SXEU31 DWAV SYNOPTISCHE UEBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 160800 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T 
ausgegeben am Donnerstag, den 16.01.2020 um 08 UTC 

GWL und markante Wettererscheinungen: 
GWL: SWz, Samstag Übergang zu HB 
Heute und Freitag noch sehr mild, danach mit Kaltfrontdurchgang kühler. Auf 
einigen exponierten Gipfeln zeitweise Sturmböen, in Südostbayern in der Nacht 
zum Samstag Glatteisgefahr! 

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC 
 
Donnerstag… befindet sich Deutschland unterhalb einer nur leicht 
mäandrierenden südwestlichen Höhenströmung. Darin eingebettet, schwenkt bis zum 
Abend ein flacher Höhenrücken nach Mitteleuropa. Dieser kann sich aufgrund 
kräftiger WLA vorderseitig eines sich allmählich den Britischen Inseln 
annähernden Langwellentroges etwas verstärken und wölbt sich ein wenig nordwärts 
auf. 
Der Rücken stützt im Bodenfeld einen Hochkeil, der – ausgehend von einem 
Hochdruckgebiet über dem östlichen Alpenraum – bis nach Nordwestdeutschland 
reicht. Im Tagesverlauf verlagern sich beide Systeme allmählich ostwärts. 
Vorderseitig des Keils schwenkt aktuell eine kaum mehr wetterwirksame Kaltfront 
über den Südosten des Landes hinweg ostwärts und löst sich dabei mehr und mehr 
auf. Mit der noch vorhandenen schwachen frontalen Hebung wird die vielerorts 
dort vorhandene Hochnebeldecke etwas angehoben, hier und da fällt dabei etwas 
Nieselregen, der entlang der Donau und im östlichen Oberbayern gebietsweise 
gefrieren kann. Bis zum Vormittag sollte sich das Thema Glatteis aber erledigt 
haben. 
Somit dominiert im Vorhersagegebiet ruhiges und überwiegend warnfreies 
Zwischenhochwetter. Mit Abzug des Hochkeils bzw. Annäherung eines mit dem 
Langwellentrog korrespondierenden Tiefdruckgebietes, dessen Drehzentrum sich 
abends knapp nordwestlich von Schottland befindet, dreht der Wind auf Süd bis 
Südost und frischt zum Abend hin wieder etwas auf. Für warnrelevante Böen reicht 
das voraussichtlich noch nicht, wohl aber für bessere Durchmischung, vor allem 
im Lee der Mittelgebirge. Somit steht bei bis zum Abend wieder auf Werte 
zwischen 1 Grad im Nordosten und 6 Grad örtlich im Westen steigenden 850 
hPa-Temperaturen vielerorts erneut ein sehr milder Tag ins Haus. Von Ostbayern 
bis in den zentralen Mittelgebirgsraum bleibt es im Bereich der ehemaligen 
Kaltfront eher bewölkt, gebietsweise kann sich dort auch Hochnebel halten. Auch 
Richtung Ostsee halten sich Wolkenfelder. Ansonsten scheint aber vielerorts die 
Sonne, später ziehen im Westen mit zunehmender WLA hohe und mittelhohe Wolken 
auf. Somit werden Höchstwerte zwischen 7 Grad im Nordosten und 14 Grad im Lee 
der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge erreicht. Kälter bleibt es 
gebietsweise in Südost- und Ostbayern, bei beständigem Hochnebel werden zwischen 
Passau und Regensburg eventuell erneut die 0 Grad kaum überschritten. 

In der Nacht zum Freitag schwenkt der sich weiter verstärkende Höhenrücken ins 
östliche Mitteleuropa, der Höhentrog greift morgens auf die Britischen Inseln 
über. Somit steilt die südwestliche Höhenströmung über Mitteleuropa auf und 
verstärkt sich von Westen her. 
Das mit dem Trog korrespondierende Tiefdruckgebiet zieht – aufgrund 
achsensenkrechter Exposition zum Höhentief ohne nennenswerte Intensitätsänderung 
– Richtung Färöer. Bodenhoch und zugehöriger Keil verlagern sich nach Südost- 
bzw. Osteuropa. Die Kaltfront des Tiefs kommt mangels Schubkomponente nur 
langsam ostwärts voran und überquert bis Freitagfrüh die Britischen Inseln 
ostwärts. Somit werden die Wolken im Westen und Norden zwar dichter, es bleibt 
aber trocken. 
Mit Annäherung der Front verschärft sich der Gradient und der Süd- bis 
Südostwind frischt weiter auf. In den Gipfellagen der zentralen und nördlichen, 
später auch östlichen Mittelgebirge gibt es steife bis stürmische Böen (Bft 7 
bis 8), im Lee der Eifel eventuell auch bis in tiefe Lagen steife Böen. Über der 
offenen Nordsee reicht es wohl für steife Böen, ausgangs der Nacht könnte auch 
der Böhmische Wind an Erz- und Zittauer Gebirge in Gang kommen. 
Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig. In der Südhälfte gibt es bei 
teils gering bewölktem Himmel, teils Nebel/Hochnebel wieder verbreitet leichten 
Frost, gebietsweise auch in den mittleren Landesteilen. Glätte (durch Reif) kann 
zwar nicht ausgeschlossen werden, dürfte aber eine eher untergeordnete Rolle 
spielen. 

