei unter -35 Grad. Bei 850 hPa Temperaturen um -5 Grad,
ergibt sich damit eine Differenz von bis zu 30 K. Nicht überraschend sind im
Tagesverlauf einige Schauer aktiv. Das gilt vor allem für die Mitte und den
Süden des Landes. Gewitter sind hingegen eher unwahrscheinlich. Das liegt
insbesondere daran, dass beim Blick auf die CD2-Soundingen die CTT (Cloud top
temperature) nur wenig unter -10 Grad vorhergesagt wird.
Weiter nach Norden sind kaum Schauer zu erwarten, da dort zum einen das Absinken
durch den nahen Hochkeil stärker ist und zum anderen auch die Lapse Rates nicht
gar so steil sind. Mit Unterstützung des „warmen“ Nordseewassers sind zumindest
dort ein paar wenige schwache Schauer zu erwarten.

Die in der Mitte und im Süden zu erwartenden Schauer fallen im Tiefland
allgemein als Regen, hier und da auch mal mit Graupel oder nassem Schnee
vermischt. Im Bergland ist ab etwa 300 bis 400 m mit geringfügigem Neuschnee zu
rechnen, sodass es vorübergehend auch einmal glatt werden kann. Wenn sich im
Lauf des Tages der Trog bzw. das Zentrum des Höhentiefs etwas weiter nach Osten
verschiebt, kommt an den Alpen eine gewisse Anstaukomponente hinzu, die auch in
den Nachtstunden noch anhält. Damit sind im Alpenstau 5 bis 10 cm an Schnee bis
Montagmorgen im Bereich des Möglichen.

Am freundlichsten wird es im heutigen Tagesverlauf in Schleswig-Holstein, wo man
auch etwas vom Skandilee profitiert, sodass dort zum Teil langanhaltend die
Sonne scheint.

Zu erwähnen ist noch der Wind, der im Nordseeumfeld stark böig weht. Auf der See
sowie an exponierten Küstenabschnitten sind auch einzelne stürmische Böen
möglich.

In der Nacht auf Montag verstärkt sich der Hochdruckeinfluss und kommt weiter in
Richtung Deutschland voran. So steigt der Luftdruck in ganz Deutschland über
1040 hPa. In Südengland werden knapp 1049 hPa vorhergesagt. Auch in der Höhe
löst sich der Kaltlufttropfen zusehends auf. Die zonal ausgerichtete Keilachse
verschiebt sich etwas weiter nach Süden in Richtung Dänemark.

Mit dem zunehmender Antizyklonalität und damit Absinken, gibt es kaum noch
Schauer, einzig am Alpenrand kann es staubedingt wie oben geschrieben noch etwas
schneien. Zum Teil halten sich noch tiefe Wolkenfelder. Im Norden ist zudem
etwas WLA aktiv, die den Höhenkeil überlaufen hat, sodass auch dort zeitweise
dichter Wolkenfelder vorüberziehen. Sonst kann die Wolkendecke auch mal stärker
auflockern. Im Nordwesten, in Küstennähe sowie in einigen Ballungszentren bleibt
die Nacht oft noch frostfrei. Sonst gibt es verbreitet leichten Frost bis -5
Grad. In höheren Berglagen im Süden und Osten sowie im Alpenvorland sind
durchaus auch mal unter -5 Grad möglich.

Beim Blick auf die Differenz von Belags- und Taupunktstemperatur zeigt sich,
dass vor allem in den nördlichen Landesteilen recht verbreitet Reifbildung zu
erwarten ist. Aber auch von der Mitte bis in den Süden kann es in den Regionen,
wo es in den Nachmittags- und Abendstunden noch Schauer gegeben hat zu Glätte
durch überfrierende Nässe kommen.

Zu guter Letzt sei noch die Bise zu erwähnen, die aufgrund einer ausreichenden
Luftdruckdifferenz zwischen Genf und Güttingen (bis 5 hPa) in Gang kommt und vor
allem in der Bodenseeregion bis etwa Montagmittag für einige Windböen sorgen
wird. Auf dem Feldberg treten Sturmböen auf.

Montag… erstreckt sich eine Hochdruckbrücke vom östlichen Nordatlantik bis zum
Schwarzen Meer und hat damit große Teile von Europa im Griff. Schaut man in die
Höhe so sieht man, dass der Süden immer noch von einem sich immer weiter
abschwächenden Kaltlufttropfen beeinflusst wird. Gleichzeitig kommt die Achse
des Keils noch etwas weiter nach Süden voran und erreicht damit den Norden
Deutschlands. Der Höhenkeil ist eigentlich mittlerweile ein eigenständiges
Höhenhoch. In Kombination mit dem kräftigen Höhentief bei Gibraltar ergibt sich
damit eine High over Low Lage. Die eigentliche Frontalzone verläuft nördlich des
Höhenhochs und beeinflusst vor allem Nordskandinavien. Ausläufer davon
überlaufen aber die Nordostflanke des Höhenhoch uns sorgen zumindest im Norden
von Deutschland für dichte Wolken und gelegentlich ein paar Tropfen.

Im großen Rest des Landes dominiert Absinken. Allerdings kann sich, wie bei der
schwachgradientigen Lagen eben üblich, die Grenzschichtfeuchte in Form von Nebel
und Hochnebel in einigen Regionen zäh halten. Schaut man sich die
Prognosesoundings an, dann sieht man aber, dass die Inversion in den meisten
Regionen bei 400 m liegt, sodass große Teile des Berglandes auf der Sonnenseite
liegen.

Der Wind frischt an der See im Tagesverlauf etwas auf, sodass zumindest auf
Rügen einzelne Windböen auftreten können.

In der Nacht auf Dienstag liegt die Achse des Höhenhochs über Deutschland und
auch Boden erstreckt sich das Hoch von Südengland über das Bundesgebiet bis zum
Balkan.

Durch das anhaltende Absinken erreicht die Inversion den Boden, sodass sich die
Bewölkung vielfach auch in den Tallagen auflöst. In den klassischen Lagen im
Süden deuten einige Modelle an, dass sich tiefe Bewölkung (Nebel und Hochnebel)
auch in den Nachtstunden halten können. Im Norden befindet man sich weiter im
Randbereich der etwas nach Süden vorankommenden Frontalzone, sodass dort
ebenfalls dichtere Wolkenfelder unterwegs sind.

Damit bleibt es im Norden frostfrei mit 5 bis 1 Grad. Sonst gibt es verbreitet
leichten bis mäßigen Frost. Je nachdem wie lange es klar ist, können die Werte
auf 0 bis -8 Grad, an den Alpen auch auf -10 Grad sinken. Glätte ist vor allem
in Verbindung mit lokal stärkeren Reifablagerungen oder durch überfrierende
Nebelnässe denkbar.

Der Wind legt im Norden noch etwas zu, sodass auf den nordfriesischen Inseln und
an der Ostsee zeitweise Windböen auftreten.

Dienstag… liegt die Hochdruckbrücke immer noch quer über Deutschland und sorgt
vor allem über der Mitte und dem Süden für viel Sonnenschein. Nur in einigen
wenigen Regionen (z.B. Nordhessen, Bodensee, Donau und angrenzende Flusstäler)
bleibt es zum Teils ganztags grau.

Im Norden und Nordosten befindet man sich weiter im Randbereich des Hochs,
sodass Ausläufer der kräftigen Tiefs über der Barentssee für dichte Wolkenfelder
und gelegentlich ein paar Tropfen Regen sorgen.

Warntechnisch ist noch der Wind zu erwähnen. An der Nordostflanke der
Hochdruckbrücke sind die Luftdruckgegensätze ausreichend für Windböen, die auf
den nordfriesischen Inseln und der Nordsee zu erwarten sind. Darüber hinaus
verläuft der Tag voraussichtlich warnfrei.

