VHDL16 DWSG 071000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg
ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Montag, 07.10.2024, 10:30 Uhr
Zeitweise, lokal auch kräftiger, Regen.
Vorhersage für Baden-Württemberg:
Im Einflussbereich von Tief GERDA westlich von Irland fließt von
Südwesten feuchtwarme, teils labile geschichtete Luft nach
Baden-Württemberg ein.
GEWITTER:
Heute Nachmittag vor allem im Norden mit geringer Wahrscheinlichkeit
einzelne Gewitter, lokal mit Windböen um 60 km/h und Starkregen um 15
l/qm in kurzer Zeit.
STARKREGEN:
Heute Abend und in der Nacht zum Dienstag im Bereich des Odenwalds
örtlich Starkregen in 3 bis 6 Stunden mit Mengen um 20 l/qm.
WIND:
Auf den höchsten Schwarzwaldwaldgipfeln starke bis stürmische Böen
bis 70 km/h aus Südwest. In der Nacht zum Dienstag am östlichen
Bodensee potenziell Windböen bis 60 km/h durch Südföhn.
Heute Mittag sowie im weiteren Tagesverlauf viele Wolken. Zeitweise
etwas Regen, ab dem Nachmittag im Nordwesten auch örtlich kräftig. Ab
dem Zeitpunkt auch einzelne Gewitter nicht auszuschließen.
Höchstwerte 16 Grad im Hochschwarzwald bis 22 Grad am Neckar. Meist
schwacher Wind aus südlicher Richtung mit frischen, bei Gewitter und
im Bergland starken bis exponiert stürmischen Böen.
In der Nacht zum Dienstag im Westen und Norden bei starker Bewölkung
gebietsweise Regen, vereinzelt auch schauerartig verstärkt. Im
Südosten wolkig und niederschlagsfrei aber nur vereinzelt Nebel.
Tiefstwerte zwischen 14 und 9 Grad. Im Bergland und durch Föhn am
Bodensee vereinzelt starke, auf dem Feldberg auch stürmische Böen.
Am Dienstag bedeckt und im Tagesverlauf von West nach Ost
ausbreitender, teils anhaltender und/oder kräftiger Regen.
Höchstwerte bei 14 Grad im Bergland und 19 Grad in den
Flussniederungen im Nordosten. Meist schwacher Wind aus Südwest mit
frischen bis starken Böen, in Schwarzwaldhochlagen und bei Föhn am
östlichen Bodensee starken bis stürmischen Böen.
In der Nacht zum Mittwoch von Westen nachlassender Regen, dann noch
einzelne Schauer nachfolgend bei zunehmender Auflockerung.
Tiefstwerte 13 bis 7 Grad. Im Bergland starke Böen, am Feldberg
stürmische Böen oder Sturmböen aus Südwest.
Am Mittwoch wechselnd bewölkt, zeitweise etwas Regen. Nach Süden hin
mehr Sonne und trocken. Höchstwerte im Bergland 15, am Neckar bis 20
Grad. Schwacher bis mäßiger Südwind mit frischen, im Bergland starken
bis stürmischen Böen. Exponiert Sturmböen oder schwere Sturmböen.
In der Nacht zum Donnerstag zunehmend regnerisch und stürmisch. Im
Bergland Sturmböen, auf den Schwarzwaldgipfeln orkanartige Böen bis
Orkanböen aus Südwest. Tiefstwerte 14 bis 9 Grad.
Am Donnerstag stark bewölkt und wiederholt Schauer, nachmittags auch
einzelne Gewitter. Höchstwerte im Bergland 12, sonst bis 18 Grad.
Verbreitet stürmische Böen, im Bergland und am Hochrhein auch
Sturmböen aus West. Exponiert im Schwarzwald orkanartige Böen.
In der Nacht zum Freitag wolkig bis stark bewölkt mit weiteren
Schauern. Tiefstwerte von 10 bis 6 Grad. Im Bergland starke bis
stürmische Böen, im Hochschwarzwald Sturmböen.
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Deutschlandübersicht:
Offenbach, Montag, den 07.10.2024, 10:15 Uhr -
"Schon seit geraumer Zeit geistert Hurrikan KIRK durch die
meteorologische Berichterstattung. Und auch hier gibt es später Neues
von unserem Lieblingsprotagonisten auf der Wetterkarte. Aber erst
einmal ein paar Infos zum zeitlich näher liegenden Wettergeschehen.