Freitag… überquert der Langwellentrog die Britischen Inseln und die Biskaya, 
erreicht nachmittags Frankreich und weitet sich bis ins westliche Mittelmeer 
aus. Ein weiterer kurzwelliger Anteil überquert Irland und erreicht abends Wales 
bzw. Südwestengland. Somit bleibt das Vorhersagegebiet unterhalb einer zunehmend 
zyklonal konturierten südwestlichen Höhenströmung. 
Das Bodentief zieht Richtung Nordmeer, die verwellende Kaltfront kommt aufgrund 
höhenströmungsparalleler Exposition weiterhin nur langsam ostwärts voran und 
greift erst am späten Nachmittag oder Abend mit leichtem Regen auf den Westen 
Deutschlands über. Der Gradient kann sich mit Frontannäherung zunächst noch 
etwas verschärfen, fächert mit der Verlagerung des Tiefs Richtung Norden zum 
Nachmittag hin wieder etwas auf. Somit reicht es wohl nur noch auf einigen 
Gipfeln hauptsächlich der östlichen Mittelgebirge für stürmische Böen aus Süd 
bis Südost. Der Böhmische Wind an Erz- und Zittauer Gebirge verstärkt sich noch 
etwas (abhängig auch vom Kaltluftpool über dem Böhmischen Becken), so dass es in 
einigen dafür anfälligen Tälern Böen Bft 7 bis 8 aus Südost geben kann. 
Bei nur langsam zurückgehenden Temperaturen in 850 hPa (bis zum Abend auf Werte 
zwischen 4 Grad im Osten/Südosten und -1 Grad im Westen) steht somit nochmals 
ein sehr milder Tag ins Haus. Vor allem in der Osthälfte sowie an den Alpen und 
im Vorland scheint oft die Sonne, in Teilen Ostbayerns kann sich dagegen wieder 
Nebel/Hochnebel halten. Dort werden erneut kaum 0 Grad erreicht, sonst liegen 
die Höchstwerte zwischen 7 und 12 Grad, im Lee einiger Mittelgebirge eventuell 
noch etwas darüber. 

In der Nacht zum Samstag wird der Trog mit Übergreifen auf Mitteleuropa 
zunehmend „in die Länge gezogen“ und verliert an Kontur. Dabei reicht er morgens 
bis ins Tyrrhenische Meer, ein Troganteil greift dann auf Benelux über. Die 
Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet steilt dadurch noch etwas auf, 
dynamische, hauptsächlich aus PVA resultierende Hebungsantriebe werden durch KLA 
etwas kompensiert und verstärken somit die frontalen Hebungsprozesse nicht allzu 
sehr. 
Die leicht verwellende Kaltfront des sich zögernd auffüllenden Nordmeertiefs 
kommt weiterhin nur schleppend nach Osten voran und überquert erst Samstagfrüh 
das deutsch-polnische Grenzgebiet. Ein weiterer, mit dem Troganteil über Benelux 
korrespondierender Bodentrog greift morgens auf den Nordwesten bzw. Westen 
Deutschlands über. 
Präfrontal gibt es im Südosten erneut leichten Frost, mit Übergreifen der 
Niederschläge besteht somit dort vorübergehend ein erhöhtes Risiko für 
gefrierenden Regen (einige „warme Nasen“ in den Prognosesoundings sind 
erkennbar), was sich auch im Output einiger Modelle niederschlägt. Für eine 
unwetterartige Entwicklung dürften die Mengen zu gering sein (meist maximal 1 
bis 2 mm), zudem könnten die Niederschläge mit niedertroposphärischer 
Kaltluftadvektion (morgens -3 Grad in 850 hPa) gebietsweise sogar bis in tiefe 
Lagen in Schnee übergehen. Ansonsten fällt etwas Regen, wobei die 
Schneefallgrenze zumindest im Westen und Süden (negative Frontneigung) 
allmählich auf etwa 600 bis 300 m sinkt, aber auch in den höheren Lagen der 
Mittelgebirge beschränken sich die Neuschneemengen meist auf wenige Zentimeter, 
lediglich in den Staulagen des Schwarzwaldes und des Oberallgäus können 
gebietsweise um oder knapp über 10 cm fallen. Dort simulieren ICON und IFS 10 
bis 15 mm in 12 Stunden, ein Teil der Niederschläge fällt aber bis relativ weit 
oben noch als Regen. 
Postfrontal klingen die Niederschläge vorübergehend ab, ehe mit Annäherung des 
Bodentroges ausgangs der Nacht im Westen/Nordwesten erneut einzelne Regen- und 
Graupelschauer aufkommen, in kräftigeren Schauern kann die feste Phase bis „ganz 
unten“ nicht ausgeschlossen werden. 
Der Wind frischt zwar mit Frontpassage etwas auf und dreht auf Südwest, spielt 
aber warntechnisch wohl nur auf exponierten Gipfeln eine Rolle. Der Böhmische 
Wind an den östlichen Mittelgebirgen kommt mit Frontpassage zum Erliegen. 