Dort wo sich Nebel/Hochnebel halten, bleibt es dauerfrostig, sonst werden 3 bis
7 Grad erwartet.

In der Nacht auf Mittwoch ändert sich an der Großwetterlage nichts Wesentliches.
Die dichten Wolkenfelder aus dem Norden kommen noch etwas südwärts bis zur Mitte
voran. Gelegentlich kann ein wenig Niederschlag fallen. Den Prognosesoundings
folgend ist dies wohl Sprühregen. An der Ostsee gibt es anhaltend Windböen. Die
Tiefstwerte liegen dort bei 5 bis 1 Grad.

In der Südhälfte wird es abgesehen von den bereits tagsüber angesprochenen
Gebieten vielfach klar bleiben, sodass die Tiefstwerte zwischen -1 und -10 Grad
erwartet werden. Abgesehen von lokaler Reifglätte oder Glätte durch
überfrierende Nebelnässe bleibt es warnfrei.

Modellvergleich und -einschätzung

Es lassen sich keine nennenswerten Unterschiede im kurzfristigen
Vorhersagebereich ausmachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 180800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 18.01.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
Anfangs im Südosten und Süden noch Glatteis, an den Küsten stürmische Böen. Im
Tagesverlauf vereinzelt auch Graupelgewitter möglich. Im Süden kurzes
winterliches Intermezzo, ab Montag Hochdruckeinfluss.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag… greift ein Höhentrog auf Deutschland über und seine Achse liegt am
Abend meridional über der Mitte. Dadurch kommt höhenkalte Luft zu uns. Am Abend
beträgt die Temperatur in 500 hPa im Nordwesten teils unter -35 Grad. Auch die
Temperatur in 850 hPa sinkt im Verlauf des Tages von 0°C auf -5°C bis -6°C heute
Abend. Dadurch muss heute den ganzen Tag über mit Schauern, teils auch mit
kurzen Graupel-Gewittern gerechnet werden. In den Bergen oberhalb von 500 bis
700 m gehen die Niederschläge in Schnee über.

Am Boden liegt über dem Südosten noch das wellende Frontensystem eines Tiefs
über Skandinavien. Die Front verlagert sich am Vormittag weiter nach Osten.
Trotzdem gibt es im Südosten bis heute Abend nochmals 5 bis 10 mm Niederschlag,
das bedeutet für die Staulagen an den Alpen oberhalb von etwa 600 bis 700 m
teilweise bis über 10 cm Neuschnee.

Ein weiterer Warnparameter heute ist der Wind, denn südlich eines Randtiefs über
Südnorwegen gibt es einen kräftigen Gradienten. Somit kann es an den Küsten
steife und exponiert auch stürmische Böen (Bft 7 bis 8) geben. Davon betroffen
ist morgens vor allem der Nordseeküstenbereich, im Tagesverlauf mit Abzug des
Tiefs in Richtung Osten, der Ostseeküstenbereich. Auch in exponierten
Gipfellagen sind stürmische Böen zu erwarten. Gegen Abend schwächt sich der Wind
dann ab.

In der kommenden Nacht regeneriert sich der Trog von Westen her. Seine Achse
liegt nach wie vor über der Mitte von Deutschland. Aufgrund des Vorstoßes eines
Keils des ostatlantischen Höhenhochs in Richtung der Britischen Inseln kippt die
Achse des Troges etwas nach Osten. Diese Entwicklung stützt ein überaus
kräftiges Bodenhoch über England, von dem aus ein Keil in Richtung
Süddeutschland gerichtet ist. Der Druck steigt daher an und liegt am Sonntag im
Süden bei über 1030 hPa.

In der Nacht gibt es weitere Schauer, die aufgrund der absinkenden
Schneefallgrenze bis auf 300 m in Süddeutschland fast überall als Schnee
niedergehen. Aufgrund des nordöstlichen Anstaus kann es vor allem am
südöstlichen Alpenrand noch längere Zeit schneien. Die Modelle prognostizieren
dort nochmals über 5 cm Neuschnee. Sonst fallen in Süddeutschland allerdings nur
1 bis 2 cm Schnee. Die Nacht ist im Süden frostig und somit muss mit Glätte
durch Schneematsch und überfrierende Nässe gerechnet werden.
An der Nordseeküste kann es noch vereinzelt Böen der Stärke 7 geben.

Sonntag… dehnt sich der Höhenkeil über England weiter in Richtung Skandinavien
aus und drückt den Trog nach Osten. Dabei kommt es über Süddeutschland und den
Alpen zu einem Cut-Off. Das entstandene abgeschlossene Höhentief zeigt keine
Signaturen am Boden und fungiert somit als Kaltlufttropfen.

Ansonsten stützt und verstärkt die insgesamt antizyklonale Entwicklung in der
Höhe das Bodenhoch mit Zentrum über Südengland und so kann es sich weiter nach
Osten ausdehnen. Das bedeutet für unser Wetter, dass sich die Schauertätigkeit
über dem Norden zusehends abschwächt und vor allem ganz im Norden ist auch für
längere Zeit die Sonne zu sehen. Hier wirkt auch der durch die Überströmung der
norwegischen Gebirge entstandene Skandinavienföhn, der für eine Abtrocknung der
Luftmasse sorgt. Nach Süden zu gibt es in der höhenkalten Luft weitere Schauer,
wobei über 400 m mit Schnee gerechnet werden muss. Dabei kann es vor allem im
Nordstau der süddeutschen Mittelgebirge sowie an den Alpen 5 cm Neuschnee geben.

Im Tagesverlauf setzt sich von Norden her Wetterberuhigung durch und die
Temperaturen steigen auf 2 Grad im Süden und 8 Grad an der Küste an.

In der Nacht zum Montag dehnt sich das Bodenhoch mit einer Kernisobare von 1045
hPa weiter nach Osten, in Richtung Deutschland aus. Somit schwächen sich die
Schneeschauer auch im Süden sukzessive ab, am längsten dauert die
Schauertätigkeit am Alpenrand an. Größere Neuschneemengen sind allerdings nicht
zu erwarten. Vor allem im Norden und im Osten muss in der Nacht mit Nebel
gerechnet werden. Es gibt außer im Nordwesten leichten, nach Süden zu auch
mäßigen Frost mit der entsprechenden Straßenglätte.

Montag… schwenkt der Höhenhochkeil weiter nach Süden und liegt am Abend mit
seiner Achse über Norddeutschland. Das stützt das weiterhin sehr kräftige
Bodenhoch, das sich dann von England bis in den nördlichen Balkan erstreckt. Dem
steht niedriges Potential und Druck über Nordafrika gegenüber, sodass sich eine
High-over-Low“ Konstellation eingestellt hat.
Auf der Südseite des Bodenhochs stellt sich über dem Südwesten eine Bisenlage
ein mit den entsprechenden östlichen Winden, die vor allem den Gipfellagen des
Schwarzwaldes zu steifen bis stürmischen Böen (Bft 7 bis 8) führt. Warnwürdige
Böen im Flachland sind aber eher die Ausnahme.

Am Montag bleibt es im ganzen Land trocken. Die Sonne ist am ehesten im Süden
und auf den Bergen zu sehen, denn im Flachland der Mitte und im Norden ist es
unterhalb einer Inversion bei etwa 800 m eher neblig-trüb. Weiterhin gibt es im
Norden aufgrund WLA, die um den Keil herumgeführt wird, mittelhohe Bewölkung.
Die Temperaturen steigen im Nebel auf 2, sonst auf bis zu 7 Grad.

