VHDL16 DWSG 121000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg
ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Donnerstag, 12.03.2026, 10:30 Uhr
In der Nacht zum Freitag örtlich Frost, vereinzelt Nebel und zu
Beginn der zweiten Nachthälfte im Hochschwarzwald stürmische Böen.
Vorhersage für Baden-Württemberg:
Rückseitig einer Kaltfront wird heute Zwischenhocheinfluss mit einer
milden Luftmasse in Baden-Württemberg wetterbestimmend.
WIND/STURM:
Ab der zweiten Hälfte der Nacht zum Freitag im Hochschwarzwald
aufkommend stürmische Böen bis 70, am Freitagvormittag auf den
Gipfellagen auch Sturmböen bis 80 km/h aus Südwest.
FROST:
In der Nacht zum Freitag, ausgenommen im Hochschwarzwald und
Rheingraben, verbreitet leichter Frost bis -4 Grad.
NEBEL:
In der Nacht zum Freitag in Niederungen örtlich Nebel mit Sichtweite
unter 150 m.
Heute zunächst wolkig, im Tagesverlauf von Westen zunehmend sonnig.
Maxima zwischen 9 Grad im Schwarzwald und 16 Grad im Markgräflerland.
Schwacher bis mäßiger Südwest- bis Westwind.
In der Nacht zum Freitag gering bewölkt oder klar. In den Niederungen
örtlich Nebel. Temperaturrückgang auf Werte zwischen +4 Grad im
höheren Bergland und -4 Grad in der Hohenloher Eben. Auf den
Schwarzwaldgipfeln in der Früh wieder starke bis stürmische Böen aus
Südwest.
Am Freitag erst sonnig, einzig in Nordbaden schon mehr Wolken. Später
generell stark bewölkt, aber noch weitgehend trocken. Höchstwerte von
12 Grad am Donauursprung bis 18 Grad im Markgräflerland. Zum Teil
stark böiger Südwestwind, im höheren Schwarzwald stürmische Böen oder
Sturmböen.
In der Nacht zum Samstag von Nordwesten aufkommender Regen, in den
Hochlagen des Schwarzwaldes zum Teil Schnee, dabei Glätte. Richtung
Oberschwaben wahrscheinlich noch trocken. Tiefstwerte zwischen 7 Grad
im Rheingraben und 1 Grad im Allgäu. Auf den Schwarzwaldgipfeln
stürmische Böen, auf dem Feldberg Sturmböen aus Südwest.
Am Samstag stark bewölkt bis bedeckt und verbreitet leichter bis
mäßiger Regen. Bei einer absinkenden Schneefallgrenze im Bergland
zunehmend Übergang in Schneeregen und Schnee, dabei Glätte.
Höchstwerten von 5 bis 10 Grad. Schwacher bis mäßiger Nordwestwind.
In den Hochlagen des Schwarzwaldes starke, auf dem Feldberg
stürmische Böen.
In der Nacht zum Sonntag weiterhin viele Wolken und gebietsweise noch
etwas Regen, im Bergland Schnee. Tiefstwerte zwischen 3 und 0 Grad,
im Bergland leichter Frost bis -3 Grad, dabei stellenweise Glätte.
Am Sonntag stark bewölkt oder bedeckt, an und südöstlich der Alb
stellenweise etwas Regen, im Tagesverlauf nachlassend.
Höchsttemperatur in Oberschwaben, im Allgäu und im Bergland 5 bis 9,
sonst 9 bis 13 Grad. schwacher Südwestwind, teils auch variabel.
In der Nacht zum Montag von Westen zunehmend bedeckt und
aufkommender, teilweise schauerartig verstärkter Regen. Minima von +5
bis -2 Grad. Dabei auflebender Südwestwind, im Schwarzwald starke
Böen.
Am Montag wolkig bis stark bewölkt. Anfangs Regen, im Laufe des
Morgens von Westen in Regenschauern, im Bergland Schneeschauern
übergehend. Höchsttemperaturen zwischen 6 Grad im Hotzenwald und bis
12 Grad im Rheingraben. Mäßiger, böig auffrischender Wind aus
südwestlichen bis westlichen Richtungen. Im Bergland starke bis
stürmische Böen.
In der Nacht zum Dienstag wolkig bis stark bewölkt mit nachlassenden
Schauern. Örtlich Glätte. Tiefsttemperaturen zwischen +2 Grad im
Rheingraben und bis -2 Grad in der Hohenloher Ebene. Auf dem Feldberg
starke Böen aus Südwest.
Deutschlandübersicht:
Offenbach, Donnerstag, den 12.03.2026, 10:15 Uhr -
"Über dem Nordatlantik dominiert aktuell ein großräumiger
Tiefdruckkomplex die Wetterkarte. Das steuernde Zentraltief hört
dabei auf den Namen FRITAUN, und FRITAUN hat noch ein paar kleinere
Weggefährtinnen um sich geschart. Ob es sich bei diesen nun um
"Ableger" von FRITAUN selbst oder um Fragmente des Tiefs GINA handelt
kann man im akademischen Raum sicher trefflich diskutieren. Klar ist
aber, dass FRITAUN und die kleineren Umgebungstiefs bis ins
Wochenende hinein östlich bzw. nordöstlich von Island um einander
kreisen und ihre Bahnen dabei ein wenig wie die Pirouetten einer
Ballerina wirken.
Das ist (meteorologisch) hübsch anzusehen, wobei die räumliche
Ausdehnung von FRITAUN so gar nichts mit einer zarten Ballerina zu
tun hat. Vielmehr überdeckt der Tiefkomplex weite Teile des
Nordatlantiks, sein Kerndruck soll am heutigen Donnerstagmittag bei
etwa 953 hPa liegen und damit kommt FRITAUN eher "muskelprotzig" denn
"zartbesaitet" daher.
Wie auch immer, für uns bedeutet das auf jeden Fall, dass auf der
Südflanke des bzw. der Tiefs fleißig feuchte Atlantikluft zu uns
geschaufelt wird. Aufgrund der Größe, Lage und Kraft des Tiefs ist
als Ursprungsort der Luftmassen, die uns in den kommenden Tagen
"beglücken", der subpolare Bereich irgendwo zwischen Grönland und
Kanada auszumachen. Laut einer Tabelle des DWD-Lexikons könnte man
diese Luftmasse als mP (maritime Subpolarluft) klassifizieren. Wenn
man dann aus der besagten Tabelle (zu finden unter https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv3=7333
50&lv2=101518) noch die typischen Eigenschaften der Luftmasse
(nasskalt, Regen, Bergland Schnee) herausklaubt, hat man schon eine
recht brauchbare Wettervorhersage für die kommenden Tage.
Ganz so einfach soll es hier aber nicht ablaufen. Die feinere
Differenzierung zeigt uns den heutigen Donnerstag und die Nacht zum
morgigen Freitag als weitgehend trocken, wenn man mal von letztem
Regen und Schnee im äußersten Südosten absieht. Am Freitag greifen
dann Regenfälle auf den Westen und Nordwesten über, die in der Nacht
zum Samstag die Mitte, den Nordosten und den Südwesten erreichen und
zu einem Frontensystem des o. a. Tiefs FRITAUN gehören. An und auch
im Vorfeld der Front frischt dabei der Wind stark böig auf.
Für den Samstag und in der Nacht zum Sonntag soll sich das Bild dann
zumindest bezüglich der räumlichen Verteilung der Niederschläge
drehen. Diese kommen allmählich in den Süden, Südosten und Osten
voran, in den übrigen Gebieten lassen sie dagegen nach und die Wolken
zeigen von Nordwesten her immer größeren Lücken. Bleibt der Sonntag:
Im Südosten lassen die Niederschläge nach, zum Abend ist es wohl
allgemein trocken, aber in der Nacht zum Montag greift von Nordwesten
her rasch ein neues breites Regenband - auch mit böigem Wind - auf
uns über, welches bis zum Montagmorgen schon die Mitte erreicht.
Dann ist FRITAUN aber schon nicht mehr die Chefin "im Ring". Vielmehr
macht FRITAUN dann Platz für ein neues, ebenfalls "ausgewachsenes"
Tief, das südlich von Island nach Osten zieht. Es könnte auf den
Namen HEDDA hören, die Taufe wird dann aber von den Kolleginnen und
Kollegen der Uni Berlin vorgenommen. Für den Montag plant HEDDA eine
Fortsetzung des FRITAUNschen Wetters. Nach jetzigem Stand steht dann
aber ab Dienstag eine Wetterberuhigung an. Dann soll sich über
Westrussland ein Hoch etablieren, das die "übergriffigen" Tiefs auf
dem Atlantik blockiert. "
Das erklärt Dipl.-Met. Martin Jonas von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in
Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
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Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
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