Samstag… greift der kurzwellige Troganteil von Benelux auf das 
Vorhersagegebiet über und weitet sich bis in den Alpenraum aus. Mit der 
Südausweitung büßt der Trog an Geschwindigkeit ein und kommt nur sehr langsam 
nach Osten voran, gleiches gilt für den korrespondierenden Bodentrog, der abends 
erst die mittleren und östlichen Landesteile erreicht. Mit dem Trog gelangt 
hochreichend kalte maritime Polarluft ins Vorhersagegebiet (im Westen und 
Südwesten um -35 Grad in 500 hPa, in 850 hPa bis zum Abend nach Lesart des ICON 
zwischen -3 Grad an der Oder und -6 Grad im Westen, GFS lässt die kältere Luft 
schon weiter nach Osten vorankommen) und vor allem mit Passage des Bodentroges 
kann es auch mal für längere Zeit schauerartig verstärkte Niederschläge geben. 
Dabei simuliert ICON etwa vom südlichen Münsterland bis nach Ostwestfalen 
kleinräumig mehr als 10 mm in 12 Stunden, GFS zeigt eine ähnliche Erscheinung 
knapp südlich von Bremen. Je nach Intensität gehen die Niederschläge auch in den 
Niederungen in Schnee über, so dass regional eng begrenzt eine durchaus 
nennenswerte Schneedecke nicht ausgeschlossen ist. Aus aktueller Modellsicht ist 
das Ganze aber noch mit großen Unsicherheiten behaftet, verlässliche Aussagen, 
ob es dafür reicht und vor allem wo, lassen sich noch nicht tätigen. 
Ansonsten schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 300 m (im Westen) und 600 
m (ganz im Osten) und allzu üppige Mengen sind auch in den höheren Lagen der 
Mittelgebirge bzw. an den Alpen nicht zu erwarten. Im Stau der Alpen sind 
gebietsweise Mengen nahe 10 cm möglich, in den Mittelgebirgen dürfte es kaum für 
5 cm reichen. Innerhalb der labil geschichteten Höhenkaltluft sind auch kurze 
Graupelgewitter nicht ausgeschlossen. 
Der Wind frischt in Schauernähe böig auf und kommt aus Südwest bis West. In 
einigen Gipfellagen kann es weiterhin stürmische Böen geben, auf exponierten 
Gipfeln eventuell Sturmböen. 
Die Sonne zeigt sich am ehesten noch im Südwesten und die Höchstwerte liegen 
meist zwischen 2 und 8 Grad. 

In der Nacht zum Sonntag bleiben wir im Einflussbereich des zunehmend an Kontur 
verlierenden Troges. Westlich der Britischen Inseln wölbt sich ein markanter 
Höhenrücken Richtung Nordmeer auf und stützt ein sich verstärkendes 
Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln, von dem ausgehend sich ein Keil nach 
Südwestdeutschland ausweitet. Zumindest niedertroposphärisch dreht die Strömung 
über dem Vorhersagegebiet mehr und mehr auf Nordwest bis Nord, der Bodentrog 
über dem Osten und der Mitte des Landes kommt allmählich nach Süden voran. Vor 
allem in dessen Einflussbereich gibt es weitere Schauer, die oberhalb von 200 
bis 400 m meist als Schnee fallen und auch in den Niederungen mit Schnee 
vermischt sein können. Bevorzugt in den zentralen und östlichen Mittelgebirgen 
fallen etwa 1 bis 5 cm Neuschnee, auch im Stau der Alpen kommen nochmals um 5 cm 
zusammen. 
Zwischen den Schauern lockern die Wolken auch mal stärker auf, vor allem in der 
Mitte und im Süden kann es dann auch in den Niederungen leichten Frost und 
örtlich Glätte durch Überfrieren geben. Der Wind spielt warntechnisch weiterhin 
nur in einigen Hochlagen eine Rolle. 

Modellvergleich und -einschätzung 
 
Die synoptischen Basisfelder werden von allen vorliegenden Modellen im 
Kurzfristzeitraum sehr ähnlich simuliert. Im Detail ergeben sich aber vor allem 
ab der Nacht zum Samstag kleinere Differenzen, zunächst eine mögliche 
kleinräumige markante Glatteislage im Südosten betreffend. Fraglich ist, ob dort 
durchgehend die flüssige Phase dominiert oder dich schon recht früh die feste 
Phase mit ins Spiel kommt, was die Lage deutlich entspannen würde. 
Am Samstag haben dann GFS und ICON-EU kleinräumig im Bereich eines langsam 
durchschenkenden Randtroges recht hohe Niederschlagsmengen auf der Agenda, die 
dann je nach Intensität regional eng begrenzt bis ganz unten als Schnee fallen 
könnten. IFS will davon aber nichts wissen. 

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach 
Dipl. Met. Jens Winninghoff