In der Nacht zum Dienstag liegen wir weiterhin unter dem Höhenkeil und damit
unter Absinken. Es klart auf und die Temperaturen sinken außer im Norden überall
unter den Gefrierpunkt. Im Süden gibt es verbreitet strengen Frost. Vereinzelt
kann es Nebel geben wobei die Wahrscheinlichkeit dafür aufgrund Abtrocknung
nicht mehr so hoch ist wie in den Nächten davor.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle stimmen im Kurzfristzeitraum recht gut überein. Prognose- oder gar
warnrelevante Unterschiede sind nicht auszumachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Rolf Ullrich

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 170800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 17.01.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Übergang von SWz (Südwest zyklonal) zu HB bzw. BM (Hoch Britische Inseln
bzw. Brücke Mitteleuropa)

Heute und kommende Nacht Kaltfrontpassage mit deutlichem Luftmassenwechsel
(modifiziert subtropisch => polar maritim) und – man höre und staune –
winterlichen Features. Vor allem an und in den Alpen etwas Neuschnee.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag… zeigt die großräumige Potenzialverteilung ein solides und vor allem
leicht progressives Trog-Keil-Muster. Es bringt uns in Deutschland – by the way

  • am Wochenende eine Pause des Januarfrühlings respektive ein Stutzen der
    Temperaturen auf Normalmaß, nicht mehr, nicht weniger. Immerhin, auch der
    Begriff „Schnee“, der mittlerweile schon ein Nachschlagen im Fremdwörterlexikon
    erfordert, taucht mal wieder in den Wetterberichten auf, ohne dass nun aber
    gleich der ganz große Winter ausbricht. Wir sind ja bescheiden geworden und
    Mann/Frau freut sich (vielleicht nicht jeder, aber viele), dass wenigstens im
    Bergland mal wieder etwas Schnee gemeldet wird.
    Zu den Fakten, die uns heute im besagten T-K-Muster genau zwischen den Stühlen
    unter einer südwestlichen Höhenströmung sehen, die im Zuge einer leichten
    Amplifizierung des sich von Westen langsam nähernden Höhentrogs etwas aufsteilt.
    Bemerkenswert ist die relativ weit nach Osten ausgreifende trogvorderseitige
    KLA, die – das sei schon mal vorweggenommen – den dynamischen Hebungsimpuls
    nicht unerheblich dämpft.
    Ansonsten fallen auf der Wetterkarte das jeweils mit den zugehörigen
    Potenzialstrukturen korrespondierenden Hoch und Tief ins Auge: DIRK (H) über dem
    nahen Osteuropa, Heile (T) heute früh nördlich von Schottland. Während sich der
    gute DIRK nicht gerade als Temperamentsbolzen entpuppt und von seiner
    angestammten Position nur wenig abweicht, zieht es Sturmtief HEIKE im Laufe des
    Tages zur Norwegischen See. Dabei füllt sie sich etwas auf von knapp unter 975
    hPa heute Morgen auf knapp unter 985 hPa zum Datumswechsel. Die zugehörige
    Kaltfront (derzeit sind es noch zwei mit einer vorlaufenden Kaltfront, die wegen
    ihres maskierten Charakters als Höhenfront analysiert wurde) greift in der
    zweiten Tageshälfte auf die westlichen Landesteile, von wo aus sie sich zwar
    langsam, aber auch genauso sicher nach Osten vorarbeitet. Sie bringt uns einen
    durchaus merklichen Luftmassenwechsel von milder, subtropisch angehauchter Luft
    hin zu maritimer Kaltluft polaren Ursprungs. Um das zu dokumentieren, eignet
    sich wie so oft die 850-hPa-Temperatur, die von etwa +2 bis +6°C am
    Freitagmorgen auf -1 bis -6°C am Samstagmorgen zurückgeht.
    Wettermäßig lässt sich der heutige Tag summa summarum noch eher als antizyklonal
    titulieren, auch wenn der Luftdruck stetig fällt. Wir starten verbreitet sonnig,
    auch wenn im Westen und Nordwesten schon erste Vorboten der zyklonalen Gebilde
    in Form hoher und mittelhoher Wolken gesichtet werden. Teile der
    Donauniederungen und Ostbayerns sowie der zentrale Mittelgebirgsraum haben
    hingegen mit einigen Nebel- oder Hochnebelfeldern zu kämpfen, die sich teilweise
    auch nur zögerlich auflösen werden. Im weiteren Verlauf nimmt die Bewölkung von
    Westen her weiter zu und gegen Mittag muss dann im Grenzbereich zu Benelux mit
    den ersten edlen „Tröpsche“ gerechnet werden. Bis zum Abend dürfte es dann
    zwischen Nordsee und Südbaden leicht regnen, teils auch mit Unterbrechung. Im
    Osten hingegen ist man davon noch weit entfernt, z.T. kommt dort noch nicht mal
    die vorlaufende hohe oder mittelhohe Bewölkung an. Die Temperatur erreicht noch
    mal Höchstwerte von 6 bis 13°C mit den Spitzen im Oberrheingraben, wohingegen
    Ostbayern gebietsweise nur auf 2 bis 5°C kommt.
    Thema Wind, der heute keine großen Schlagzeilen schreibt. Ein paar steife oder
    stürmische Böen 7-8 Bft in exponierten Kamm-, Kuppen- und Gipfellagen, dazu
    etwas Böhmischer Wind in Sachsen (vor allem in den für Südostwind günstig
    geschnittenen Tälern wie z.B. Elbe, aber auch Neiße und Spree). Dabei kommt der
    Wind zunächst aus Süden oder Südosten, bevor er später im Westen allmählich auf
    Südwest dreht.

In der Nacht zum Samstag passiert die Kaltfront wie schon erwähnt den
Vorhersageraum ostwärts. Im Schlepptau führt sie den Höhentrog heran, der aber
südlich der Alpen abtropft und über dem Golf von Genua eine Zyklogenese in Gang
setzt. Dies sowie die Tatsache, dass das nördliche Trogresiduum dichter an die
Front heranrückt und somit deren Zusammenarbeit verbessert wird, sorgt
insbesondere im Süden (quasi im unmittelbaren Vorfeld der Trogspitze) für eine
Intensivierung der Niederschläge. Hebungs- bzw. Verdunstungsabkühlung sowie
fortlaufende KLA sorgen für ein allmähliches Absinken der Schneefallgrenze auf
etwa 800 bis 600 m, nach Westen hin noch etwas darunter (wenn dort allerdings
nicht mehr viel fällt). Während in den Hochlagen der Mittelgebirge nur
Überzuckerung stattfindet, bestenfalls 1-2 cm (häufig reicht eine
Glättewarnung), darf in den Alpen auf 2 bis 7 cm, in Staulagen des Allgäus sogar
mit 10 bis 15 Neuschnee gerechnet werden – wow!!
Bevor der Niederschlag in Schnee übergeht, hat bekommt der Südosten Bayerns (und
wenn es dumm läuft auch das Erzgebirge) wahrscheinlich ein vorübergehendes
Problem mit Glatteis. Die Grundschicht kühlt schneller ab als die untere
Troposphäre, so dass kurzzeitig mal die berühmt-berüchtigte „warme Nase“ in den
Soundings auftaucht. Gegen Morgen sollte der Spuk dann aber spätestens beendet
sein, wenn KLA und Hebungs-/Niederschlagsabkühlung die Schichtung quasi-isotherm
gebügelt haben und dann wohl nasser Schnee fällt.
Hinter der Kaltfront lockert die Bewölkung kurzzeitig mal auf, es folgt aber
alsbald ein Bodentrog (sowie der Höhentrog mit Kaltluft bis zu -35°C in 500 hPa)
nach, der mit einigen Schauern einhergeht (Norden, Westen). Über der Nordsee ist
vereinzelt sogar Blitz und Donner nicht gänzlich ausgeschlossen. Auch wenn nicht
viel fällt, in den Mittelgebirgen sollte man Glätte vor geringfügigem Schneefall
oder Schneematsch, teils aber auch durch gefrierende Nässe auf dem Schirm haben.
Mit dem Bodentrog frischt der weiter rechtdrehende Wind kurzzeitig etwas auf,
ohne dass die ganz große Warnerregung ausbricht. Wahrscheinlich wird man sogar
weitgehend ohne Warnungen auskommen, wenn man mal von den exponierten Hochlagen
(8-9 Bft; teils Einzelfall) absieht. In Sachsen lässt der Böhmische Wind von
Westen her allmählich nach.

