#DWD -> #Thema des Tages 2021-08-28: Tropensturm IDA steuert auf US-Golfküste zu

Thema des Tages

Tropensturm IDA steuert auf US-Golfküste zu

Tropensturm IDA hat in der vergangenen Nacht die karibische Insel 
Kuba überquert und wird voraussichtlich am Sonntag auf die Golfküste 
der USA treffen. Bis dahin soll der Sturm weiter an Intensität 
gewinnen. Das US-Hurrikanzentrum (NHC) erließ eine Hurrikanwarnung 
für Teile der Bundesstaaten Louisiana und Mississippi.

Offiziell beginnt die alljährliche Hurrikansaison auf dem 
Nordatlantik am 1. Juni und endet am 30. November. In diesem Zeitraum
treten üblicherweise die meisten Tropischen Stürme auf, da dann 
geeignete Bedingungen für die Bildung solcher Systeme vorherrschen. 

In diesem Jahr begann die Saison über dem Atlantischen Ozean bereits 
am 22. Mai mit der Entstehung des Tropischen Sturms ANA nordöstlich 
von Bermuda. Bislang zählt die diesjährige Saison 8 Tropische Stürme,
von denen sich drei bis hin zu einem Hurrikan verstärken konnten: 
ELSA (Ende Juni 2021, Kategorie 1), GRACE (Mitte August 2021, 
Kategorie 3) und HENRI (Mitte August, Kategorie 1). 

Dabei wird die Stärke von Wirbelstürmen anhand der 
Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala definiert. Über die 
durchschnittliche Windgeschwindigkeit über 1 Minute erfolgt die 
Einteilung der Wirbelstürme in fünf Kategorien. Ab 
Windgeschwindigkeiten von 63 km/h spricht man von einem tropischen 
Sturm, ab 119 km/h von einem Hurrikan (Kategorie 1 bis 2) und ab 178 
km/h von einem schweren Hurrikan (Kategorie 3 bis Kategorie 5, engl.:
major hurricane). 

Mittlerweile hat sich mit dem Tropensturm IDA der neunte Sturm der 
Saison entwickelt und den Prognosen zufolge, soll sich IDA in den 
kommenden Stunden zu einem weiteren Major Hurrikan intensivieren. 

IDA entstand als Tropisches Tief am vergangenen Donnerstag, 26. 
August südwestlich von Jamaika über dem Karibischen Meer. Rasch 
verstärkte sich IDA zu einem Tropischen Sturm und schlug eine 
nordwestliche Zugbahn ein. Am gestrigen Freitagabend zog IDA über den
westlichen Teil Kubas hinweg. Kurz vor Erreichen der karibischen 
Insel hatte der Sturm weiter an Stärke gewonnen und wurde vom 
National Hurricane Center (NHC) zu einem Hurrikan der Kategorie 1 
hochgestuft. Er erreichte dabei Windgeschwindigkeiten von etwa 120 
km/h bei einem Kerndruck von 985 hPa. 

In den kommenden Stunden wird der Hurrikan über den Golf von Mexiko 
hinweg Richtung Golfküste der USA ziehen. Aktuellen Prognosen zufolge
soll der Sturm etwa Sonntagabend im Bereich der Bundesstaaten 
Louisiana und Mississippi auf Land treffen. Somit wäre auch die 
Metropole New Orleans betroffen. Dies wäre auf den Tag genau 16 Jahre
nach dem verheerenden Hurrikan KATRINA, der am 29. August 2005 an 
etwa gleicher Stelle das Festland erreichte. 

Aufgrund des sehr warmen Wassers, ausreichend Luftfeuchtigkeit und 
nur geringer Windscherung ist davon auszugehen, dass sich der Sturm 
bis dahin weiter verstärken wird. Kurz vor Erreichen der nördlichen 
Golfküste soll IDA zu einem Major Hurrikan der Kategorie 3 oder sogar
4 herangewachsen sein. 

Somit drohen in den betroffenen Gebieten schwere Orkanböen mit 
Windgeschwindigkeiten um 200 km/h. Hinzu kommen meterhohe Wellen und 
teils sintflutartige Regenfälle, die für entsprechende Überflutungen 
sorgen können. Vor allem von Sonntagabend bis in den Montag hinein 
muss vom Südosten Louisianas über Mississippi bis nach Westalabama 
mit Regenmengen zwischen 150 und 250 mm, insbesondere im Südosten von
Louisiana auch mit Mengen von 250 bis 400 mm, teilweise sogar noch 
darüber gerechnet werden. 

Nach dem Auftreffen auf Land wird IDA durch die Bodenreibung und das 
Einmischen trockenerer Luftmassen rasch an Stärke verlieren und sich 
wieder zu einem Tropischen Sturm abschwächen. Dennoch muss zunächst 
weiterhin mit Sturmböen und teils kräftigen Regenfällen gerechnet 
werden. In den darauffolgenden Tagen soll der Tropische Sturm einen 
nordöstlichen Kurs einschlagen und schließlich unter weiterer 
Abschwächung über Tennessee hinweg Richtung Kentucky ziehen. 


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 28.08.2021

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