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Thema des Tages 

Faszination Blitze, Erlebnis einer Gewitternacht 

Zahlreiche Gewitter waren in der Westhälfte Deutschlands in der 
vergangenen Nacht unterwegs und haben durch viele Blitze die Nacht 
erleuchtet. Ein kurzes Erlebnis des Verfassers wird heute im Thema 
des Tages aufgegriffen. 

Seit einigen Tagen halten sich feuchtwarme Luftmassen über 
Deutschland, die vor allem tagsüber durch die Unterstützung der Sonne 
regelrecht zum „Brodeln gebracht werden“. Zahlreiche Gewitter sind 
dadurch entstanden, die aufgrund fehlender Dynamik kaum zogen und 
ihre Regenladung meist an einer Stelle entluden. Überflutete Straßen 
und Keller waren die Folgen. 

Am gestrigen Sonntag kam ein Tief Namens INGRID ins Spiel und sorgte 
am Abend und vor allem in der vergangenen Nacht für mehr Bewegung in 
der Wetterküche. Statt sich tagesgangbedingt aufzulösen, haben sich 
in der Nacht in der Westhälfte Deutschlands von Baden-Württemberg bis 
ins westliche Niedersachsen durch das Tief INGRID mehrere 
Gewitterherde gebildet, die erneut unwetterartig ausfielen, mit den 
üblichen Begleiterscheinungen und ihren teils unangenehmen Folgen. 

Für die Meteorologen im Nachtdienst war es eine warnintensive Nacht. 
Als leidenschaftlicher Meteorologe hatte der Verfasser die 
Gelegenheit Blitze zu fotografieren. Blitze sind, auch wenn sie 
gefährlich sind, ein faszinierendes und beeindruckendes 
Naturschauspiel, die vor allem in den Nachtstunden seine Schönheit 
voll entfalten. Sie erleuchten den Nachthimmel und kein Blitz gleicht 
dem andren. Jeder Blitz ist einzigartig. 

Am späten Abend bin ich mit meinem Fotoapparat im Gepäck zu einem 
Aussichtspunkt bei Götzenhain, einem Ort südlich von Frankfurt, 
gefahren. Ich konnte zunächst die Gewitterzellen nördlich von 
Frankfurt beobachten und habe ein paar Bilder vom Wetterleuchten 
gemacht (siehe Abbildung, Foto links oben). Gegen Mitternacht dann 
hat sich eine neue Zelle bei Darmstadt entwickelt und da wusste ich 
schon, dass das neue Gewitter langsam auf mich zu rollt und ich 
konnte einige nette Blitzbilder bei Dietzenbach, südlich von 
Offenbach, machen (siehe Abbildung, die restlichen Fotos). Für mich 
war es eine kurze Nacht, aber es hat sich gelohnt. 

Wie zuvor erwähnt sorgt Tief INGRID sorgt mehr Bewegung in der 
Atmosphäre und versucht die feuchtwarme Luft über Deutschland 
abzudrängen. Aber die Luft wird vom Hoch EMIL über Osteuropa 
blockiert, sodass sie nicht anders kann, als aufzusteigen. Somit muss 
am heutigen Montag erneut mit teils unwetterartigen Gewittern 
gerechnet werden. 

Die Gewitter aus der Nacht, die heute Vormittag von Niedersachsen bis 
nach Bayern unterwegs sind, schwächen sich ab bzw. lösen sich auf. 
Aber schon ab dem Mittag werden entlang der Konvergenzzone von 
Ostbayern bis zur Deutschen Bucht erneut zahlreiche starke Gewitter 
entstehen. Dabei besteht in diesen Regionen ein erhöhtes 
Unwetterrisiko durch heftigen Starkregen über um 30 Liter pro 
Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen um 80 km/h. 
Mehrstündiger Starkregen mit Mengen um 40 Liter pro Quadratmeter ist 
ebenfalls wahrscheinlich. Die Gewitter ziehen dann im Laufe des 
Nachmittags nur langsam ostwärts und erreichen am Abend die Elbe. 

In Südwest- und Westdeutschland westlich der Konvergenzzone ist zwar 
weniger feuchte und kühlere Luft eingeflossen, jedoch können sich am 
Nachmittag und am Abend auch dort einzelne starke Gewitter 
entwickeln. Das Unwetterpotential ist dabei etwas geringer. Vom 
ganzen Geschehen verschont bleiben anfangs die Regionen östlich der 
Elbe, auch wenn an der Oder und Neiße ein geringes Gewitterrisiko 
besteht. In der Nacht zum Dienstag lassen die Gewitter und die 
Unwetter im Westen langsam nach. Jedoch halten diese entlang der Elbe 
voraussichtlich bis in die zweite Nachthälfte an. 

Am Dienstag erreicht schließlich die etwas kühlere und trockenere 
Luft die östlichen Landesteile und am Boden stellt sich leichter 
Hochdruckeinfluss ein. Noch wird dieser einzelne Gewitter nicht 
verhindern, denn in den höheren Luftschichten herrscht noch 
Tiefdruckeinfluss. Das Unwetterpotential ist im Vergleich zum 
heutigen Tag allerdings deutlich geringer. 

Dipl.-Met. Marco Manitta 
Deutscher Wetterdienst 
Vorhersage- und Beratungszentrale 
Offenbach, den 17.08.2020 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

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