Samstag… wird dann der gesamte Vorhersageraum vom Höhentrog bzw. dem, was noch
davon übrig ist (und das ist eine ganze Menge) vereinnahmt. Dabei werden wir von
hochreichend maritimer Polarluft geflutet, in der die 500-hPa-Temperatur auf -28
bis -36°C zurückgeht, während sich T850 um -5°C rankt. Allein die
Differenztemperatur zwischen diesen beiden Höhenniveaus zeigt eine nicht zu
unterschätzende Labilität der Luftmasse an, die letztlich in Schauer und sogar
vereinzelte kurze Graupelgewitter münden. Ohnehin muss man konstatieren, dass
bei dieser Höhenkaltluft Graupel bis ganz unten fallen kann und die
Schneefallgrenze bei rund 400 m anzusiedeln ist, +/- je nach Intensität.
Allerdings sind Schauerwahrscheinlichkeit respektive -frequenz über Deutschland
nicht gleichverteilt. So deutet die Numerik weitgehend einmütig ein
Konvektionsminimum im Osten und Nordosten, ein Maximum hingegen im Nordwesten
an. An den Alpen sowie im südlichen Alpenvorland schneit es mit Hilfe leichter
Staueffekte (allerdings keine klassische Staulage) noch für längere Zeit, was
unter dem Strich lokal noch mal bis zu 10 cm, in exponierten Lagen mit einer
dicken Prise gesunden Optimismus‘ vielleicht 15 cm Neuschnee bringt. Allerdings
ist im Tagesverlauf von Westen her eine Abnahme der Schneefallaktivität zu
erwarten. In den Mittelgebirgen wird der Neuschneezuwachs – man muss es so klar
sagen – enttäuschend ausfallen, mit Glück kommen hier und da ein paar Zentimeter
zusammen, thatŽs it.
Darüber hinaus sei der Chronistenpflicht halber sowie vor dem Hintergrund
zukünftiger Betrachtungen noch erwähnt, dass sich das Sturmtief HEIKE immer
weiter von uns entfernt und sich gleichzeitig über UK/Irland ein Hochdruckgebiet
etabliert, das über eine veritable Wachstumsrate verfügt (sprich Druckanstieg).
Sind es am Morgen gerade mal knapp über 1025 hPa, könnte um Mitternacht bereits
die 1040-hPa-Marke erreicht sein. Der westliche Wind spielt weiterhin nur eine
bescheidene Nebenrolle, meint, im äußersten Norden ab und zu mal eine steife Böe
7 Bft (teils an Konvektion gebunden) sowie ein paar 7/8er-Böen in exponierten
Hochlagen, mehr ist nicht drin. Mit zweistelligen Temperaturen ist es erst mal
vorbei, 2 bis 8°C lautet die Spanne am morgigen Bundesligasamstag (ja, ja, es
geht schon früh wieder los).

In der Nacht zum Sonntag wird der Höhentrog über Deutschland noch mal kurzzeitig
regeneriert durch einen rückseitig hineinlaufenden Kurzwellenanteil, was seine
Progression nach Osten hemmt. Gleichwohl steigt der Luftdruck bereits kräftig an
(KLA), was Süddeutschland einen Keil des o.e. „UK-Hochs“ beschert, während der
Norden und Osten noch die Passage eines Bodentrogs genießen dürfen. So oder so,
trotz „ungünstiger“ Tageszeit simulieren eigentlich alle Modelle ein Schauer,
die bei 850-hPa-Temperaturen um -6°C durchaus auch mal bis in tiefe Lagen als
Schnee fallen können (vielleicht nicht gerade in Nordseenähe), ohne dabei
freilich eine nennenswerte Schneedecke zu erzeugen. In den Mittelgebirgen sowie
an den Alpen hingegen könnten wenigstens ein paar Zentimeter zusammenkommen.
Dies sowie die Tatsache, dass die Temperatur insbesondere im Süden und in der
Mitte vielerorts in den leichten Frostbereich zurückgeht, rückt das Thema
„Glätte“ verstärkt in den Fokus, sei es durch Schnee(matsch), sei es durch
gefrierende Nässe. Nach tage- (teils sogar nächtelangem) Frühlingsdasein sollte
warntechnisch diesbezüglich eine offensive Taktik zur Anwendung kommen.
Nicht zu vergessen der zwischen Hochkeil und Bodentrog zunehmende Gradient im
Nordwesten, der auf und an der Nordsee den auf Nordwest drehenden Wind soweit
auffrischen lässt, dass dort eine kleine Warnung nötig sein wird (7 Bft).

Sonntag… tropft der Höhentrog quasi ein zweites Mal über dem Süden
Deutschlands ab. Gleichzeitig formiert sich über dem Ostatlantik ein
monumentaler Höhenrücken, der sich von den Kanaren bis hoch zum Europäischen
Nordmeer erstreckt. Dieser Rücken stützt bzw. forciert das zugehörige Bodenhoch,
das seinen Schwerpunkt nach wie vor im Bereich Südengland/Wales hat und sich
dort an die 1050-hPa-Marke heranpirscht – eine sehr bemerkenswerte Hausnummer
für ein rein dynamisch erzeugtes Hochdruckgebiet! Der zugehörige Keil breitet
sich immer weiter nach Osten bis zum Balkan respektive dem Schwarzen Meer und
der Ukraine aus, was weite Teile Mitteleuropas unter Hochdruckeinfluss bringt.
Dass sich das Wetter bei uns am Sonntag trotzdem wechselhaft und sehr
wolkenlastig präsentiert, ist dem o.e. Höhentief geschuldet, das aufgrund des
fehlenden Bodentiefs den Status eines Kaltlufttropfens (KLT) innehat. Dieser hat
seinen Namen wirklich verdient, ist er doch angefüllt mit höhenkalter Luft von
z.T. unter -35°C in 500 hPa. Bei T850 von -5 bis -8°C garantiert der KLT vor
allem im Süden und in der Mitte weitere Schauer, die bis in tiefe Lagen als
Schnee oder Schneeregen fallen. Da der Wind auf nördliche Richtungen dreht,
können an den Nordrändern der Mittelgebirge durchaus 2 bis 5 cm (GFS ist
offensiver als die anderen Modelle), an den Alpen um Neuschnee zusammenkommen.
Im Norden hingegen trocknet die Luftmasse vorübergehend ab, was der Winddrehung
und der damit verbundenen Überströmung der norwegischen Gebirge
(„Skandinavienföhn“) geschuldet ist. Dieser Sachverhalt garantiert nicht nur
eine von Norden her abnehmende Schauerneigung, sondern einigen Regionen (vor
allem SH) sogar einige Sonnenstunden. Bei Nachmittagstemperaturen nahe 6°C
(Taupunkte um 1°C) und einem leicht böigen (aber nicht warnwürdigen)
Nord-Nordwestwind wird der eine oder die andere trotz Einstrahlung vielleicht
doch mal die Handschuhe beim Sonntagsspaziergang zum Einsatz bringen.
Mit bis zu 7°C wird es im Norden und Nordwesten übrigens am wärmsten, sonst
stehen Temperaturmaxima von 1 bis 6°C auf der Karte, oberhalb rund 500 m gibt es
sogar leichten Dauerfrost. Trotz deutlich ausgeprägter Supergeostrophie spielt
der Wind warntechnisch keine Rolle, auch an der Nordsee wird er bereits am
Vormittag schon wieder schwächer.

