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Thema des Tages

„Krasser“ Start in den Juni

Nach einem eher vor sich hin dümpelndem Mai, legte der Juni richtig los. Es war heiß und gewittrig mit teils heftigen Auswirkungen. Sogar ein Tornado trat auf.

Die ersten Junitage dieses Jahres waren hochsommerlich. An einigen Wetterstationen im Osten wurden neue Dekadenrekorde in Sachen Temperatur aufgestellt. Bei den Dekadenrekorden wird ein Monat gedrittelt und in jedem Drittel werden die Messwertextreme erfasst. Anders bei Monatsrekorden, da werden die Messwerte des gesamten Monats angesehen und die jeweils höchsten Werte notiert. An einer Wetterstation kann es also durchaus Dekadenrekorde geben, auch wenn über den gesamten Monat betrachtet kein Rekord gebrochen wurde.

Dekadenrekorde gab es unter anderem an folgenden Wetterstationen: In Langenlipsdorf in Brandenburg wurde am 03.06.2019 eine
Höchsttemperatur von 35,1 Grad registriert, in Kyritz/Brandenburg reichte es für einen Höchstwert von 34,8 Grad, in
Genthin/Sachsen-Anhalt wurden am selben Tag 34,3 Grad und in Berlin-Schönefeld 34,0 Grad gemessen. An der Wetterstation Demker in Sachsen-Anhalt wurde am gestrigen Mittwoch, 05.06.2019, ein neuer Dekadenrekord mit 34,8 Grad aufgestellt. Auch auf Borkum gab es in der ersten Junidekade einen neuen Temperaturrekord mit 29,2 Grad, gemessen am 02.06.2019.

Doch die ersten Tage dieses Junis waren nicht nur besonders heiß, es gab auch teils heftige Gewitter. Vor allem im Westen und über der Mitte des Landes gingen die Gewitter mit Starkregen und Hagel einher.

Auszug aus den 1-stündigen Regenmengen > 20 l/qm vom 01.06.2019 bis 06.06.2019 8 MESZ:
Hohenstein-Breithardt/HE – 45,8 l/qm;
Südeichsfeld- Wendehausen/TH – 40,8 l/qm;
Kleinniesdeheim/RLP – 39,2 l/qm;
Haunetal-Werda/HE – 34 l/qm;
Bedburg-Weiler Hohenholz/NRW – 30,6 l/qm;
Kleve/NRW – 28 l/qm;
Helbedündorf-Keula/TH – 26,8 l/qm;

In weiten Teilen des Landes brachten die Gewitter auch Sturmböen. Auszug aus den Windspitzen > 75 km/h vom 01.06.2019 bis 06.06.2019 8 MESZ:
Weinbiet/RLP – 104 km/h;
Geilenkirchen/NRW – 90 km/h;
Freudenstadt/BW – 85 km/h;
Heilbronn/BW – 82 km/h;
Bad Kissingen/BY – 82 km/h;
Lüchow/NI – 78 km/h;
Seehausen/ST – 77 km/h;

In Bocholt, im Nordwesten Nordrhein-Westfalens, gab es in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch einen Tornado. Mehrere Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und sogar Autos umgestoßen.

Am heutigen Donnerstag kommen im Osten des Landes im Vorfeld einer Kaltfront und in schwül-heißer Luft schwere Gewitter auf. Dort sind Starkregen und Hagel, stellenweise auch Sturmböen wahrscheinlich. Die kräftigen Gewitter ziehen in der Nacht zum Freitag nordostwärts ab, worauf sich das Wetter unter schwachem Hochdruckeinfluss
vorübergehend auch in dieser Region beruhigt. Denn im übrigen Bundesgebiet hat sich hinter der Kaltfront bereits kühlere Luft durchgesetzt und die Schauer- und Gewitterneigung nachgelassen.

Mit der einfließenden kühleren Luft findet auch die Hitze vorerst ein Ende. Am morgigen Freitag werden noch Höchstwerte von 23 bis 28 Grad erwartet, im Norden und dort besonders an den Küsten ist es mit 18 bis 23 Grad eher kühl. Am Samstag bringt ein Tief mit Kern über dem Ärmelkanal frischen Südwestwind und schauerartigen Regen, was die Temperatur tagsüber bundesweit „nur“ auf 18 bis 24 Grad steigen lässt.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.06.2019

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