DWD -> WARNLAGEBERICHT für Brandenburg und Berlin –

VHDL30 DWPG 191800
WARNLAGEBERICHT für
Brandenburg und Berlin

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Montag, 19.11.18, 20:30 Uhr

In der Nacht und am Dienstagmorgen geringes Glätterisiko. Tagsüber einzelne Windböen.

Entwicklung der WETTER- und WARNLAGE:
Am Rande eines Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Skandinavien fließt mit einer östlichen Strömung mäßig kalte Luft nach Brandenburg und Berlin.

GLÄTTE:
In der Nacht und am Dienstagmorgen bei Bewölkungsauflockerungen bodennah leichter Frost bis -1 Grad, mit geringer Wahrscheinlichkeit örtlich Glätte durch überfrierende Restnässe.

WIND:
Am Dienstag einzelne Windböen um 55 km/h (Bft 7) aus Ost
wahrscheinlich.

Nächste Aktualisierung: spätestens Dienstag, 20.11.18, 04:30 Uhr

Deutscher Wetterdienst, RWB Potsdam, pz

Korrektur fürDWD -> Thema des Tages – TT

Thema des Tages

„Zwischen Skylla und Charybdis“

Korrigierte Passage:
2. Absatz

Es gibt Orte auf der Welt, die so besonders sind, dass sie Gegenstand von Mythen und Legenden worden sind und darüber sogar Bücher geschrieben wurden wie z.B. die „Odyssee“ von Homer in der
griechischen Mythologie. Einer dieser Orte ist die Straße von Messina, eine Meerenge zwischen Kalabrien an der Stiefelspitze des italienischen Festlands und der Insel Sizilien.

An der Meerenge sollen demnach Charybdis und Skylla, zwei
Meeresungeheuer, gelebt haben. Skylla hauste auf dem größeren der beiden sich gegenüberstehenden Felsen der Meerenge und Charybdis unterhalb des kleineren Felsens. Charybdis saugte dreimal am Tag das Meerwasser ein, um es danach brüllend wieder auszustoßen. Schiffe, die in den dadurch entstandenen Sog gerieten, waren verloren und nicht einmal der Meeresgott Poseidon konnte diese Schiffe retten. Eventuell überlebende Schiffbrüchige wurden dann von Skylla gefressen.

Daraus hat sich in der Alltagssprache der Region die Redewendung „zwischen Skylla und Charybdis“ entwickelt. Denn für die
Schiffskapitäne sind Skylla und Charybdis wie Pest und Cholera, zwischen denen sie sich entscheiden müssen. Es ist unmöglich, ohne Schaden aus diesem Dilemma herauszukommen.

Nachfolgend soll eine wissenschaftliche Erklärung geliefert werden. Die Straße von Messina verbindet das Tyrrhenische Meer im Norden und das Ionische Meer im Süden. Die Meeresstraße ist 32 km lang, zwischen 3 und 8 km breit und maximal 250 m tief (Abb. 1). Die Durchfahrt durch die Straße von Messina gestaltet sich tatsächlich aufgrund der Wind- und Strömungsverhältnisse sowie der beiderseits nahen Steilküsten von je her sehr schwierig.

Da die beiden o.g. Meere unterschiedliche Gezeiten und Salzgehalte aufweisen, ergibt sich eine Meeresströmung, die eigentümliche hydrodynamische Phänomene zur Folge hat.

Weil die Gezeiten der beiden Meere gegensätzlich verlaufen, also in dem einen Ebbe und im anderen Flut herrscht, weisen die Meeresspiegel einen Höhenunterschied von bis zu 27 cm auf. Dies führt zu
wechselnden Ausgleichsströmungen und so zu einem Wasseraustausch.

Bei einer Strömung vom Tyrrhenischen Meer ins Ionische Meer (Nord-Süd-Richtung) fließt das aufgrund des niedrigeren Salzgehaltes leichtere tyrrhenische Wasser über das schwerere ionische Wasser. Andersherum bei einer Strömung vom Ionischen Meer ins Tyrrhenische Meer (Süd-Nord-Richtung) taucht das schwerere ionische Wasser, nachdem dieses einen unterseeischen Sattel überquert hat, unter das tyrrhenische Wasser(siehe Grafik).

Daraus entstehen Turbulenzen wie „Meeresrippen“ oder „Strudel“. Beim Ersten sind es Wellen, die durch das reine Strömen des Wassers verursacht werden (siehe Abb. 2). Letztere werden durch
entgegengesetzte Strömungen und die unterseeische Orographie hervorgerufen.