Die Nacht zum Montag bringt dann eine abnehmende Schauerneigung. Vor allem im
Süden und Südosten reicht es aber noch für ein paar schwache Schneeschauer, laut
IFS auch im Westen und Nordwesten, was aber Alleinstellungsmerkmal besitzt. Mit
Ausnahme einiger Gebiete in Nord- und Westdeutschland (teils aufziehende Wolken,
teils wärmender Meereseffekt bei auflandigem Wind, der allerdings wird rückdreht
auf westliche Richtungen) geht die Temperatur auf 0 bis -5°C zurück (mögliche
Glätte inclusive). Im Bergland sowie an den Alpen ist mäßiger, über frischem
Schnee sogar strenger Frost wahrscheinlich, wenn es lang genug „aufgeht“.
Gebietsweise bildet sich Nebel oder Hochnebel, insbesondere nördlich der
Divergenzachse des Hochkeils, wo die Luft allmählich wieder feuchter wird.

Modellvergleich und -einschätzung

Die beschriebene Entwicklung als solche kann als unstrittig angesehen werden.
Dass die Niederschlagsprognosen untereinander gewisse Abweichungen aufzuweisen
haben, ist nicht ungewöhnlich. Die Streuung hält sich aber insgesamt in Grenzen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 160800 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T 
ausgegeben am Donnerstag, den 16.01.2020 um 08 UTC 

GWL und markante Wettererscheinungen: 
GWL: SWz, Samstag Übergang zu HB 
Heute und Freitag noch sehr mild, danach mit Kaltfrontdurchgang kühler. Auf 
einigen exponierten Gipfeln zeitweise Sturmböen, in Südostbayern in der Nacht 
zum Samstag Glatteisgefahr! 

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC 
 
Donnerstag… befindet sich Deutschland unterhalb einer nur leicht 
mäandrierenden südwestlichen Höhenströmung. Darin eingebettet, schwenkt bis zum 
Abend ein flacher Höhenrücken nach Mitteleuropa. Dieser kann sich aufgrund 
kräftiger WLA vorderseitig eines sich allmählich den Britischen Inseln 
annähernden Langwellentroges etwas verstärken und wölbt sich ein wenig nordwärts 
auf. 
Der Rücken stützt im Bodenfeld einen Hochkeil, der – ausgehend von einem 
Hochdruckgebiet über dem östlichen Alpenraum – bis nach Nordwestdeutschland 
reicht. Im Tagesverlauf verlagern sich beide Systeme allmählich ostwärts. 
Vorderseitig des Keils schwenkt aktuell eine kaum mehr wetterwirksame Kaltfront 
über den Südosten des Landes hinweg ostwärts und löst sich dabei mehr und mehr 
auf. Mit der noch vorhandenen schwachen frontalen Hebung wird die vielerorts 
dort vorhandene Hochnebeldecke etwas angehoben, hier und da fällt dabei etwas 
Nieselregen, der entlang der Donau und im östlichen Oberbayern gebietsweise 
gefrieren kann. Bis zum Vormittag sollte sich das Thema Glatteis aber erledigt 
haben. 
Somit dominiert im Vorhersagegebiet ruhiges und überwiegend warnfreies 
Zwischenhochwetter. Mit Abzug des Hochkeils bzw. Annäherung eines mit dem 
Langwellentrog korrespondierenden Tiefdruckgebietes, dessen Drehzentrum sich 
abends knapp nordwestlich von Schottland befindet, dreht der Wind auf Süd bis 
Südost und frischt zum Abend hin wieder etwas auf. Für warnrelevante Böen reicht 
das voraussichtlich noch nicht, wohl aber für bessere Durchmischung, vor allem 
im Lee der Mittelgebirge. Somit steht bei bis zum Abend wieder auf Werte 
zwischen 1 Grad im Nordosten und 6 Grad örtlich im Westen steigenden 850 
hPa-Temperaturen vielerorts erneut ein sehr milder Tag ins Haus. Von Ostbayern 
bis in den zentralen Mittelgebirgsraum bleibt es im Bereich der ehemaligen 
Kaltfront eher bewölkt, gebietsweise kann sich dort auch Hochnebel halten. Auch 
Richtung Ostsee halten sich Wolkenfelder. Ansonsten scheint aber vielerorts die 
Sonne, später ziehen im Westen mit zunehmender WLA hohe und mittelhohe Wolken 
auf. Somit werden Höchstwerte zwischen 7 Grad im Nordosten und 14 Grad im Lee 
der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge erreicht. Kälter bleibt es 
gebietsweise in Südost- und Ostbayern, bei beständigem Hochnebel werden zwischen 
Passau und Regensburg eventuell erneut die 0 Grad kaum überschritten. 

In der Nacht zum Freitag schwenkt der sich weiter verstärkende Höhenrücken ins 
östliche Mitteleuropa, der Höhentrog greift morgens auf die Britischen Inseln 
über. Somit steilt die südwestliche Höhenströmung über Mitteleuropa auf und 
verstärkt sich von Westen her. 
Das mit dem Trog korrespondierende Tiefdruckgebiet zieht – aufgrund 
achsensenkrechter Exposition zum Höhentief ohne nennenswerte Intensitätsänderung 
– Richtung Färöer. Bodenhoch und zugehöriger Keil verlagern sich nach Südost- 
bzw. Osteuropa. Die Kaltfront des Tiefs kommt mangels Schubkomponente nur 
langsam ostwärts voran und überquert bis Freitagfrüh die Britischen Inseln 
ostwärts. Somit werden die Wolken im Westen und Norden zwar dichter, es bleibt 
aber trocken. 
Mit Annäherung der Front verschärft sich der Gradient und der Süd- bis 
Südostwind frischt weiter auf. In den Gipfellagen der zentralen und nördlichen, 
später auch östlichen Mittelgebirge gibt es steife bis stürmische Böen (Bft 7 
bis 8), im Lee der Eifel eventuell auch bis in tiefe Lagen steife Böen. Über der 
offenen Nordsee reicht es wohl für steife Böen, ausgangs der Nacht könnte auch 
der Böhmische Wind an Erz- und Zittauer Gebirge in Gang kommen. 
Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig. In der Südhälfte gibt es bei 
teils gering bewölktem Himmel, teils Nebel/Hochnebel wieder verbreitet leichten 
Frost, gebietsweise auch in den mittleren Landesteilen. Glätte (durch Reif) kann 
zwar nicht ausgeschlossen werden, dürfte aber eine eher untergeordnete Rolle 
spielen. 

