DWD -> Regionenwetter – Baden-Württemberg –

VHDL16 DWSG 081000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg

ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Freitag, 08.02.2019, 11:30 Uhr

Heute häufig Sonne, mild. Kommende Nacht im Südosten Frost, örtlich Glatteis, im Hochschwarzwald aufkommende Sturmböen, exponiert orkanartig.

Vorhersage für Baden-Württemberg:
Heute Mittag und im weiteren Tagesverlauf neben ein paar
Wolkenfeldern häufig Sonne. Höchstwerte zwischen 4 Grad im Bergland und 12 Grad am Oberrhein. Schwacher, in Böen frischer Südwestwind. Auf Schwarzwaldgipfeln stürmische Böen, abends am Feldberg erste Sturmböen.

In der Nacht zum Samstag zunehmend bewölkt, von Nordwesten her zeitweise Regen, in den höchsten Schwarzwaldlagen leichter
Schneefall. In den Frühstunden im Südosten örtlich Glatteis durch gefrierenden Regen. Tiefstwerte +5 bis -4 Grad, Temperaturanstieg im Laufe der Nacht. Im Hochschwarzwald aufkommende Sturmböen, in Gipfellagen orkanartige Böen aus Südwest. Gegen Morgen auch in tieferen Lagen erste starke bis stürmische Böen.

Am Samstag teils stark bewölkt mit einzelnen Schauern, in den höchsten Schwarzwaldlagen etwas Schnee, teils auch sonnige
Abschnitte. Am Nachmittag nachlassender Niederschlag. Höchstwerte von 6 Grad im Bergland bis 14 Grad im Breisgau. Mäßiger bis frischer Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen. Im Schwarzwald teils Sturmböen, in exponierten Lagen schwere Sturmböen. Abends
Windabschwächung.

In der Nacht zum Sonntag wolkig, gegen Morgen im Nordwesten etwas Regen. Tiefstwerte +7 bis -1 Grad. Im Bergland starke bis stürmische Böen aus Südwest, in Schwarzwaldgipfellagen schwere Sturmböen.

Am Sonntag wolkig. Im Tagesverlauf von Westen her dichte Wolken und schauerartig verstärkter Regen, im Schwarzwald Tauwetter. Dort auch einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Höchstwerte von 8 Grad im Bergland bis 15 Grad am Kaiserstuhl. Mäßiger bis frischer
Südwestwind, in Böen verbreitet stark bis stürmisch, vereinzelt auch Sturmböen. Im Hochschwarzwald schwere Sturmböen, in exponierten Lagen Orkanböen.

In der Nacht zum Montag stark bewölkt bis bedeckt, zunächst verbreitet Regen. Später gebietsweise Regen, im Bergland zunehmend Schnee und Glätte. Tiefstwerte +5 bis -2 Grad. Allgemein
Windabschwächung, in der zweiten Nachthälfte nur noch im
Hochschwarzwald starke bis stürmische Böen.

Am Montag stark bewölkt, zeitweise Regen, im Bergland Schneefall. Höchstwerte von 0 Grad im Bergland bis 8 Grad im Rheintal. Schwacher bis mäßiger, gelegentlich stark böiger Wind aus West.

In der Nacht zum Dienstag stark bewölkt. Gebietsweise Niederschlag, zunächst im Bergland, später bis in tiefe Lagen Schneefall und Glätte. Tiefstwerte +1 bis -5 Grad.

Deutschlandübersicht:
Offenbach, Freitag, den 08.02.2019, 11:30 Uhr –
„“Sturm, Schnee, Ruhe“, die Überschrift sagt eigentlich schon alles, auch was die Chronologie der Ereignisse angeht. Zunächst steht ein stürmisches Wochenende ins Haus, anschließend bekommen vor allem die Alpen wieder einiges an Neuschnee, aber dann deutet sich ruhiges Hochdruckwetter an.

Dröseln wir das Ganze einmal auf: Am heutigen Freitag positioniert sich Sturmtief THOMAS über Schottland, das uns auch am morgigen Samstag beschäftigen wird, besonders was den Wind angeht. Denn zwischen THOMAS und einer langgestreckten Hochdruckzone, die von den Azoren bis nach Russland reicht, wird die südwestliche Strömung zunehmend strammer. Das äußert sich am heutigen Freitag in einem lebhaften und mitunter stark böigen Südwestwind, der in der Nacht zum Samstag und am Samstag selbst weiter zulegt. Dann wird es mit Ausnahme des Südostens und äußersten Ostens verbreitet stürmisch. Am Samstagabend nimmt der Wind dann wieder etwas ab, aber nur
vorübergehend. Doch dazu gleich mehr.

Zunächst noch einmal zu ein paar anderen Wetterparametern. Während im Laufe des heutigen Freitags mit dem ersten Ausläufer von THOMAS meist nur im Norden und Westen hier und da etwas Regen fällt, bringt der zweite Ausläufer in der Nacht zum Samstag etwas mehr und vor allem nahezu flächendeckend flüssigen Niederschlag. Einzig in Südostbayern sowie in der Lausitz kommt der Regen erst am Samstagvormittag an. Entscheidend ist allerdings, dass im Südosten Deutschlands bevor der Regen kommt, der Boden wieder stark auskühlen kann. Dort besteht dann also in den Frühstunden des Samstags erneut Glatteisgefahr! Am Samstag selbst „schauert“ es stellenweise noch etwas, wobei sich bevorzugt im Süden auch mal für längere Zeit die Sonne blicken lässt.

Kommen wir nun aber wieder zum Samstagabend bzw. besser zur Nacht zum Sonntag. An der Südflanke von THOMAS formiert sich dann nämlich ein kleineräumiges Tief, dass im Laufe des Sonntags Deutschland rasch überquert und zwar voraussichtlich auf einer Linie zwischen BeNeLux und der südlichen Ostsee. Die genaue Zugbahn des Tiefs und damit auch das mit ihm einhergehende Sturmfeld sind allerdings noch recht unsicher. Sehr stürmisch wird es im Laufe des Sonntags aber wohl grob gesagt in der Südhälfte des Landes, wo es mit Durchzug der Kaltfront lokal kurzzeitig auch mal orkanartige Böen geben kann. In den Kammlagen der Mittelgebirge und Alpen ist ohnehin Orkan angesagt. Weitgehend außen vor bleibt in dieser Beziehung wohl der Norden des Landes. Dort weht der Wind voraussichtlich in deutlich abgeschwächter Form.

In der Nacht zum Montag ist der Spuk dann aber schon wieder vorbei, denn der Wind schwächt sich bundesweit wieder deutlich ab. Ein anderer Parameter rückt jetzt allerdings in den Fokus: der Schnee. Denn hinter dem abgezogenen Tief strömt nun wieder Kaltluft aus Norden ins Land, d.h. die Schneefallgrenze sinkt bis Montagfrüh wohl wieder auf etwa 400 bis 600m. Im Stau der Mittelgebirge sind dann bis Montagfrüh meist 5-10 cm Neuschnee zu erwarten, an den Alpen, wo der Schneefall voraussichtlich bis Dienstagabend anhalten wird, sogar 30 cm bis lokal 50 cm Neuschnee.

Im weiteren Verlauf deutet sich dann aber eine bundesweite
Wetterberuhigung an mit tagsüber einstelligen Plusgraden, frostigen Nächten (mit Ausnahme des Nordwestens) und kaum Niederschlag.

Das erklärt Dipl.-Met. Tobias Reinartz von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Hinweis:
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