Diese Phänomene können durch die vorherrschenden Winde über der Meerenge noch verstärkt werden, vor allem wenn der Wind gegen die Meeresströmung weht.

Im Sommer dominieren nordöstliche Winde („Vento Cavaliere“) – eine „Brise“, die im Mittel 30 bis 40 km/h erreicht und in den
Nachmittagsstunden am stärksten ist (Abb. 3). Manchmal kann der Nordostwind auch Windgeschwindigkeit über 60 km/h erreichen und gegen den Tagesgang anhaltend stark bleiben. Dies passiert, wenn hoher Luftdruck im westlichen und niedriger Luftdruck im östlichen Mittelmeerraum herrscht.

Im Herbst, im Winter sowie im Frühjahr weht abhängig von der großräumigen Luftdruckverteilung entweder der sogenannte „Mistral“ oder der „Scirocco“. Der Mistral ist ein Nordwestwind, der manchmal Orkanstärke über 120 km/h erreichen kann. Bei solchen Lagen bleibt die Wellenhöhe allerdings niedrig, da die Straße von Messina nach Norden hin ihre engste Stelle hat und deswegen vor den Wellen aus dem Tyrrhenischen Meer geschützt ist.

Beim Scirocco hingegen – ein Süd- bis Südostwind, der vor allem in den Wintermonaten besonders kräftig bis Orkanstärke sein kann, können sich die Wellen vom Ionischen Meer leicht in die Meerenge ausweiten, da die Straße von Messina nach Süden hin offen ist. Bei einer nord-südlichen Meerströmung können die Wellen sogar ihre Amplitude vergrößern. Bis zu 7 m hohe Wellen sind dann keine Seltenheit (Abb. 4). Dadurch treten große Probleme auf wie Küstenerosion an der sizilianischen Seite der Meerenge. Aber vor allem die Fährverbindung zwischen Messina und dem Festland ist dann eingestellt, mit großen negativen Auswirkungen für den Transport und für die Menschen, die täglich zwischen Sizilien und Kalabrien pendeln.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.11.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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DWD -> WARNLAGEBERICHT für Deutschland –

VHDL30 DWOG 190800 COR
Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Montag, 19.11.2018, 12:22 Uhr

An den Alpen und im Mittelgebirgsraum etwas Schnee und Glätte. An der See sowie auf den Bergen steife bis stürmische Böen, auf exponierten Bergen Sturmböen.

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Dienstag, 20.11.2018, 11:00 Uhr:

Am Rande eines umfangreichen Hochdruckgebiets mit Schwerpunkt über Skandinavien strömt aus Nordosten kalte Festlandsluft nach
Deutschland. Dabei sorgt ein Höhentief, das über den Süden westwärts zieht, für unbeständiges Wetter.

FROST/GLÄTTE: Im Bergland oberhalb von etwa 400 m sowie im höheren Alpenvorland Glättegefahr durch etwas Neuschnee und Schneematsch. In der kommenden Nacht in der Mitte und im Süden erneut leichter Frost und gebietsweise Glätte durch Überfrieren.

SCHNEE: In der Mitte und im Süden oberhalb von etwa 600 m
gebietsweise noch wenige Zentimeter Neuschnee.
Kommende Nacht zunächst lediglich im westlichen und zentralen Mittelgebirgsraum geringfügiger Schneefall, der aber kaum für Neuschneezuwachs sorgt.
Morgens im zentralen Mittelgebirgsraum von Osten her einsetzender Schneefall bis in tiefe Lagen, am Mittwochvormittag über die mittleren Landesteile nordwestwärts ausweiten. Dabei 1 bis 5 cm Neuschnee, an Harz, Thüringer Wald und Rothaargebirge in Staulagen auch bis über 10 cm. In höheren Lagen Schneeverwehungen.

WIND: Heute und in der kommenden Nacht auf einigen Bergen und an der Küste steife bis stürmische Böen (50 bis 70 km/h (Stärke 7 bis 8), auf exponierten Gipfeln auch Sturmböen über 75 km/h aus Nordost bis Ost.