Freitag… überquert der Langwellentrog die Britischen Inseln und die Biskaya, 
erreicht nachmittags Frankreich und weitet sich bis ins westliche Mittelmeer 
aus. Ein weiterer kurzwelliger Anteil überquert Irland und erreicht abends Wales 
bzw. Südwestengland. Somit bleibt das Vorhersagegebiet unterhalb einer zunehmend 
zyklonal konturierten südwestlichen Höhenströmung. 
Das Bodentief zieht Richtung Nordmeer, die verwellende Kaltfront kommt aufgrund 
höhenströmungsparalleler Exposition weiterhin nur langsam ostwärts voran und 
greift erst am späten Nachmittag oder Abend mit leichtem Regen auf den Westen 
Deutschlands über. Der Gradient kann sich mit Frontannäherung zunächst noch 
etwas verschärfen, fächert mit der Verlagerung des Tiefs Richtung Norden zum 
Nachmittag hin wieder etwas auf. Somit reicht es wohl nur noch auf einigen 
Gipfeln hauptsächlich der östlichen Mittelgebirge für stürmische Böen aus Süd 
bis Südost. Der Böhmische Wind an Erz- und Zittauer Gebirge verstärkt sich noch 
etwas (abhängig auch vom Kaltluftpool über dem Böhmischen Becken), so dass es in 
einigen dafür anfälligen Tälern Böen Bft 7 bis 8 aus Südost geben kann. 
Bei nur langsam zurückgehenden Temperaturen in 850 hPa (bis zum Abend auf Werte 
zwischen 4 Grad im Osten/Südosten und -1 Grad im Westen) steht somit nochmals 
ein sehr milder Tag ins Haus. Vor allem in der Osthälfte sowie an den Alpen und 
im Vorland scheint oft die Sonne, in Teilen Ostbayerns kann sich dagegen wieder 
Nebel/Hochnebel halten. Dort werden erneut kaum 0 Grad erreicht, sonst liegen 
die Höchstwerte zwischen 7 und 12 Grad, im Lee einiger Mittelgebirge eventuell 
noch etwas darüber. 

In der Nacht zum Samstag wird der Trog mit Übergreifen auf Mitteleuropa 
zunehmend „in die Länge gezogen“ und verliert an Kontur. Dabei reicht er morgens 
bis ins Tyrrhenische Meer, ein Troganteil greift dann auf Benelux über. Die 
Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet steilt dadurch noch etwas auf, 
dynamische, hauptsächlich aus PVA resultierende Hebungsantriebe werden durch KLA 
etwas kompensiert und verstärken somit die frontalen Hebungsprozesse nicht allzu 
sehr. 
Die leicht verwellende Kaltfront des sich zögernd auffüllenden Nordmeertiefs 
kommt weiterhin nur schleppend nach Osten voran und überquert erst Samstagfrüh 
das deutsch-polnische Grenzgebiet. Ein weiterer, mit dem Troganteil über Benelux 
korrespondierender Bodentrog greift morgens auf den Nordwesten bzw. Westen 
Deutschlands über. 
Präfrontal gibt es im Südosten erneut leichten Frost, mit Übergreifen der 
Niederschläge besteht somit dort vorübergehend ein erhöhtes Risiko für 
gefrierenden Regen (einige „warme Nasen“ in den Prognosesoundings sind 
erkennbar), was sich auch im Output einiger Modelle niederschlägt. Für eine 
unwetterartige Entwicklung dürften die Mengen zu gering sein (meist maximal 1 
bis 2 mm), zudem könnten die Niederschläge mit niedertroposphärischer 
Kaltluftadvektion (morgens -3 Grad in 850 hPa) gebietsweise sogar bis in tiefe 
Lagen in Schnee übergehen. Ansonsten fällt etwas Regen, wobei die 
Schneefallgrenze zumindest im Westen und Süden (negative Frontneigung) 
allmählich auf etwa 600 bis 300 m sinkt, aber auch in den höheren Lagen der 
Mittelgebirge beschränken sich die Neuschneemengen meist auf wenige Zentimeter, 
lediglich in den Staulagen des Schwarzwaldes und des Oberallgäus können 
gebietsweise um oder knapp über 10 cm fallen. Dort simulieren ICON und IFS 10 
bis 15 mm in 12 Stunden, ein Teil der Niederschläge fällt aber bis relativ weit 
oben noch als Regen. 
Postfrontal klingen die Niederschläge vorübergehend ab, ehe mit Annäherung des 
Bodentroges ausgangs der Nacht im Westen/Nordwesten erneut einzelne Regen- und 
Graupelschauer aufkommen, in kräftigeren Schauern kann die feste Phase bis „ganz 
unten“ nicht ausgeschlossen werden. 
Der Wind frischt zwar mit Frontpassage etwas auf und dreht auf Südwest, spielt 
aber warntechnisch wohl nur auf exponierten Gipfeln eine Rolle. Der Böhmische 
Wind an den östlichen Mittelgebirgen kommt mit Frontpassage zum Erliegen. 

Samstag… greift der kurzwellige Troganteil von Benelux auf das 
Vorhersagegebiet über und weitet sich bis in den Alpenraum aus. Mit der 
Südausweitung büßt der Trog an Geschwindigkeit ein und kommt nur sehr langsam 
nach Osten voran, gleiches gilt für den korrespondierenden Bodentrog, der abends 
erst die mittleren und östlichen Landesteile erreicht. Mit dem Trog gelangt 
hochreichend kalte maritime Polarluft ins Vorhersagegebiet (im Westen und 
Südwesten um -35 Grad in 500 hPa, in 850 hPa bis zum Abend nach Lesart des ICON 
zwischen -3 Grad an der Oder und -6 Grad im Westen, GFS lässt die kältere Luft 
schon weiter nach Osten vorankommen) und vor allem mit Passage des Bodentroges 
kann es auch mal für längere Zeit schauerartig verstärkte Niederschläge geben. 
Dabei simuliert ICON etwa vom südlichen Münsterland bis nach Ostwestfalen 
kleinräumig mehr als 10 mm in 12 Stunden, GFS zeigt eine ähnliche Erscheinung 
knapp südlich von Bremen. Je nach Intensität gehen die Niederschläge auch in den 
Niederungen in Schnee über, so dass regional eng begrenzt eine durchaus 
nennenswerte Schneedecke nicht ausgeschlossen ist. Aus aktueller Modellsicht ist 
das Ganze aber noch mit großen Unsicherheiten behaftet, verlässliche Aussagen, 
ob es dafür reicht und vor allem wo, lassen sich noch nicht tätigen. 
Ansonsten schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 300 m (im Westen) und 600 
m (ganz im Osten) und allzu üppige Mengen sind auch in den höheren Lagen der 
Mittelgebirge bzw. an den Alpen nicht zu erwarten. Im Stau der Alpen sind 
gebietsweise Mengen nahe 10 cm möglich, in den Mittelgebirgen dürfte es kaum für 
5 cm reichen. Innerhalb der labil geschichteten Höhenkaltluft sind auch kurze 
Graupelgewitter nicht ausgeschlossen. 
Der Wind frischt in Schauernähe böig auf und kommt aus Südwest bis West. In 
einigen Gipfellagen kann es weiterhin stürmische Böen geben, auf exponierten 
Gipfeln eventuell Sturmböen. 
Die Sonne zeigt sich am ehesten noch im Südwesten und die Höchstwerte liegen 
meist zwischen 2 und 8 Grad. 

In der Nacht zum Sonntag bleiben wir im Einflussbereich des zunehmend an Kontur 
verlierenden Troges. Westlich der Britischen Inseln wölbt sich ein markanter 
Höhenrücken Richtung Nordmeer auf und stützt ein sich verstärkendes 
Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln, von dem ausgehend sich ein Keil nach 
Südwestdeutschland ausweitet. Zumindest niedertroposphärisch dreht die Strömung 
über dem Vorhersagegebiet mehr und mehr auf Nordwest bis Nord, der Bodentrog 
über dem Osten und der Mitte des Landes kommt allmählich nach Süden voran. Vor 
allem in dessen Einflussbereich gibt es weitere Schauer, die oberhalb von 200 
bis 400 m meist als Schnee fallen und auch in den Niederungen mit Schnee 
vermischt sein können. Bevorzugt in den zentralen und östlichen Mittelgebirgen 
fallen etwa 1 bis 5 cm Neuschnee, auch im Stau der Alpen kommen nochmals um 5 cm 
zusammen. 
Zwischen den Schauern lockern die Wolken auch mal stärker auf, vor allem in der 
Mitte und im Süden kann es dann auch in den Niederungen leichten Frost und 
örtlich Glätte durch Überfrieren geben. Der Wind spielt warntechnisch weiterhin 
nur in einigen Hochlagen eine Rolle. 

