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Thema des Tages

Frühlingshauch im Westen kontra Kühlschrank im Südosten!

Nachdem Hoch „Chloe“ das Tief „Pirmin“ und dessen Ausläufer nach Osten bzw. Nordosten abgedrängt hat und es sich nun über Deutschland gemütlich macht, kann sich vorübergehend ruhiges und mäßig kaltes Winterwetter einstellen.

Noch am gestrigen Sonntag sorgten „Pirmin“ und dessen Ausläufer für anhaltende Schneefälle vom südlichen Brandenburg bis zu den Alpen. Dabei fielen dort über 24 Stunden hinweg verbreitet 10 bis 30 cm, regional auch bis 40 cm Neuschnee (vgl. Graphik 1). Auf der Zugspitze erhöhte sich die Schneehöhe bspw. von 415 cm auf 460 cm. Aber auch in deutlich tieferen Lagen wurden am heutigen Morgen ordentliche Höhen gemessen. So wuchs in Teunz-Wildstein (BY) die Schneedecke um 40 cm auf insgesamt 73 cm. In Regensburg, wo am gestrigen Morgen noch kein Schnee vermeldet wurde, stapelt er sich nun auf 29 cm. Auch in Zell/Oberpfalz (BY) sind zu den bereits vorhandenen 10 cm nochmals 30 cm hinzugekommen. Bemerkenswert sind aber auch die Neuschneemengen in Sachsen und dort speziell an der Elbe. In Dresden-Klotsche türmte er sich am heutigen Morgen auf 24 cm auf. In Rosenthal-Bielatal fielen sogar 30 cm Neuschnee. Die Grenze zwischen den kräftigen
Niederschlägen und den trockenen Regionen verlief dabei relativ scharf. Während die Station Schwarzenbruck in Mittelfranken noch knapp 10 cm meldete, war es in Herzogenaurach nur 1 cm Neuschnee. Ähnlich sah es in Schwaben aus. Dort stehen sich Burgau (BY) mit 13 cm und Nersingen (By) 3 cm gegenüber. In Sachsen zeigte sich die markante Grenze an den Stationen Garsebach bei Meißen und
Dresden-Klotsche am deutlichsten. Während in Garsebach am Morgen lediglich 2 cm registriert wurden, waren es in Dresden ordentliche 24 cm.

Doch nun ist Tief „Pirmin“ Geschichte und Hoch „Chloe“ kann vorübergehend über Deutschland herrschen. Allerdings verfügt das Hoch über eine Schwachstelle im Nordwesten des Landes. Dort streifen Ausläufer von Tief „Rainer“ mit Kern am Montagmittag über der Nordsee das Land. Die Folge sind dichte Wolkenfelder und etwas Niederschlag von der Eifel bis nach Schleswig-Holstein. Mit Übergreifen auf den Nordosten sowie die nördlichen Mittelgebirgsregionen kann auch die feste oder gefrierende Niederschlagsphase mit von der Partie sein. Im Schlepptau hat „Rainer“ zudem auch mildere Meeresluft, sodass die Temperaturen im Westen und Nordwesten bis Mittwoch tagsüber auf 5 bis 11 Grad steigen und nachts im frostfreien Bereich verbleiben. Zudem lebt der Wind dort stark böig auf. Im Südosten, auf der Südflanke von Hoch „Chloe“, sieht es dagegen ganz anders aus. Dort ist weiter eine bodennahe östliche Strömung vorhanden, sodass die Temperaturen häufig auch tagsüber im frostigen Bereich liegen und nur mit
Sonnenunterstützung auch mal über den Gefrierpunkt klettern. Nachts muss bei Aufklaren über Schnee bis zur Wochenmitte mit strengem Frost bis -15 Grad gerechnet werden.

Erst ab Donnerstag könnten die atlantischen Tiefausläufer dem Hoch „Chloe“ so weit zusetzen, dass es Richtung Osten abzieht. Nachfolgend wären für das ganze Land Niederschläge im Programm. Gleichzeitig soll die Milderung auch in die südöstlichen Regionen des Landes
vordringen. Mit den bekannten Unsicherheiten deuten die Modelle am Sonntag Höchstwerte zwischen 4 und 14 Grad an. Ein Hauch von Frühling würde dann im Wintermonat Februar durch weite Teile des Landes wehen!

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.02.2019

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