Nächste Aktualisierung: spätestens Montag, 19.11.2018, 16:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Jens Winninghoff

DWD -> Regionenwetter – Baden-Württemberg –

VHDL16 DWSG 191000
Regionenwetter-aktuell für Baden-Württemberg

ausgegeben von der Regionalen Wetterberatung Stuttgart
am Montag, 19.11.2018, 11:30 Uhr

Auf Schwarzwaldgipfeln Sturm-, auf der Alb Windböen. Im Bergland zum Teil Dauerfrost, in der Nacht verbreitet Frost. Vor allem im Bergland Glätte durch geringfügigen Schneefall.

Vorhersage für Baden-Württemberg:
Heute Mittag stark bewölkt, örtlich Schneegriesel, in tiefen Lagen leichter (Sprüh-)Regen. Vor allem im Bergland sowie im Südosten örtlich Schneeglätte. Höchstwerte zwischen -2 Grad auf der Südwestalb und +5 Grad im Oberrheingraben. Mäßiger Wind aus Nordost bis Ost, in Böen stark auffrischend, auf Schwarzwaldgipfeln Sturmböen.

In der Nacht zum Dienstag stark bewölkt und bis Mitternacht geringer Schneefall bei Minima zwischen +1 und -5 Grad. Örtlich Straßenglätte. Im Bergland starke Böen, in Schwarzwaldhochlagen Sturmböen aus Nordost bis Ost, allmählich abnehmend.

Am Dienstag vor allem im Nordosten viele Wolken und leichter, nach Norden abziehender Schneefall, eventuell mit Straßenglätte. Von Süden und Westen vermehrt sonnig. Maxima zwischen 0 Grad im
Schwarzwald-Baar-Kreis und +6 Grad in der Kurpfalz. Schwacher bis mäßiger Ostwind, im Norden und im Bergland am Vormittag stark böig auffrischend.

In der Nacht zum Mittwoch gering bewölkt bis klar, zweite Nachthälfte im Osten aufziehender Hochnebel. Minima zwischen 0 und -5 Grad.

Am Mittwoch im Osten Hochnebel, sonst durch mittelhohe und hohe Wolken gedämpfter Sonnenschein. Temperaturen zwischen 0 und 6 Grad. Überwiegend schwachwindig aus Ost.

In der Nacht zum Donnerstag im Nordosten Hochnebel, lokal Sprühregen. Im Südwesten zunächst gering bewölkt, später auch hier gebietsweise Nebel und Hochnebel. Temperaturtiefstwerte zwischen +2 und -3 Grad.

Am Donnerstag im Nordosten stark bewölkt, sonst heiter bis wolkig. Meist trocken. Höchstwerte 3 Grad auf der Ostalb und 7 Grad am Neckar. Schwacher Ostwind.

In der Nacht zu Freitag gering bewölkt. In Flussniederungen streckenweise Nebel. Tiefstwerte zwischen +1 und -3 Grad.

Deutschlandübersicht:
Offenbach, Montag, den 19.11.2018, 11:30 Uhr –
„Noch auf den letzten Drücker zeigt sich der meteorologische Herbst von seiner kalten Seite. Zwischen dem Hoch „Burckhard“ mit
Schwerpunkt über Skandinavien und dem Tief „Dschuna“ mit Kern über dem Mittelmeer strömt aus Russland kalte Luft nach Deutschland. Diese führt zu einem deutlichen Temperaturrückgang auf Werte im leichten Frostbereich, zumindest in den mittleren und höheren Lagen. Frost und Glätte werden in den nächsten Tagen ein großes Thema sein. Während heute trotz vieler Wolken kaum Niederschläge auftreten, hat „Dschuna“ am Dienstag den ersten nennenswerten Schnee für die zentralen Mittelgebirge im Gepäck. Dort können in Staulagen bis 15 cm Neuschnee fallen. Aber auch in tieferen Lagen der Mitte und von Norddeutschland kann sich vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden. Glatte Straßen und Verkehrsbehinderung sind die Folge. Zudem macht es der starke Ostwind, der an den Küsten und in den Kammlagen der Mittelgebirge in Böen Sturmstärke erreicht, noch ungemütlicher. Zur
Wochenmitte stellt sich ruhigeres Wetter ein: Vielfach neblig-trüb oder wolkenverhangen mit Höchstwerten meist unter 5 Grad und nachts leichtem Frost. Lediglich die Alpen und einige Gipfel der Mittgebirge ragen aus der grauen Suppe heraus. „

Das erklärt Dipl.-Met. Marco Manitta von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter: www.wettergefahren.de

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Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

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