Modellvergleich und -einschätzung 
 
Die synoptischen Basisfelder werden von allen vorliegenden Modellen im 
Kurzfristzeitraum sehr ähnlich simuliert. Im Detail ergeben sich aber vor allem 
ab der Nacht zum Samstag kleinere Differenzen, zunächst eine mögliche 
kleinräumige markante Glatteislage im Südosten betreffend. Fraglich ist, ob dort 
durchgehend die flüssige Phase dominiert oder dich schon recht früh die feste 
Phase mit ins Spiel kommt, was die Lage deutlich entspannen würde. 
Am Samstag haben dann GFS und ICON-EU kleinräumig im Bereich eines langsam 
durchschenkenden Randtroges recht hohe Niederschlagsmengen auf der Agenda, die 
dann je nach Intensität regional eng begrenzt bis ganz unten als Schnee fallen 
könnten. IFS will davon aber nichts wissen. 

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach 
Dipl. Met. Jens Winninghoff 

SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 150800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 15.01.2020 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SWz (Südwest zyklonal mit antizyklonalen Einschüben)

Heute von Nordwesten her schwache und schleifende Kaltfront, Tendenz auflösend.
Morgen Zwischenhocheinfluss, am Freitag von Westen eine neue, etwas potentere
Kaltfront.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch… dauert der bitterkalte Hochwinter in Mitteleuropa respektive
Deutschland unvermindert an. Frühtemperaturen im zweistelligen Plusbereich
(Nordhälfte), dazu milder Südwestwind und lediglich im Süden gebietsweise etwas
Kaltluft mit leichtem Frost – so sieht der deutsche Winter aus. Dass wir das
Wort „Schnee“ angesichts solcher Rahmenbedingungen nicht in den Mund nehmen
brauchen, ja gar ein zaghaftes Träumen verbietet sich, ist evident.
Okay, das musste jetzt mal sein, nun zu den Fakten, sprich der Wetterlage, die
für diese Wintermisere verantwortlich zeichnet. Hauptdarsteller der aktuellen
Szenerie ist das Sturmtief FENJA, das seine besten Tage zwar auch schon hinter
sich hat, trotzdem aber noch prominent genug ist, um einige Schlagzeilen zu
produzieren. Um 00 UTC konnte FENJA mit einem Kerndruck von immerhin knapp unter
950 hPa süd-südöstlich von Island analysiert werden, von wo aus die Madame im
Laufe des Tages langsam in Richtung der Norwegischen See marschiert, was nicht
ohne Reibungsverluste vonstattengeht. Kurzum, bis Tagesende füllt sich das Tief
auf und geht wahrscheinlich mit etwas unter 975 hPa in den Donnerstag. Südlich
des Tiefs herrschet eine flotte und hochreichende Südwestströmung vor, die von
einem breiten Trog über dem Ostatlantik und einem von NW-Afrika bis zur Ukraine
gerichteten Höhenrücken gestützt wird. Mit den südwestlichen Winden wird – wie
sollte es anders sein – milde bis sehr milde Luft aus Südwesteuropa in den
Vorhersageraum advehiert, die heute bei relativ guter Durchmischung und
zusätzlicher Einstrahlung wieder verbreitet zweistellige Tageshöchstwerte
erwarten lässt. Daran ändert übrigens auch die Tatsache nichts, dass
niedertroposphärisch ein Temperaturrückgang ins Haus steht von 4 bis 9°C in 850
hPa am Morgen auf -2°C (an der Nordsee) bis +5°C (Chiemgau) um 24 UTC. Ursache
ist eine schwache, weil wenig barokline Kaltfront, die als Ausläufer von FENJA
von der Nordsee her schleifend das nordwestdeutsche Festland erreicht und sich
langsam südostwärts quält, was ihr angesichts überlagerten Druckanstiegs
zunehmend schwerer fällt.
So gestaltet sich der Wetterablauf am heutigen Mittwoch, dem 15. Januar
dergestalt, dass sich in weiten Teilen der Südosthälfte mehr und mehr die Sonne
durchsetzt. Anfänglicher Nebel ((Niederbayern) löst sich ebenso auf wie zunächst
noch vorhandene Bewölkung, aus der hier und da (Mitte/Osten) am Morgen sogar
etwas Niederschlag fällt. Während am Oberrhein die Temperatur bis rund 15°C
steigt, hält sich in Niederbayern aufgrund mangelnder Durchmischung – der Wind
ist im Süden und Südosten des Landes mit Abstand am schlaffesten – zumindest
eine dünne Kaltluftschicht der Marke „light bis zero“ hält. Expressis verbis,
die Höchstwerte machen gebietsweise bei 5°C Schluss (vor allem, wenn der Nebel
etwas zäher ist), plus wohlbemerkt.
Je weiter man seinen Blick nach Nordwesten richtet, desto näher kommt man
besagter Kaltfront, ergo, desto dichter die Wolkendecke. Dazu fällt zwischen
Rheinland und Nordsee respektive SH zeitweise etwas Regen, allerdings wird es
trotz Schleifprozess schwer, 5 mm innert 12 h zu erreichen. Im Fokus des
Warnmanagements steht der Wind, der präfrontal insbesondere in der
Nordwesthälfte, sonst nur in einigen exponierten Hochlagen sowie in
Erzgebirgsnähe spürbar aus Süd bis Südwest weht. Dabei treten steife Böen 7 Bft,
an der Nordsee sowie in Teilen SHs stürmische Böen 8 Bft auf. In den Hochlagen
der meisten Mittelgebirge stehen je nach Exposition ebenfalls Böen 7-8 Bft auf
der Karte, in einigen Kamm- und Gipfellagen auch darüber (Sturmböen 9 Bft,
Brocken sogar schwere Sturm- oder orkanartige Böen 10 bis 11 Bft). Im
Tagesverlauf nimmt der Wind im Zuge allmählicher Gradientauffächerung ab,
insbesondere wenn die Kaltfront übergreift, die nämlich in einen
gradientschwachen Bodentrog eingebettet ist.

In der Nacht zum Donnerstag macht die Kaltfront noch etwas Boden nach Südosten
hin gut, was ihr aus dem weiter oben schon genannten Grund (Druckanstieg) sowie
überlagerter KLA aber immer schwerer fällt. So läuft es schlussendlich auf eine
Frontolyse hinaus, sprich, die Front beginnt sich aufzulösen. Daran kann auch
ein aus dem breiten Trog herauslaufender, über die Nordsee ost-nordostwärts
schwenkender sekundärer KW-Trog nichts mehr ändern, weil dieser nicht mehr mit
der Front interagiert und somit quasi ins Leere läuft.
Nichtsdestotrotz, etwas Hebung bringt die Front versus aller Widrigkeiten doch
noch auf die Platte, so dass es vor allem im Norden und Westen sowie in Teilen
der Mitte zeit- und gebietsweise etwas regnen oder nieseln kann. Einige Modelle,
darunter die deutsche Modellkette sowie EURO4, simulieren sogar im östlichen
Bayern (Teile von Niederbayern, vielleicht auch der Oberpfalz) etwas
Niederschlag, was, so er denn tatsächlich auftritt, zum Problem werden könnte.
Denn genau dort ist zusammen mit dem Alpenvorland und dem Alpenrand Luftfrost
angesagt, und z.T. steckt sogar etwas Frost in den Böden. Es ist also nicht
ausgeschlossen, dass es zumindest stellenweise Glatteis durch gefrierenden
Regen/Nieselregen geben kann, was durchaus eine schwache Formulierung in den
Warnlageberichten berechtigt.
Ansonsten gilt es noch zu konstatieren, dass der Wind weiter auf dem
organisierten Rückzugskurs bleibt, so dass am Ende nur noch ein paar Böen 7-8
Bft in exponierten Hochlagen sowie auf der Nordsee übrigbleiben.

