Thema des Tages

Das Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes

Die vergangenen Tage waren von ruhigem, meist sehr
sonnenscheinreichem und trockenem Sommerwetter geprägt. Kein Gedanke an Gewitter, Starkregen und andere meteorologische Warnelemente. Lediglich auf die erhöhte UV-Strahlung wurde gebietsweise mittels Warnungen des Zentrums für Medizinisch-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg hingewiesen und
entsprechende Schutzmaßnahmen empfohlen. Auf diese Warnkategorie soll im Folgenden aber nicht weiter eingegangen werden.

Nach einer ruhigen Wetterphase folgt unweigerlich irgendwann wieder eine turbulentere und nun geht zunächst für den Südwesten, in den kommenden Tagen in etwa für die Südwesthälfte die warnfreie Zeit zu Ende. Die Luftmasse wird von Süden wieder feuchter und ist mit Hilfe leichten Tiefdruckeinflusses in Form einer Tiefdruckrinne wieder „bereit“ für das ein oder andere Gewitter. Ein guter Zeitpunkt also, um sich unser Warnsystem einmal genauer anzuschauen.

Das Warnsystem des DWD ist mehrstufig aufgebaut. Die ersten Hinweise auf zu erwartende markante Wetterereignisse liefert die sogenannte „Wochenvorhersage Wettergefahren“, in der für die kommende Woche voraussichtlich zu erwartenden Wettergefahren erörtert werden. Dieser Bericht wird einmal täglich im Laufe des Vormittages erstellt.

Die daran anschließende Informationsstufe ist der sogenannte „Warnlagebericht“. Dieser wird sowohl für ganz Deutschland als auch für die einzelnen Bundesländer herausgegeben und liefert
Informationen zu warnwürdigen Wetterereignissen, die in den kommenden 24 Stunden zu erwarten sind. Im Bedarfsfall kann der betrachtete Zeitraum auch länger sein. Im Warnlagebericht werden bereits Angaben zur erwarteten Intensität der Warnparameter und eine grobe räumliche Zuordnung gemacht. Der Warnlagebericht wird 5-mal täglich
aktualisiert.

Im Fall von erwarteten Unwettern gibt es als weitere
Informationsstufe vor den tatsächlichen Warnungen die sogenannte „Vorabinformation“. Diese wird erstellt, wenn über einer Region unwetterartige Entwicklungen erwartet werden, Details zur genauen Position und dem genauen Zeitpunkt aber noch nicht sicher sind. Die Vorabinformation wird im Gegensatz zu den Texten des
Warnlageberichtes grafisch auf der Warnkarte (www.dwd.de unter „Amtliche Warnungen“) dargestellt und ist aber noch KEINE Warnung, sondern ein Hinweis auf zu erwartende Unwetter in einigen Stunden oder z.B. am Folgetag. Sobald neuere Erkenntnisse zur
Wetterentwicklung vorliegen, wird diese aktualisiert. Insbesondere bei sommerlichen Gewitterlagen, bei denen aufgrund der Luftmasse zwar in einem größeren Gebiet Unwetterpotenzial besteht, treten die wirklichen Unwetter meist nur sehr lokal und eng begrenzt auf. Die Aussage einer Gewitter-Vorabinformation lautet also: Achtung, es kann zu Unwettern kommen, die aber meist nur sehr eng begrenzt auftreten werden. Es trifft also nicht jeden in dem Gebiet der
Vorabinformation.

Schlussendlich kommen die Warnungen selbst. Diese werden dann erstellt, wenn die Wetterentwicklung hinreichend sicher ist, um die Warnungen möglichst gut zu regionalisieren, die Intensität gut einschätzbar ist und natürlich, wenn eine Überschreitung der entsprechenden Warnschwellen erwartet wird. Die Warnschwellen zu allen Wetterereignissen und Warnkategorien sind auf unserer Homepage zu finden. Je nach Warnparameter wird eine gewisse Vorlaufzeit angestrebt, die es ermöglicht wie auch immer geartete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Vorlaufzeit kann und sollte bei Ereignissen wie Sturm, Dauerregen oder Schneefall deutlich größer sein als z. B. bei Gewittern und den damit in Zusammenhang stehenden
Begleiterscheinungen Starkregen, Hagel oder Sturmböen. Schauer und Gewitter können von den Wettermodellen nur sehr schwer so gut aufgelöst werden, dass die genaue Position und Stärke im Vorfeld abgeschätzt werden kann. Hier hilft leider für die „Akutwarnung“ nur ein Blick auf das Regenradar und die Blitzdetektion. Umso wichtiger ist daher im Zusammenhang mit Schauern und Gewittern die
Potenzialabschätzung der Luftmasse bzw. der Wetterlage. Informationen darüber sind dann mit entsprechendem Vorlauf eben nicht als Warnung, sondern im Warnlagebericht und gegebenenfalls der Vorabinformation zu finden.

Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.07.2018

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