Denn auch Tief GERDA, heute Mittag südwestlich von Irland gelegen,
ist durchaus einen genaueren Blick wert. Dabei geht es bei GERDA
deutlich weniger stürmisch zur Sache als bei KIRK, sowohl was die
Windgeschwindigkeiten, als auch was das Tempo der Verlagerung angeht.
GERDA gibt sich eher gemütlich, sie braucht vom Seegebiet südwestlich
von Irland bis zur Nordsee zwei Tage, mithin ist sie erst am
Mittwochmittag über England hinweggezogen. Die Gemütlichkeit teilt
sie mit einem kleinen Tief über der nördlichen Nordsee (GERDA II).
Auch dieses ist beileibe kein Rabauke sondern eher ein schlendernder
Wandersmann (eine schlendernde Wandersfrau), die es bis Mittwoch nach
Südnorwegen schafft. Beide sind für uns insofern relevant, als sich
die Front von GERDA über das kleine Nordseetief GERDA II hinweg und
weiter über Polen, die Mitte Deutschlands und Frankreich bis zur
Iberischen Halbinsel schlängelt.
Schon der aktuelle Verlauf der Front ähnelt eher einer
Serpentinenstraße denn einer Autobahn. Nicht einfacher wird es
dadurch, dass auch noch ein kleines Biskayatief, welches über
Frankreich zur Nordsee zieht, an der Front sein Unwesen treibt und
dessen Form zusätzlich onduliert.
Wie auch immer die Form der Frontenzuges am Ende im Detail aussieht:
Er bringt nicht nur verbreitet Wolken, sondern auch Regenfälle, die
mitunter schauerartig verstärkt und lokal auch gewittrig sein können.
Die Regenschwerpunkte zu beschreiben ist dabei ebenso knifflig wie
die Aufgabe, die Frontenlage zu definieren. Heute werden es wohl die
Gebiete vom Südwesten bis in die Mitte sowie das Küstenumfeld sein,
die am meisten Niederschlag abbekommen. Morgen soll es im Südosten
und im äußersten Nordwesten wohl weitgehend trocken bleiben,
ansonsten muss mit Schauern, teils auch mit länger andauerndem Regen
gerechnet werden. Am Mittwoch ist dann der Südosten erneut in der
(Sonnen-)Vorhand, ansonsten wird es wieder verbreitet nass, und wo
immer es nass wird, können auch mal Blitz und Donner mit von der
Partie sein. Der Wind ist, wie oben schon erwähnt, nicht stark, aber
doch lebhaft.
Alles in allem kann man das ganze so zusammenfassen: Verbreitet
ungemütliches Herbstwetter! Wer nicht raus muss, der wird mit Freude
drinnen bleiben. Couchpotato-Wetter sozusagen. Wer aber raus muss,
der muss sich zumindest nicht warm anziehen. Denn GERDA schaufelt von
Süden und Südwesten sehr milde Luftmassen zu uns. Höchstwerte von 16
bis 19 Grad, regional wird auch an jedem Tag die 20-Grad-Marke
geknackt. Die ist am häufigsten im Süden und Südosten der Fall. Da
kann die Jacke zu Hause bleiben, den Regenschirm muss man dann aber -
in Ermangelung der Jackentasche - in die Hand nehmen. Die
Top-Temperaturen werden übrigens im föhnigen Voralpenland erwartet:
Dort kann sogar die 25-Grad-Marke fallen - das ist dann fast schon
wieder T-Shirt-Wetter und könnte dann sogar den ein oder anderen
Couch-Potato nach draußen locken.
Und dann kommt in der Nacht zu Donnerstag KIRK von Frankreich zu uns.
Die meisten Modelle simulieren das Übergreifen im Bereich Hunsrück /
Saar / Pfalz / Nordbaden, worauf bis Donnerstagabend eine Verlagerung
nach Vorpommern folgen soll. Ganz sicher ist dieses Szenario aber
noch nicht, es gibt auch Modelle, die KIRK eher auf einer Linie
Niederrhein - südliches Schleswig-Holstein sehen möchten. Anfällig
für die stärksten Böen sind die Süd- und Südwestflanke von KIRK. Dort
muss mit Sturm, eventuell sogar mit schwerem Sturm bis ins Flachland
gerechnet werden. Die Hochlagen können dann mit schwerem Sturm,
eventuell sogar mit Orkan aufwarten. Genauere Aussagen werden
hoffentlich zukünftige Modellläufe bringen. "
Das erklärt Dipl.-Met. Martin Jonas von der Wettervorhersagezentrale
des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der
kommenden Tage.
Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de
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Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333
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