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Thema des Tages

Alle Jahre wieder... 

...kommt das Christuskind und der Reifenwechsel. Im heutigen Thema 
des Tages soll es also nicht um die ersten Prognosen zum 
Weihnachtswetter gehen, sondern um die Anpassung des Autos an 
winterliche Straßenverhältnisse.

Wie jedes Jahr im Herbst müssen sich Autobesitzer nun so langsam um 
das Wechseln der Bereifung ihres Automobils kümmern. Von O bis O, 
also von Oktober bis Ostern, so lautet eine grobe Empfehlung für die 
Verwendung von Winterreifen an Fahrzeugen. Einen gesetzlich genau 
definierten Zeitraum, in dem die Winterreifen am Auto montiert sein 
müssen, gibt es allerdings nicht. Vielmehr wird in der 
Straßenverkehrsordnung festgelegt, dass bei "winterlichen 
Wetterverhältnissen" nur mit sogenannten M+S-Reifen gefahren werden 
darf. Dabei steht "M+S" für Matsch und Schnee.

In der Straßenverkehrsordnung in Paragraph 2, Absatz 3a werden als 
winterliche Straßenverhältnisse Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch,
Eis- und Reifglätte genannt.

Auch wenn es zum Beispiel vor allem in den höheren Lagen der Alpen 
schon etwas Schnee gab und die Tiefsttemperaturen der Nächte 
gebietsweise leicht unter 0 Grad lagen, führte das im diesjährigen 
Herbst noch nicht zu glatten Straßen. Am anfälligsten für Reif- oder 
allgemein Straßenglätte sind bei entsprechenden Temperaturen zunächst
die Brücken. Im Gegensatz zu anderen Straßenabschnitten, die durch 
den darunterliegenden, aktuell noch warmen Erdboden nicht so schnell 
auskühlen, sind Brücken von der kalten Luft gänzlich umgeben. 
Besonders stark ist die Auskühlung bei Stahlbrücken. Stahl hat eine 
geringere spezifische Wärmekapazität als zum Beispiel Beton oder 
Asphalt und kann daher die Wärme weniger gut speichern - kühlt also 
schneller aus.

In den kommenden Nächten wird es zunächst sogar eher 
unwahrscheinlicher, dass es zu Straßenglätte kommt. Zwar wird in der 
Nacht zum Dienstag vor allem in der Südhälfte bei locker bewölktem 
oder teils auch klarem Himmel verbreitet leichter Frost in Bodennähe 
(in 5 cm über dem Boden) erwartet und selbst leichter Luftfrost 
(gemessen in 2 m über dem Boden) tritt vor allem in Teilen Bayerns 
auf. Allerdings ist wie erwähnt noch ausreichend Wärme im Boden und 
von Südwesten fließt an den Folgetagen zunehmend mildere Luft ein. 
Das Temperaturniveau steigt also zunächst erstmal wieder an. Dennoch 
sollte man den diesjährigen Reifenwechsel nicht aus den Augen 
verlieren...


Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 19.10.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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