Donnerstag… setzt sich Zwischenhocheinfluss durch. So deutete sich bereits in
der Nacht die Aufwölbung eines solchen an, das nun auch noch von einem von West
nach Ost durchwandernden Rücken gestützt wird. Zwar verschiebt sich das Areal
mit dem Druckmaximum im Tageverlauf bereits wieder in Richtung nördlicher
Balkan, was die Annäherung neuer Störungen impliziert. Das stimmt so auch, denn
über Westeuropa formiert sich das nächste Frontensystem, trotzdem verläuft der
Donnerstag weitgehend ungestört. Weitgehend deswegen, weil sich im „nördlichen
Süden“, sprich in einem etwa von RP bis nach Oberfranken bzw. der Oberpfalz
verlaufenden Streifen noch Reste frontaler Bewölkung (und anfangs vereinzelt
noch ein paar Tropfen) befinden, obwohl die Front als solche (also als
thermische Diskontinuität) selbst schon nicht mehr existent ist. Es besteht aber
die berechtigte Hoffnung, dass dieser Wolkenstreifen mit Hilfe leichten
Absinkens mit zunehmender Tagesandauer immer mehr Auflockerungen bekommt.
Nördlich und südlich davon scheint häufig und auch für längere Zeit die Sonne,
lediglich im äußersten Norden zeigt sich der Himmel mitunter auch mal wolkig.
Mit 7 bis 13°C, an der unteren Donau örtlich unter 5°C, wird es zwar nicht mehr
ganz so warm wie heute, richtig kalt geht aber anders. Wenig los auch beim Wind,
der in den Sektor Süd bis Ost rückdreht. Einzig auf Deutschlands windigstem
Plateau, dem Harzer Blockberg, könnte es für ein paar Böen der Stärke 7-8 Bft
reichen – Peanuts für den echten Brockenharzer.

Die Nacht zum Freitag bringt dann bereits wieder Druckfall in Deutschland. Über
dem nahen Ostatlantik hat sich aus dem anfangs noch sehr breiten Trog
mittlerweile ein Trog kürzerer Wellenlänge etabliert, der tatsächlich vor zu
haben scheint, den beschwerlichen Weg nach Mitteleuropa anzutreten. Noch dauert
es aber ein bisschen, bis es soweit ist, so dass der Vorhersageraum genau
zwischen den Trog und dem abwandernden Rücken unter eine schwache und noch
weitgehend antizyklonal konturierte südliche Höhenströmung gelangt.
Ansonsten sei schon mal das nächst Sturmtief erwähnt, das mit dem Trog
korrespondiert und um Mitternacht mit rund 970 hPa irgendwo zwischen Hebriden
und Färöers aufschlagen soll. Das zugehörige okkludierende Frontensystem
erreicht Frankreich und Benelux, während wir noch deutlich präfrontal bleiben.
Das reicht im Laufe der Nacht für hohe Wolkenfelder im Westen und Nordwesten, zu
mehr nicht. Im übrigen Deutschland wird die Nacht teils klar, gebietsweise
bildet sich Nebel oder Hochnebel. Im Süden und Südosten geht die Temperatur
vielerorts in den leichten Frostbereich zurück, was mit Januar als sensationell
zu bezeichnen ist.
Zwar nimmt der Druckgradient von Westen her sukzessive zu, aufgrund der
überwiegend stabilen Schichtung kommt der südöstliche Wind aber nur über der
Nordsee sowie in einigen Hochlagen in Schwung, ohne dabei das ganz große
Feuerwerk abzufackeln.

Freitag… erreicht besagter Höhentrog den europäischen Kontinent, zum Ende des
Tages liegt seine Achse (500 hPa) nur noch knapp westlich des Vorhersageraums.
Das o.e. Sturmtief zieht mit in etwa gleichbleibender Intensität in Richtung
Norwegische See, wodurch die teilokkludierte Kaltfront (ein Warmsektor ist in
den thermischen Prognosefeldern nicht mehr erkennbar) auf die Westhälfte
Deutschlands übergreifen kann. Dort setzt dann von unseren westlichen Nachbarn
her leichter Regen ein, auch wenn die dazu erforderlichen und durchaus
vorhandenen Hebungsprozesse durch trogvorderseitige KLA gedämpft werden. So
verwundert es nicht, dass die Modelle bis zum Abend nur wenige Millimeter Regen
bis zum Abend simulieren, der zwischen Südbaden und SH sowie westlich davon
fallen soll.
Die Osthälfte bleibt noch für längere Zeit leicht antizyklonal beeinflusst, was
bis zum Abend keinen Niederschlag und sogar einige Sonnenstunden bedeutet.
Allerdings hält sich im Süden gebietsweise zäher Nebel oder Hochnebel, weil der
Mixer, sprich der Wind dort nicht auf die richtige Drehzahl kommt. Auch sonst
reißt der südöstliche, postfrontal auf Südwest drehende Wind keine Bäume aus.
Ein paar steife Böen 7 Bft an und auf der Nordsee (Tendenz im Tagesverlauf
bereits wieder nachlassend) sowie als Böhmischer Wind „light version“ in
Ostsachsen, dazu ein paar Peaks auf einigen Bergen, das warŽs.

In der Nacht zum Samstag kommt die Front weiter nach Osten voran. Dabei nimmt
die Niederschlagsintensität im Süden und in der Mitte, weil Front und
nachfolgender Höhentrog ihren Abstand verringern und es somit zu einer besseren
Interaktion der beiden kommt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das insbesondere im
Süden (vor der Trogspitze) gebietsweise zwischen 5 und 10 mm/12 h, in Staulagen
(Schwarzwald, Alb, Allgäu) stellenweise auch etwas darüber. Da hinter der Front
ein Schwall erwärmter Meereskaltluft subpolaren Ursprungs in den Vorhersageraum
strömt (T850 sinkt bis zum Morgen auf 9 bis -5°C), kommt tatsächlich – Achtung,
aufgepasst – auch mal wieder der Begriff „Schnee“ ins Spiel. Die
Schneefallgrenze sinkt z.B. im Allgäu auf rund 800 m, wobei der genaue Zeitpunkt
aber ebenso noch unsicher ist wie die Intensität, so dass eine quantitative
Abschätzung aus heutiger Sicht noch sehr unsicher ist. Begnügen wir uns also
damit, dass es überhaupt mal schneit, wenn auch nur in ausgewählten Arealen.
Dazu gehört auch der Schwarzwald, wo die Schneefallgrenze vielleicht sogar noch
etwas tiefer sinkt. Von einer veritablen Neuschneedecke sollte man derzeit aber
nicht ausgehen. Im Osten Bayerns, wo die Grundschicht noch relativ kalt, vor
allem aber frostig ist, besteht präfrontal die Gefahr gefrierenden Regens
(„warme Nase“).
Postfrontal lockert die Bewölkung im Westen auf, was zumindest im Bergland die
Temperatur in Gefrierpunktnähe zurückgehen lässt, stellenweise Glätte durch
gefrierende Nässe inclusive.

Modellvergleich und -einschätzung

Die geschilderte Entwicklung wird von allen Modellen sehr ähnlich gesehen.
Hinsichtlich des möglichen Glatteis in der kommenden Nacht im Südosten bestehen
natürlich noch Fragezeichen, weil es passieren kann, dass der Niederschlag (der
selbst auch unsicher ist) in der trockenen Grundschicht verdunstet.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann