VHDL16 DWSG 201000
Deutscher Wetterdienst
Regionen Wetter für Baden-Württemberg
ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Süd - Landberatung
Baden-Württemberg
am Samstag, 20.06.2026, 10:30 Uhr
Heute über dem Bergland vereinzelte Gewitter, ab Sonntagmittag
örtliche Gewitter. Weiterhin Hitze und hohe Wärmebelastung.
Wetter- und Warnlage:
Im Einflussbereich eines Hochs mit Schwerpunkt über Südosteuropa
gelangt von Südwesten her heiße Luft subtropischen Ursprungs nach
Süddeutschland.
GEWITTER:
Heute Nachmittag und abends vor allem über dem Bergland vereinzelte
Gewitter, am Sonntagnachmittag und -abend örtliche Gewitter. Dabei
Starkregen bis 25 l/qm in einer Stunde, Hagel mit Korngrößen von 1-2
cm und stürmischen Böen um 70 km/h wahrscheinlich. An beiden Tagen
auch geringes Risiko für unwetterartig heftigen Starkregen um 30 l/qm
in kurzer Zeit.
HITZE:
Bis auf Weiteres - voraussichtlich mindestens bis zum kommenden
Wochenende - tagsüber verbreitet starke Wärmebelastung.
Hinweis:
Tagsüber sehr hohe UV-Index-Werte.
Detaillierter Wetterablauf:
Heute sonnig, vorzugsweise über Schwarzwald und Alb erneut
vereinzelte Gewitter. Hochsommerliche Höchstwerte zwischen 32 und 37,
im Oberrheingraben bis 38 Grad. Schwacher, am Mittag und Nachmittag
mitunter auffrischender Wind aus unterschiedlichen Richtungen, bei
Gewittern auch stürmisch.
In der Nacht zum Sonntag nach letzten Schauern und Gewittern meist
klar. Frühwerte zwischen 22 und 18, nur örtlich um 15 Grad.
Am Sonntag anfangs viel Sonne. Später mehr Wolken - Schauer sowie
örtlich kräftige Gewitter ab den Mittagsstunden. Andauernde Hitze bei
Maxima zwischen 31 und 36, im Breisgau bis 38 Grad. Schwacher bis
mäßiger Nordostwind, bei Gewittern in Böen stark oder stürmisch.
In der Nacht zum Montag abklingende Schauer und Gewitter, danach
aufklarend. Tiefsttemperatur zwischen 21 und 16, in Oberschwaben auch
um 15 Grad.
Am Montag zunächst oft sonnig. Im Tagesverlauf erneut einzelne
Schauer und Gewitter. Mit 32 bis 39 Grad weiterhin sehr heiß, selbst
im höheren Bergland oft über 30 Grad. Schwacher, während der
heißesten Stunden etwas auffrischender Wind aus Nordost, bei
Gewittern zum Teil stürmisch.
In der Nacht zum Dienstag unterschiedlich bewölkt, vereinzelte
Schauer oder Gewitter. Bei Tiefstwerten zwischen 22 und 14 Grad nur
wenig Abkühlung.
Am Dienstag wenig Wetteränderung: Sonnig und sehr heiß, Höchstwerte
zwischen 32 Grad im Bergland und bis 38 Grad am Rhein. Am Nachmittag
und Abend vereinzelt Gewitter. Meist schwacher Wind um Nord, bei
Gewittern lokal aber starke oder stürmische Böen.
In der Nacht zum Mittwoch gering bewölkt. Tiefstwerte zwischen 22
Grad im Nordwesten und 14 Grad im Südosten.
Deutschlandübersicht:
Offenbach, Samstag, den 20.06.2026, 10:15 Uhr -
"Die Hitzewelle hält in der Mitte und im Süden Deutschlands auch in
den kommenden Tagen an. Ursache ist eine sogenannte Hitzeglocke
("Heat Dome") über Mittel- und insbesondere Westeuropa.
Verantwortlich für diese Wetterlage ist ein stationäres
Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, das ein kräftiges Hochdruckgebiet
über Mittel- und Westeuropa stabilisiert. Dabei wird heiße, teils
auch feuchte Luft aus Nordafrika nach Mitteleuropa geführt.
Gleichzeitig sinkt die Luft im Bereich des Hochdruckgebiets
großräumig ab. Dadurch werden Wolkenbildung und Gewitterentwicklung
über Westeuropa vielerorts unterdrückt, sodass die Sonneneinstrahlung
die Luft zusätzlich aufheizen kann. Aufgrund der ungewöhnlich
stabilen Wetterlage konnte sich die heiße Luftmasse über mehrere Tage
hinweg immer weiter erwärmen.
Solche Hitzeglocken sind häufig für außergewöhnlich hohe Temperaturen
und Temperaturrekorde verantwortlich. Deutschland liegt derzeit
jedoch nur am Rand des Hochdruckkomplexes. An dessen Nordwestflanke
kann ab Sonntag etwas kühlere Luft in den Norden und Nordosten des
Landes einströmen. Dort endet die Hitze vorübergehend. In den übrigen
Regionen bleibt es dagegen mit Höchsttemperaturen zwischen 32 und 39
Grad schwül-heiß.
Zugleich sorgen schwache Störungen am Rand der Hitzeglocke bei uns in
der feuchten und energiereichen Luftmasse wiederholt für die
Entwicklung kräftiger Gewitter. Dabei sind lokal Starkregen, Hagel
sowie schwere Sturmböen möglich. Während heute besonders der
äußersten osten betroffen ist, simulieren die Wettermodelle bereits
am morgigen Vormittag einen kräftigen Gewittercluster in teilen
Nordrhein-Westfalens, der auch das Ruhrgebiet treffen können.
Tagsüber gibt es dann die heftigsten Gewitter in der Mitte und später
im Südosten.
Auch in der kommenden Woche zeichnet sich zunächst keine grundlegende
Änderung der Großwetterlage ab. Während die Wettermodelle
insbesondere für den Südwesten Deutschlands keine nennenswerte
Abkühlung erkennen lassen und dort eine Fortdauer der Hitzewelle bis
zum Monatsende möglich erscheint, ist für den Norden die weitere
Entwicklung noch unsicher. Nach einer vorübergehenden Abkühlung zur
Wochenmitte könnte sich die heiße Luft dort erneut durchsetzen.
Ob im Südwesten Deutschlands während der aktuellen Hitzewelle
Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad erreicht werden, ist derzeit
noch unsicher. Nach heutigem Stand bleiben die Höchstwerte
voraussichtlich knapp darunter. Der bisherige deutsche Junirekord
liegt bei 39,6 Grad und wurde im Juni 2019 in Bernburg registriert.
Bei der Einordnung dieses Wertes sind jedoch die speziellen
Standortbedingungen der Messstation zu berücksichtigen. Es folgen Bad
Kreuznach und Frankfurt am Main mit jeweils 39,3 Grad." "
Das erklärt Dipl.-Met. Christian Herold von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in
Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Dieser Bericht wird nicht korrigiert, die nächste Ausgabe erfolgt am
Sonntag, 21.06.2026, 10:30.
Hinweis:
Über die aktuelle Warnsituation können Sie sich jederzeit unter
www.dwd.de oder in der Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes
informieren.
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Mit freundlichen Grüßen
DWD Kundenservice
E-Mail: kundenservice@dwd.de